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Bundestag stimmt der Erhöhung des Wohngelds zu

Bildbeschreibung: Luftaufnahme über Berlin

Der Bundestag hat heute mit der Änderung des Wohngeldstärkungsgesetzes, der Erhöhung des Wohngeldes zugestimmt. Vorgesehen ist eine Anpassung der Parameter der Wohngeldformel, um die Zahl der Wohngeldempfängerinnen und Wohngeldempfänger zu erhöhen und die Reichweite des Wohngelds zu vergrößern. Berücksichtigt wurden dabei die allgemeinen Entwicklungen von Mieten und der nominalen Einkommen in Höhe der Inflation.

Zudem sollen die Höchstbeträge, bis zu denen Miete berücksichtigt wird, regional gestaffelt angehoben werden.

Seitens der Linken, gab es Kritik und als halbherzig bewertet, so Caren Lay (Die Linke) . Auch vom Bündnis 90/Die Grünen hagelte es Kritik. Christian Kühn (Bündnis 90/Die Grünen) , sieht mit dem Wohngeldstärkungsgesetz keine Lösung beim sozialen Sicherungssystem. Weiter wurde auch angemerkt, dass eine Dynamisierung von zwei Jahren nicht ausreichend sei und angesichts der Wohnungskrise, von der Bundesregierung zu wenig geliefert wurde.

Die FDP ist mit ihren Antrag ebenfalls gescheitert. Dieser sah vor, dass das Wohngeld und andere steuerfinanzierte Sozialleistungen zu einem  "liberalen Bürgergeld" zusammen zu fassen.

Für interessierte, die entsprechenden Drucksachen zum Entwurf des Wohngeldstärkungsgesetz gibt es hier als PDF- Download: ( 19/10816 19/11696 19/13175  Nr. 10)

 

Gründe für Schlafstörungen oft im Alltag zu finden

Bildinhalt: Ein silberner Kugelschreiber und dahinter ist ein weißer Hintergrund auf dem steht das Wort  in schwarz Quality.

Dauerhafte Ein- und Durchschlafprobleme sind mehr als nur lästig: sie mindern die Leistungsfähigkeit und können schwerwiegende gesundheitliche Beschwerden nach sich ziehen. "Nicht jeder mag Schlafmittel nehmen. Das wird schnell zur Gewohnheit und löst vor allem nicht die Ursachen", stellt die Ergotherapeutin Barbara Droth fest. Sie findet lieber die Gründe für den gestörten Schlaf heraus. An der Akademie des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) gibt sie ihr Wissen zum Thema "Schlaf" ebenso weiter wie Arbeitsmaterialien und Assessments, die sie dazu entwickelt hat.

Es ist ein noch junges Betätigungsfeld für Ergotherapeuten, sich um Menschen mit Schlafproblemen zu kümmern. Dabei liegt es auf der Hand, diese Berufsgruppe hier ins Boot zu holen: Ergotherapeuten fokussieren sich auf den Alltag ihrer Patienten und Klienten. Indem sie diesen bis ins kleinste Detail zerlegen, finden sie heraus, welche Störfaktoren den gesunden Schlaf verhindern. Und erarbeiten dann gemeinsam mit den Schlafsuchenden individuell für sie passende Möglichkeiten, den Alltag entsprechend zu verändern.

Schritt 1 bei Ergotherapeuten: Tagesprofil beleuchten

So unterschiedlich wie jeder einzelne Mensch selbst ist auch sein Tagesablauf und die Aktivitäten und Aufgaben, die seinen Alltag prägen. "Oft sind die Menschen total überlastet und können ihre Leistungen wegen ihrer Schlafprobleme nur schwer erbringen, wenn sie zu mir in die Praxis kommen", zeichnet die Ergotherapeutin ein Patientenbild. Häufig leiden gestresste Manager, Menschen im Außen- oder Schichtdienst, Schüler und Studierende, Selbstständige oder generell Berufsgruppen, die einen stressigen Alltag oder Zeitdruck haben, unter schlechtem Schlaf. Zum Ergründen der Ursachen lässt die Expertin ihre Klienten reden. Denn: "Zuhören ist das A & O", sagt sie, und dass das für erfahrene Ergotherapeuten ein Analyseinstrument ist. Aus dem, was und wie ihr Gegenüber etwas von sich gibt, spüren sie heraus, in welchem Bereich sie zuerst nach dem Störfaktor in seinem Alltag suchen müssen. Ist es die Psyche, das Schlafverhalten, sind es Umgebungsfaktoren wie Bett, Lärm, Licht, der Beruf oder etwas ganz anderes?

Ergotherapeutische Empathie: Befindlichkeiten berücksichtigen

"In puncto Schlaf sind die Betroffenen sehr sensibel", weiß die Ergotherapeutin und Expertin in Sachen Schlaf zu berichten und fährt fort: "Manche haben eine Odyssee hinter sich, Hilfe bei unterschiedlichen Stellen gesucht. Oder Negatives erfahren". Meist sind sie so sehr in ihrem gewohnten Alltag und der täglichen Tretmühle gefangen, dass sie selbst keine Möglichkeiten sehen, was sie verändern könnten, um besser zu schlafen. Auch stehen einige einer Beratung skeptisch gegenüber, weil sie Eingriffe in ihr Leben, die Gestaltung ihres Alltags oder Vorschriften befürchten. Bei Ergotherapeuten geht es jedoch nicht um Vorschriften oder um übergestülpte Lösungen. Ergotherapeuten arbeiten klientenzentriert, haben die Ziele ihrer Klienten im Blick und berücksichtigen deren Interessen, Fähigkeiten, Ressourcen, kurzum alles, was in diesem Individuum steckt.

Motivation Schlafsuchender verstärken

Einfühlsam und verständnisvoll finden Ergotherapeuten wie Barbara Droth durch ihr spezielles Vorgehen heraus, wie sie den Veränderungswillen des Schlafsuchenden effektiv verstärken können. Sie fragen dann etwa nach den Prioritäten in dessen Leben. Außer dem Beruflichen sprechen sie insbesondere das soziale Umfeld, Partnerschaft, Kinder und Familie an. "Dann spüre ich ganz schnell, dass eine andere Wertigkeit entsteht, die Betroffenen trotz ihrer Resignation, die mit schlechtem Schlaf verbunden ist, Chancen erkennen. Manche sagen etwa: Ich möchte wieder mehr mit meiner Frau unternehmen. Oder: Ich möchte gesund bleiben für meine Kinder", zitiert Droth ihre Klienten. Sobald diese erkannt und ausgesprochen haben, wofür sie morgens aufstehen, was den Sinn ihres Lebens ausmacht, ist die Motivation ungleich größer, gewohnte Alltagsstrukturen zu verändern. 

Alltagstauglichkeit prüfen

Gemeinsam mit dem Klienten eruiert die Ergotherapeutin dann, in welcher der drei Gesundheitssäulen Bewegung, Ernährung und Ruhe - inklusive Schlaf - als Erstes eine Veränderung gelingen kann. Denn am wenigsten können diese Menschen noch mehr Stress oder Zeitdruck vertragen. Das Ziel ist daher, dort anzusetzen, wo es demjenigen am leichtesten fällt. Und wofür er unkompliziert und im für ihn passenden Tempo Raum in seinem Alltag schaffen kann, um schrittweise gesundheits- und damit schlaffördernde Veränderungen einzubauen. Kann sich derjenige etwa damit anfreunden, sich mehr zu bewegen? Das kann zunächst etwas ganz Banales sein, vielleicht anstelle von Aufzügen oder Rolltreppen immer die Treppe zu nehmen, bei bestimmten Tätigkeiten wie Telefonieren zu gehen oder zu stehen. Es muss für den Einzelnen passen und sich ohne große Anstrengung in dessen Alltag integrieren lassen. Ist es gelungen, einfache Veränderungen im Alltag zu etablieren, kann es an die größeren Dinge gehen. Gemeinsam mit ihrem Klienten schauen sich Ergotherapeuten dann etwa besonders hektische Tage an, entwickeln Ideen, wie sich Aufgaben umstrukturieren oder bündeln lassen. So lässt sich das Tagesgeschäft leichter bewältigen und es entsteht mehr Freiraum für Zeit mit Familie und Kindern und für einen entspannteren Übergang in den Abend und die Schlafenszeit.

Details mithilfe ergotherapeutischer Assessments herausfinden

Situationsbedingt verwendet Droth bewährte Erfassungsinstrumente wie etwa den Pittsburgh Schlafqualitätsindex, ein international bekannter Fragenkatalog für Schlafqualität. Zusätzlich hat sie eine Reihe weiterer Fragen ausgearbeitet, im Praxisgeschehen fortlaufend verfeinert und in eigene, spezielle Assessments zusammengefasst. Assessments sind Beurteilungsinstrumente, die sich auf die Beantwortung ineinandergreifender Fragen stützen. Fragen, die jeden Bereich des Alltags beleuchten, dabei in die Tiefe gehen, um konsequent und beharrlich jede noch so kleine Einzelheit ans Tageslicht zu bringen. Am Beispiel einer Studierenden, die vor einer Prüfung stand, verdeutlicht die Ergotherapeutin, warum es sich lohnt, so vorzugehen. Die junge Frau hatte seit Monaten Probleme beim Einschlafen. Ein Zusammenhang zwischen ihren Einschlafproblemen und unterschwelligen, prüfungsbedingten Ängsten war naheliegend. Durch gründliches Hinterfragen ihrer täglichen Gewohnheiten kristallisierte sich jedoch heraus, dass es an etwas anderem lag. Sie trank bis in den Nachmittag hinein grünen Tee für mehr geistige Fitness. Außerdem ging sie, um ausreichend Schlaf zu bekommen, früh zu Bett, obwohl sie nicht müde war. Ihr war dies alles nicht bewusst, da sich ihr Fokus auf das Lernen und die bevorstehende Prüfung richtete. Sobald sie ihre Angewohnheiten änderte, verbesserte sich die Schlafqualität.

Informationsmaterial zu vielen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten des DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.); Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes im Navigationspunkt Service und Ergotherapeutische Praxen, Suche.

Quelle: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.

Schleswig-Holstein: Pflegelotse ist keine kompetente Unterstützung

Bildinhalt: Eine Frau von hinten fotografiert, die an einem Zebrastreifen steht.

Nur am Bedarf orientierte Pflegeangebote können pflegende Angehörige entlasten. Kompetente Unterstützung im Betrieb für die Pflege zu Hause verspricht das neu geschaffene Angebot "betrieblicher Pflegelotse" in Schleswig-Holstein. In 6-Stunden-Kursen sollen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Unternehmen geschult werden, um im Bedarfsfall erste Absprechpartner in den Betrieben für pflegende Angehörige in der Belegschaft zu sein. Was zunächst wie eine gute Lösung klingt, folgt der immer wieder gleichen Haltung: in der Pflege spielt Kompetenz eine nachgeordnete Rolle - Hauptsache, die Kosten bleiben niedrig.

Angesichts der Komplexität der Pflegesituationen, in der sich die individuell Betroffenen befinden, ist es nahezu vermessen davon auszugehen, dass in einem Sechs-Stunden-Kurs vermittelt werden, wie ein unterstützendes Erstgespräch kompetent zu gestalten ist. Eine große Herausforderung und Aufgabe in der Beratung von pflegenden Angehörigen ist es, deren oft emotionale Überlastung wahrzunehmen und darauf angemessen zu reagieren. Das kann von unzureichend geschulten Personen nicht erwartet werden, sondern wird sie sehr schnell an ihre eigenen Grenzen bringen. 

"Wir verstehen den Ansatz, finden die Lösung aber völlig unzureichend. Was kann denn ein solcher Pflegelotse ohne fachliche Ausbildung und Beratungskompetenz ausrichten, außer vielleicht eine Telefonnummer weitergeben?" fragt die stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest, Swantje Seismann-Petersen. Bestandteil der Schulung sind grundlegende Informationen zu den Leistungen der Pflegeversicherung, Tipps und Hinweise für die ersten Schritte beim Eintreten einer Pflegebedürftigkeit sowie Lösungsansätze, wie Betriebe und Verwaltungen proaktiv mit dem Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege umgehen können. Seismann-Petersen: "Wir glauben nicht, dass diese Inhalte in sechs Stunden vernünftig vermittelt werden können, so dass sie anschließend sinnvoll an pflegende Angehörige weitergegeben werden können."

Um wirksam den Bedarfen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begegnen zu können, bräuchte es auch in Deutschland ein Angebot der betrieblichen Gesundheitspflege, nach dem Vorbild der Occupational Health Nurse: diese ist an Arbeitsstätten in den Arbeitsschutz eingebunden, aber auch kompetente Ansprechpartnerin für eine lebensweltbezogene Beratung zu allen Frage rund um die Pflege von Angehörigen. Die Occupational Health Nurse gehört in vielen Ländern zum etablierten Angebot und ist direkt in den Betrieben angesiedelt. Laut WHO sind Occupational Health Nurses die größte Gruppe der Gesundheitsfachberufe, die an den Arbeitsstätten eingebunden sind. Dass das Angebot hierzulande wenig diskutiert wird, korreliert mit der geringen Akzeptanz der Profession Pflege.

Es trägt zur Attraktivität des Pflegeberufs bei, wenn Pflegende endlich auch in Deutschland international anerkannte Aufgabenfelder übernehmen. Vor dem Hintergrund des Mangels an Pflegefachpersonen und der aktuell unzureichenden Attraktivität des Pflegeberufs muss dringend in solch neue Handlungsfelder für Pflegende investiert werden.

Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V.

Beschlossene Änderungen im Sozialgesetzbuch unzureichend?

Bildbeschreibung: Teilansicht des Reichstags mit der Innenschrift "Dem Detschen Volke"

Heute fand im Bundestag die abschließende Sitzung zur Änderung des SGB IX und SGB XII statt und es wurden viele Anträge abgelehnt. Nur der Regierungsentwurf wurde mit einigen Änderungen angenommen. Ab 1. Januar 2020 sollen die Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, personenzentriert ausgerichtet werden. Damit gibt es keine Unterscheidungen mehr nach ambulanten, teilstationären und stationären Leistungen. (Wohnformen). Die gesamten Änderungen können hier als PDF-Datei herunter geladen werden.

Zusätzlich sollen einige redaktionelle Änderungen durchgeführt werden, die in der Vergangenheit zu Irritationen bei der Gesetzesausführung geführt haben.

Es gab aber auch viel Kritik seitens der Oppositionsparteien, die viele der Änderungen als nicht ausreichend ansehen und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvertion in Deutschland bemängeln, so wie es seitens der UN bereits erfolgt ist.

Jens Beck (FDP) bezeichnete das Gesetz als „nicht zustimmungsfähig“, da es seiner Meinung nach unzureichend bleibt.

Sören Pellmann (Die Linke) betont „Die Anhörung am Montag (wir berichteten) hat gezeigt, welche gravierenden Mängel insbesondere bei Beteiligung von Menschen mit Behinderung immer wieder vorliegen.“ Und bemängelt die nur 10 Tage Anhörungsfrist, die deutlich zu wenig waren. Er betonte auch, dass es kaum verständlich ist, dass zu solchen Anhörungen Dokumente nicht einmal barrierefrei zur Verfügung gestellt werden „So viel zu UN-BRK“, betonte er. „Auch das ist für uns ein deutlicher Rückschritt und ein Verstoß gegen die UN-BRK“, wie Herr Pellmann weiter ausführte.

Corinna Rüffer (Bündnis 90/ Die Grünen) begann ihre Rede mit einem Szenario und sagte „Liebe Demokratinnen und Demokraten, wir stellen uns jetzt mal vor, wir haben einen behinderten Menschen, vielleicht einen jungen Menschen so 25 Jahre alt, der zur Bundesagentur für Arbeit geht, mit der Bitte, ich möchte in einem ganz normalen Unternehmen beschäftigt werden und stellen uns dann vor, was ihm geantwortet wird. Nicht etwa, welche Unterstützung brauchen sie denn um dieses Ziel zu erreichen, sondern warum gehen sie nicht in eine Werkstatt für behinderte Menschen.“. Diesen Zustand bemängelte Frau Rüffer deutlich und erwähnte, dass genau solche Geschichten am Montag in der Anhörung benannt worden sind. Sie wies darauf hin, dass hier deutliche Änderungen erforderlich sind und für Menschen in Werkstätten dringend Perspektiven benötigt werden.

Andrea Glöckner (SPD) fing ihre Rede mit einer Anmerkung an die UN-BRK und sieht den Anspruch der SPD darin, das hier an der Verwirklichung weiter gearbeitet werden muss. Laut ihrer Darstellung ist sie froh, dass die Änderungen im SGB IX und SGB XII erfolgen und sieht diese als einen ganz großen Schritt nach vorne. „Mit diesem Gesetz geht es um mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung“, so ihre Aussage.

In der anschließenden Abstimmung wurden die Anträge der Linken, der Grünen und der FDP abgelehnt.

Die Linken forderten: Die Ausgleichsabgabe deutlich zu erhöhen und die Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen anzuheben. (Drucksache 19/11099).
Die Grünen forderten: Die Leistungsberechtigten ein echtes Wunsch- und Wahlrecht erhalten, wenn es um die Art der Leistung und den Ort der Leistungserbringung geht. (Drucksache: 19/5907)
Die FDP forderte: Die Beschäftigungssituation für Menschen mit Behinderungen verbessern. (Drucksache: 19/9928)

 

Pflegereform: DAK-Konzept deckelt Eigenanteile bis 2045

Bildinhalt: Ein Portmonnaie aus dem mehrere Euroscheine heraus schauen.

25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung fordert die DAK-Gesundheit eine grundlegende Sozialreform. In ihrem "Pflegereport 2019" legt die Krankenkasse ein detailliertes Konzept zur langfristigen Entlastung der Pflegebedürftigen vor. Durch eine neue Finanzarchitektur mit steigenden Steuerzuschüssen könnten die Eigenanteile der Versicherten bis zum Jahr 2045 gedeckelt werden. Das Ziel ist eine faire Lastenverteilung zwischen Beitragszahlern, Steuerzahlern und Pflegebedürftigen. Erste konkrete Modellrechnungen halten eine Eigenbeteiligung von im Bundesdurchschnitt rund 450 Euro monatlich mit dynamischer Entwicklung für möglich. Im Gegenzug wird eine stufenweise Steuerfinanzierung bis 25 Prozent der Leistungsausgaben vorgeschlagen.

Laut DAK-Pflegereport unterstützt auch die Mehrheit der Bevölkerung eine Begrenzung der Eigenanteile und eine Finanzierung aus Steuermitteln. Fast 80 Prozent der Befragten befürchten den Verlust sämtlicher Ersparnisse, wenn sie im Heim gepflegt werden müssen.

"Aktuell verfehlt die Pflegeversicherung ihren Gründungsgedanken, die Menschen im Pflegefall vor einem Armutsrisiko zu bewahren und die Kosten der Pflege fair zwischen Beitragszahlern, Steuerzahlern und Pflegebedürftigen zu verteilen", sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. "Ordnungspolitisch brauchen wir für die kommenden 25 Jahre eine völlig neue Finanzstatik in der Pflege." Erforderlich sei eine grundlegende Reform mit einer Mischfinanzierung aus Beitragseinnahmen und Steuerzuschüssen. "Wie das Kindergeld ist auch das Pflegegeld eine Sozialleistung mit gesamtgesellschaftlichem Charakter, der eine Steuerfinanzierung rechtfertigt", betont Storm.

Im Reformkonzept der DAK-Gesundheit ist ein sogenannter Sockel-Spitze-Tausch Herzstück einer neuen Pflegeversicherung. Anders als bisher erhielten Pflegebedürftige mehr finanzielle Sicherheit, indem ihre Eigenanteile gedeckelt würden. Hierfür hat der Bremer Professor für Gesundheitsökonomie Heinz Rothgang für die Krankenkasse erstmals konkrete Modellrechnungen bis zum Jahr 2045 erstellt. Hierbei wird mit einem Sockelbetrag der Eigenbeteiligung von im bundesweiten Durchschnitt 450 Euro im Monat gestartet. Die Eigenanteile würden dann entsprechend der Lohnentwicklung dynamisch steigen. "Im Vergleich zu anderen Szenarien würden die finanziellen Belastungen der Pflegebedürftigen in absoluter Höhe geringer ausfallen", sagt Rothgang. "Das Modell mit einem durchschnittlichen Sockelbetrag von 450 Euro ist daher eher geeignet, Sozialhilfeabhängigkeit zu vermeiden." Ohne Reformen gäbe es nach Rothgangs Berechnungen für die Pflegebedürftigen doppelt bis dreifach so hohe Eigenanteile wie heute. DAK-Vorstandschef Storm betont: "Durch unser Modell explodieren weder Eigenanteile noch Beitragssätze."

Die Eigenanteile, die Pflegebedürftige für die Pflege im Heim zahlen müssen, sind je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Sie lagen im ersten Quartal 2019 zwischen 274 Euro in Thüringen und 925 Euro in Baden-Württemberg. Der Bundesschnitt betrug 662 Euro. Um Pflegebedürftige unabhängig von ihrem Wohnort zu entlasten, schlägt die DAK-Gesundheit zunächst unterschiedlich gedeckelte Eigenanteile je Bundesland vor, um schrittweise bis zum Jahr 2045 einen einheitlichen Wert zu erreichen. Um eine Lösung für die unterschiedlichen Belastungen in den 16 Bundesländern zu entwickeln, plädiert Andreas Storm zur Umsetzung der Pflegereform für eine gemeinsame Kommission von Bund und Ländern. 

Die Realisierung der Pflegereform ist aus Sicht der DAK-Gesundheit durch eine langsam steigende Steuerfinanzierung möglich. Nach dem Vorschlag der Krankenkasse könnte im Jahr 2021 mit der schrittweisen Einführung eines Steuerzuschusses in Höhe von zunächst einer Milliarde Euro begonnen werden. Bis zum Jahr 2025 soll der Zuschuss schrittweise auf fünf Milliarden Euro steigen, was dann zehn Prozent der Jahresausgaben in der Pflegeversicherung entspräche. In kleinen Schritten ist dann eine stufenweise Erhöhung geplant, die im Jahr 2045 bis zu 25 Prozent der Leistungsausgaben abdeckt. Nach heutigem Stand entspräche dies einer Summe von rund 18,3 Milliarden Euro.

Eine Begrenzung der Eigenanteile und die Finanzierung der Mehrkosten aus Steuermitteln würden auch von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Das zeigt der aktuelle DAK-Pflegereport 2019 "25 Jahre Pflegeversicherung: Kosten der Pflege - Bilanz und Reformbedarf". Nach einer repräsentativen und aktuellen Bevölkerungsumfrage durch das Institut für Demoskopie in Allensbach gibt es dringenden Reformbedarf. Obwohl drei Viertel der Befragten die Pflegeversicherung für sinnvoll halten, haben viele Menschen finanzielle Ängste. Fast 80 Prozent der Befragten befürchten, dass sie trotz Pflegeversicherung bei einer Pflege im Heim sämtliche Ersparnisse verlieren würden. Vier von zehn Befragten sehen eine "sehr starke Belastung" durch Pflegekosten. "Es öffnet sich ein politisches Opportunitätsfenster für eine dringend erforderliche Struktur- und Finanzierungsreform der Pflegeversicherung, die auch von der Bevölkerung erwartet wird", sagt Pflegeexperte Professor Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule Freiburg als Autor des DAK-Pflegereports. "Die Pflegeversicherung kann ihr Versprechen, das Armutsrisiko bei Pflegebedürftigkeit zu begrenzen, in der Zukunft nicht mehr einlösen. Die nächste Bundesregierung kann und darf dem Thema nicht ausweichen."

Laut DAK-Pflegereport rechnet fast die Hälfte der Befragten in Zukunft mit deutlich steigenden Pflegebeiträgen. Allerdings wären nur 24 Prozent von ihnen bereit, künftig selbst höhere Beiträge für die Pflegeversicherung zu zahlen. Dreiviertel der Befragten sprechen sich für Reformmodelle aus, bei denen die Eigenanteile für die Pflege im Heim begrenzt werden. 58 Prozent sind der Meinung, dass die Mehrkosten für die Pflegeversicherung aus Steuermitteln finanziert werden sollten. Fast jeder Zweite kann sich auch eine Vollversicherung vorstellen.

Rund 3,7 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Etwa ein Viertel davon wird stationär im Pflegeheim betreut. Die Ausgaben der Pflegeversicherung sind zwischen 2015 und 2018 von 29 auf 41 Milliarden Euro gestiegen.

Quelle: DAK-Gesundheit

GKV-Videosprechstunde kann breiter eingesetzt werden

Bildinhalt: Jemand der an einem Laptop arbeitet.

Lange Anfahrtswege und überfüllte Wartezimmer können sich seit Oktober selbst jene Patienten ersparen, die einen niedergelassenen Arzt das allererste Mal aufsuchen. Denn nun können auch sie sich per Mausklick und Kamera in die Videosprechstunde einloggen. Bisher galt das Angebot der Video-Sprechstunde nur für Patienten, die bereits Kontakt mit dem behandelnden Arzt hatten. Diese Neuerung ist Teil der Vereinbarungen, auf die sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband verständigt haben. „Wir hoffen, den Bedürfnissen unserer Versicherten damit weiter entgegenzukommen und Ärzte zu überzeugen, diese Form der Sprechstunde auf- oder auszubauen. Aus Umfragen wissen wir, dass Patienten, die die Videosprechstunde nutzen oder sie nutzen wollen, es als großen Vorteil empfinden, eine mögliche Ansteckungsgefahr im Wartezimmer zu vermeiden“, so Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband.

Bereits im Frühjahr hatten sich die KBV und der GKV-Spitzenverband darauf verständigt, die Video-Sprechstunde nicht mehr nur zur Verlaufskontrolle bei Patienten, sondern breiter einzusetzen, u. a. in der psychotherapeutischen Betreuung. Dieser Bereich wird jetzt noch weiter ausgebaut: Ab sofort kann auch eine Psychotherapie im Rahmen einer Videosprechstunde erbracht und abgerechnet werden. Das heißt, die Videosprechstunde kann auch in Verbindung mit Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie abgerechnet werden. 

Einzug hält die Behandlung per Video auch in der Versorgung von Pflegebedürftigen. Ärzte und Pflegekräfte können sich in Videokonferenzen über konkrete Fälle austauschen und zusammen eine Lösung für die Patienten finden.

Für die Ärzte erhöht sich gleichzeitig das Honorar für die Behandlung per Video. Konnte ein Hausarzt bis zum 30. September 2019 für eine Videosprechstunde mit einem 60-jährigen Patienten etwa 9,52 Euro abrechnen, erhält er ab dem 1. Oktober 2019 für eine ausschließliche Fernbehandlung eine Grundvergütung von 26 Euro.

Für den Einsatz der Videosprechstunde erhalten die Ärzte und Psychotherapeuten einen Technikzuschlag auf ihre Grundpauschale in Höhe von 4,33 Euro je Videogespräch bis zu einem Höchstwert von 205 Euro im Quartal. Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Oktober wird die Videosprechstunde in den kommenden zwei Jahren mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von weiteren zehn Euro je Video-sprechstunde, aber maximal bis zu 500 Euro je Praxis und Quartal gefördert.

Versicherte, die für das Arztgespräch eine Videosprechstunde nutzen wollen, brauchen ein internetfähiges Gerät mit Kamera, Mikrofon und Tonwiedergabe. Bekannte Anbieter von Videotelefonie wie z. B. FaceTime, Google Duo, WhatsApp oder Skype kommen derzeit aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage.

Quelle: GKV-Spitzenverband

Mehr Belastungen für Grundsicherung dank EEG-Umlage

Bildbeschreibung: Landschaft mit einem Windkraftwerk.

Nachdem die Leistungen nach SGB II und SGB XII (Grundsicherung) um 8 Euro erhöht wurden, kommt die nächste Erhöhung, die gerade Grundsicherungsempfänger besonders belasten wird. Die sogenannte EEG- Umlage wird auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde (KW/h) erhöht. Vorher lag die Umlage bei 6,405 Euro pro KW/h. Das entspricht somit eine Erhöhung von rund 5,5%.

Gerade für Menschen mit Grundsicherung, sind Mehrbelastungen eine große Herausforderung. Zwar darf man, nimmt man Mittelwerte als Referenz, davon ausgehen, dass die monatliche Mehrbelastung bei einem ein Personen Haushalt sich noch weit unter einem Euro bewegen wird, aber gerade bei Menschen, die sowieso schon mit jedem Cent rechnen müssen um ihre monatlichen Bedarf decken zu können, kann jeder Cent Mehrausgaben zu einer Belastung führen.

Die EEG-Umlage soll dazu verwendet werden, den Ausbau von erneuerbaren Energien voranzutreiben. Es ist also ein Beitrag zur Energiewende. Allerdings steht die Umlage auch in starker Kritik, da viele Kritiker der Meinung sind, dass Energiekonzerne die Energiewende aus den erzielten Gewinnen finanzieren müssten. Gerade in den heutigen Strukturen von Aktiengesellschaften, werden aber diese Gewinne meist als Dividende für die Aktionäre verwendet.

 

Update: Anhörung im Reichstag erklärt UN-BRK als gescheitert

Bildbeschreibung: Foto zeigt die Aufschrift "Wir sind das Volk" am Reichstagsgebäude

Gestern fand die öffentliche Anhörung zu den geplanten Änderungen im Sozialgesetzbuch IX und XII statt. In der Anhörung wurde sehr deutlich gemacht, dass seitens der Bundesregierung und der resultierenden Gesetze, die Bundesrepublik Deutschland noch weit von der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist.

Weniger bekannt ist dabei, dass das Schwerbehindertenrecht eigentlich seine Wurzeln bereits eine Konsequenz des 1. Weltkrieges ist und dazu dienen sollte, die Kriegsveteranen mit Behinderung wieder in das Berufsleben zu integrieren. 2009 kam dann die UN-BRK, eine Verpflichtung, dem eines Bundesgesetzes gleichgestellt, die heutige Menschen mit Behinderung ihre Rechte und volle Integration sowie Teilhabe, sicher stellen soll. Daraus sollte man erwarten können, dass das Thema Teilhabe in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

In der Praxis sieht das aber anders aus, wie in der Anhörung sehr deutlich wurde. Es wurde über Maßnahmen diskutiert, wie Unternehmen und Betriebe dazu motiviert werden können, mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Seitens der AfD kam der Vorschlag „Provision statt Sanktion“, der aber stark kritisiert wurde, da eine Provision für jeden beschäftigten mit Behinderung, kaum Anreize geben würde. Auch andere Vorschläge, wie das Herabsetzen der Beschäftigungsquote sind ebenfalls erwähnt, aber nicht näher thematisiert worden. Insgesamt gewann man aus der Anhörung zwar das Gefühl, dass vieles in der Teilhabe noch erleichtert werden muss, aber dazu auch noch viele Hürden zu beseitigen sind. Für die Zuhörer/In war es wie eine Anhörung, bei der viele Probleme thematisiert, aber keine Wirklichen Lösungen bereitgestellt wurden.

Eine weitere Kritik viel bei dem Thema, wenn es um die Hürden für Menschen mit Behinderung geht. Exemplarisch wurde dabei der Fall aus Oberbayern thematisiert, bei dem eine schwangere Frau ihr Kind nach der Geburt nicht behalten durfte, nur weil offensichtlich Kontoauszüge fehlten. Offensichtlich eines von vielen Problemen, die nicht nur im Bezirk Oberbayern zu finden sind.

Gerade Behörden die für die Beantragung von Sozialleistungen zuständig sind, scheinen immer noch nicht erkannt zu haben, welchen individuellen Bedarf und welche individuelle Umgangsweise mit Antragsteller/In erforderlich sind. Somit stehen gerade Menschen mit Behinderung, immer wieder vor Hürden, die kaum oder gar nicht von Menschen mit Behinderung bewältigt werden können. Es scheint oft wie „Schikane an Menschen mit Behinderung“, wenn es um Anträge oder benötigte Unterlagen geht. In der Anhörung wurde zwar die Forderung laut, dass dieses umgehend geändert werden müsse, aber auch hier wurden keine Lösungsvorschläge präsentiert.

Die Gesamtkritik ging so weit, dass klar artikuliert wurde, dass der „Sprung zur UN-BRK“ nicht geschafft wurde. Eine kleine Bestätigung dafür, gab es in der Anhörung selbst. Es war offensichtlich nicht möglich, die Dokumente, den Beteiligten Verbänden, die sich in der Anhörung äußern sollten, in barrierefreier Form bereit zu stellen. 

Am Donnerstag werden die Gesetzesänderungen zum SGB IX und SGB XII, ein Thema im Bundestag sein.

UPDATE: Zusammenfassung (Quelle: Bundestag/HIB):

Ganz unterschiedlich beurteilen Sachverständige die von der Bundesregierung geplanten rechtlichen Regelungen für Menschen mit Behinderungen, mit denen sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales in einer öffentlichen Anhörung am Montag befasst hat. Konkret ging es um den Gesetzentwurf zur Änderung des Neunten und Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX und SGB XII) und anderer Rechtsvorschriften (19/11006). Damit will die Bundesregierung gesetzliche Unklarheiten beseitigen, um den anstehenden Systemwechsel bei den Unterkunftskosten der besonderen Wohnform nach Paragraf 42a des SGB XII (Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung) vorzubereiten. Dieser Systemwechsel sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2020 Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen personenzentriert ausgerichtet werden. Eine Unterscheidung nach ambulanten, teilstationären und stationären Leistungen soll es dann nicht mehr geben.

Behandelt wurden in der Anhörung auch ein Antrag der AfD-Fraktion (19/8557), eine Vorlage der FDP-Fraktion (19/9928), ein Antrag der Fraktion Die Linke (19/11099) sowie drei Anträge von Bündnis 90/Die Grünen (19/10636, 19/5907, 19/8288).

Claudia Scheytt (Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege) und Carsten Mertins (Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe) begrüßten grundsätzlich den Gesetzentwurf der Bundesregierung, betonten aber hinsichtlich der Umsetzung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe Personenorientierung noch "Nachjustierungsbedarf". So müsse etwa bei der Bestimmung der Angemessenheitsgrenze für die Wohnkosten ebenso nachgebessert werden wie bei der Anspruchsberechtigtengrundlage für das SGB IX, die "nicht alle sozialhilfegedeckten Wohnkosten" treffe, erklärte Scheytt. Zudem gebe es Klärungsbedarf hinsichtlich der Leistungskontinuität für junge Menschen sowie hinsichtlich der umsatzsteuerlichen Behandlung von Verpflegungsleistungen in besonderen Einrichtungen.

Auch die im Gesetzentwurf vorgesehene neue Regelung zur wohnortabhängigen Bestimmung der angemessenen Wohnkosten hielten beide Experten grundsätzlich für erforderlich, mahnten aber eine weitere Spezifizierung an. Aufgrund unterschiedlicher Mietspiegel müsse die Angemessenheitsgrenze auf den konkreten Wohnort angewendet werden. Mertins drang zudem darauf, die im Änderungsgesetz geplante Regelung zur Vermeidung einer Rentenlücke im Januar 2020 vorzuziehen und möglichst zeitnah umzusetzen. Mehr als 100.000 Menschen seien betroffen und müssten sonst befürchten, im Januar 2020 keine Rente ausgezahlt zu bekommen.

Kathrin Völker (Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen) begrüßte das Vorhaben der Bundesregierung, in ihrem Entwurf klarzustellen, dass für sogenannte andere Leistungsanbieter eine Anrechnungsmöglichkeit von Aufträgen der Arbeitgeber auf die Ausgleichsabgabe-Schuld nicht bestehe. Durch die Anrechenbarkeit von Aufträgen auf die Ausgleichsabgabe sei es Werkstätten überhaupt erst möglich, am Wettbewerb teilzunehmen, begründete Völker. Andere Leistungsanbieter konzentrierten sich auf leistungsstärkere Menschen, weil sie keine Aufnahmeverpflichtung hätten. Daher sei es richtig, dass diese Bevorzugung weiterhin nur für Werkstätten gelte.

Diese Auffassung vertrat auch Silvia Helbig (Deutscher Gewerkschaftsbund): Andere Leistungsanbieter seien nicht vergleichbar mit den Werkstätten für behinderte Menschen. Sie müssten auch nicht die gleichen Auflagen erfüllen und kein Zertifizierungsverfahren durchlaufen, sagte Helbig. Daher sei die Klarstellung im Gesetz "folgerichtig".

Anders sah dies Anna Robra (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände): Die Arbeitgeberverbände hätten sich in der Vergangenheit stets für die anderen Leistungsanbieter ausgesprochen, weil sie sich von ihnen eine "größere Betriebsnähe" erhofften. Die "Ungleichbehandlung" sei nicht "zielführend", so Robra.

Barbara Heuerding (Bundesverband der evangelischen Behindertenhilfe) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es bislang überhaupt nur 14 solcher anderer Leistungsanbieter gebe, daher sollten "Restriktionen vermieden werden".

Ähnlich urteilte auch Jenny Axmann (Bundesvereinigung Lebenshilfe): Andere Leistungsanbieter sollten "mehr Wahlmöglichkeiten durch flexible und arbeitsmarktnahe Angebote" schaffen. Daher sei nicht ersichtlich, weshalb die Vergünstigung nicht auch für sie gelten solle. Hinsichtlich des Bundesteilhabegesetzes lobte Axmann, die geplanten Änderungen im SGB IX und SGB XII enthielten "wichtige Klarstellungen" insbesondere bei der Trennung der Leistung und dem Einkommen und Vermögen. Beim Unterhaltsbeitrag brauche es aber noch Änderungen, damit die bisherige Regelung inhaltsgleich fortgeführt werden kann. Die Weiterentwicklung durch das Bundesteilhabegesetzes solle außerdem "aktiv begleitet" werden, um wenn nötig zügig nachsteuern zu können. Stärker in den Blick müssten darüber hinaus Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf genommen werden. Personenzentrierte Leistungen sollten auch für diesen Personenkreis zugänglich sein.

Claudia Reif (Bundesagentur für Arbeit) konnte in einer von der AfD in ihrem Antrag geforderten Einführung von Bonuszahlungen für Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen, "nicht den richtigen Weg" erkennen, um mehr behinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Die bestehende Ausgleichsabgabe habe bereits eine Anreizfunktion. Auch sei fraglich, ob eine Bonuszahlung in Höhe von 250 Euro monatlich, wie sie die AfD vorschlage, überhaupt einen Effekt habe. Es sei eher mit mehr Bürokratie zu rechnen.

Dem widersprach der Einzelsachverständige Kurt Schreck. Um mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderten zu schaffen, könne es durchaus sinnvoll sein, über Instrumente wie Bonuszahlungen nachzudenken. Er plädierte generell für weniger Sanktionen und mehr Anreize für Unternehmen. Es brauche zudem mehr Information und mehr Beratung für die Betriebe, um vorhandene Vorbehalte gegenüber Menschen mit Behinderungen abzubauen. Auch könne es sinnvoll sein, Unternehmen, die Schwerbehinderte beschäftigen, bei Auftragsvergaben einen Vorteil einzuräumen.

Janina Bessenich (Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie) sprach sich dafür aus, das derzeit evaluierte Budget für Arbeit weiterzuentwickeln. Es sei eigentlich ein "gutes Förderinstrument". Derzeit wirke es jedoch wie ein "ICE, der fahren sollte, aber nicht so richtig fährt". Der Grund liege, so Bessenich, in seiner "exklusiven" Ausrichtung: Es richte sich ausschließlich an Menschen mit Behinderungen, die in einer Werkstatt tätig sind, dort auch ihre Ausbildung abgeschlossen haben und eine dauerhafte Erwerbsminderung aufweisen. Nur für diese Menschen sei dieses Förderinstrument gedacht, eine Verbindung mit anderen Förderinstrumenten leider bislang nicht möglich. Das wäre aber "sehr sinnvoll". Es fehle außerdem eine ausreichende individuellen Begleitung der Betroffenen am Arbeitsplatz, monierte Bessenich.

Joachim Radatz (BIS Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung) plädierte zudem dafür, dass im Rahmen des Budgets für Arbeit die Leistungsträger Menschen mit Behinderung aktiv unterstützen, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden. Ohne eine solche Unterstützung drohe das Instrument "stumpf" zu bleiben.

Um politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten, kritisierte Sigrid Arnade (Selbstbestimmt Leben in Deutschland) die wiederholt "viel zu kurzen" Fristen für Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen und die mangelnde barrierefreie Bereitstellung der Dokumente. Dies erschwere es Menschen mit Behinderungen, sich einzubringen und komme einer "Scheinbeteiligung" nahe. Hinsichtlich der geplanten gesetzlichen Änderungen appellierte sie, das geplante Angehörigenentlastungsgesetz möglichst zeitnah zu verabschieden. Die Rentenanpassung zum 1. Januar 2020 vorzuziehen, reiche nicht aus. Eine raschere Entlastung der Angehörigen und schnellere Umsetzung der Grundsicherung im Berufsbildungsbereich sei ein "wichtiges Signal" an die Menschen mit Behinderungen, die darauf schon lange warteten.

Detlef Eckert (Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland) sprach sich in seiner Stellungnahme dafür aus, die Ausgleichsabgabe und Beschäftigungsquote von Menschen mit Behinderungen zu erhöhen. Als Steuerungsinstrument sei sie in ihrer gegenwärtigen Höhe wirkungslos, kritisierte Eckert. Die Absenkung habe in der Vergangenheit, anders als erhofft, nicht dazu geführt, dass Unternehmen mehr Menschen mit Behinderung einstellten. Darüber hinaus drang Eckert darauf, die verschiedenen Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene kompatibler zu gestalten und den Übergang von Förderschulen zu erleichtern. Öffentliche Arbeitgeber könnten so etwa eine Auszubildendenquote einführen.

Der in der Behindertenbewegung aktive Ottmar Miles-Paul monierte als Einzelsachverständiger, dass das Bundesteilhabegesetz zwar "spannende Ansätze" zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention enthalte, beispielsweise die Trennung der Existenzsicherung und der Fachleistung sowie der Personenzentrierung, dass es aber in der Praxis den Menschen nicht wirklich mehr Teilhabe verschaffe. So enthalte das Gesetz "kontraproduktive Regelungen" wie den Mehrkostenvorbehalt oder das Zwangspooling. Solche Regelungen hätten nichts mit Teilhabe und Selbstbestimmung zu tun, so Miles-Paul. 

Anhörung vom 14.10.2019:

Elektronische Patientenakte soll kommen

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist ein Laptop mit einer CD zu sehen und auf der Tastatur liegt eine Gesundheitskarte.

Der Petitionsausschuss setzt sich für die Einführung der elektronischen Patientenakte ein. In der Sitzung am Mittwoch beschlossen die Abgeordneten mit den Stimmen der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, eine entsprechende Petition dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) als Material zu überweisen, "soweit eine Einführung der elektronischen Patientenakte angesprochen ist". Gleichzeitig soll die Eingabe mit der angeführten Einschränkung den Fraktionen des Bundestages zur Kenntnis gegeben und das Petitionsverfahren im Übrigen abgeschlossen werden.

Mit der Petition wird gefordert, dass auf der Chipkarte der Krankenkassen alle relevanten Gesundheitsdaten des Patienten gespeichert werden. Zur Begründung führt der Petent an, dass er sich in einem Jahr mehrfach habe in Behandlung begeben müssen und dabei jedes Mal mehrere Fragebögen unter anderem zu Vorerkrankungen und vorherigen stationären Aufenthalten habe ausfüllen müssen.

In der Begründung zu seiner Beschlussempfehlung schreibt der Petitionsausschuss, mit der seit 2015 als Versicherungsnachweis geltenden elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur, "der zentralen Infrastruktur für eine sichere Kommunikation im Gesundheitswesen", werde für Patienten künftig die Möglichkeit bestehen, ihre medizinischen Daten weiter- oder mitbehandelnden Ärzten zur Verfügung zu stellen. In Paragraf 219a SGB V sei geregelt, welche medizinische Anwendung die elektronische Gesundheitskarte unterstützen muss und wer auf die mittels der Karte gespeicherten Daten zugreifen darf.

Die Bereitstellung von Notfalldaten gehöre mit dem elektronischen Medikationsplan zu den ersten medizinischen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte. Mit den Notfalldaten sollen Versicherte "auf eigenen Wunsch" künftig die Möglichkeit erhalten, ihrem behandelnden Arzt notfallrelevante medizinische Informationen verfügbar zu machen.

Als umfassendste Anwendung soll mit der Gesundheitskarte laut Beschlussempfehlung zukünftig auch die elektronische Patientenakte bereitgestellt werden können. Damit sollen Patienten in die Lage versetzt werden, sektorübergreifend und selbstbestimmt ihren Behandlern ihre wichtigsten Gesundheitsdaten, medizinische Befunde und Informationen zur Verfügung zu stellen. Ärzte erhielten hierdurch Zugriff auf bereits vorliegende Untersuchungsergebnisse anderer Behandler. Dies könne unnötige und belastende Doppeluntersuchungen ersparen, schreibt der Petitionsausschuss. Zudem trage es dazu bei, die Qualität und Effizienz der medizinischen Behandlung sowohl im ambulanten Bereich als auch im Krankenhaus zu verbessern.

Quelle: Bundestag/hib

 

Zum 64 Internationalen Hörakustiker-Kongress vom 16 -18 Oktober 2019

Bildinhalt: Ein rotes und ein blaues Hörgerät mit einem Etui.

Wenn das Gehör nachlässt, 10 Tipps, worauf man achten sollte. "An" und "Aus" war gestern: Moderne Hörsysteme sind komplexe technische Systeme, richtige Hochleistungscomputer. Die Entwicklung der Hörsysteme ist von hoher Innovationskraft geprägt. Dazu gehören sowohl die Miniaturisierung als auch die vielseitige digitale Technik sowie Anbindung an andere digitale Geräte, die sogenannte Konnektivität.

Die "10 Tipps, worauf man achten sollte, wenn das Gehör nachlässt" sollen Hörgeschädigten Hilfestellung und Orientierung bei der Wahl ihres ersten Hörgeräts geben.

1. Wenn Sie oder Ihr Umfeld bemerken, dass Sie schlechter hören, warten Sie nicht lange, sondern machen Sie einen Hörtest. Hörakustiker bieten Hörtests in der Regel ohne Termin und kostenfrei an.

2. Ist eine Hörsystemversorgung notwendig, erhalten Sie bei Ihrem HNO-Arzt eine Verordnung. Mit dieser können Sie sich bei einem Hörakustiker Ihrer Wahl versorgen lassen. 6.600 Fachbetriebe gibt es bundesweit, auch in Ihrer Nähe. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen und dem Spezialisten vertrauen.

3. Ihr Hörakustiker guckt sich Ihr Ohr genau an, schaut nach Vorerkrankungen oder Auffälligkeiten. Dann ermittelt er die individuellen Kenndaten des Gehörs und erstellt ein Ton- und Sprachaudiogramm. Dabei ist es wichtig, dass Sie ihn darüber informieren, in welchen Situationen Ihnen das Hören besonders schwerfällt - bei Gesprächen in der Gruppe, im Beruf, beim Fernsehen...

4. Es gibt verschiedene Hörsystem-Varianten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hinter-dem-Ohr- und Im-Ohr-Geräten. Ihr Hörakustiker berät Sie ausführlich über die jeweiligen Vorteile der unterschiedlichen Hörsysteme und passt sie an Ihr individuelles Hörprofil an. 

5. Ohren sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Damit das Hörsystem einwandfrei sitzt, fertigen Hörakustiker individuelle Ohrpassstücke, sogenannte Otoplastiken an.

6. Ihr Hörakustiker testet mit Ihnen mehrere Hörsysteme, darunter auch mindestens ein aufzahlungsfreies. Da Hören subjektiv unterschiedlich empfunden wird, sollten Sie sich Zeit nehmen, um die Geräte auszuprobieren.

7. Hörentwöhnte Menschen müssen sich nach einer Hörsystemversorgung oft erst wieder an die Flut an Höreindrücken gewöhnen, ähnlich einem Menschen, der stundenlang in einem dunklen Raum saß und dann ins Sonnenlicht tritt. Konsequentes Tragen unterstützt und verkürzt die Gewöhnungsphase erheblich. In dieser Zeit wird der Hörakustiker Ihre Hörsysteme immer wieder nach Ihren Erfahrungen und Wünschen nachjustieren.

8. Von Ihrem Hörakustiker erfahren Sie, wie Sie Ihr Gerät am besten pflegen und bedienen. Fragen Sie unbedingt nach, wenn Ihnen etwas unklar bleibt, denn nur dann können Sie Ihr Hörsystem und seine Funktionen voll ausschöpfen.

9. Während der sechsjährigen Versorgungsdauer können Sie sich bei Problemen an Ihren Hörakustiker wenden. Sein Service umfasst u.a. die Reinigung der Ohrpassstücke, Batterie- und Schallschlauchwechsel, Nachbearbeitung und Erneuerung der Otoplastik, das Nachjustieren der Hörsysteme, Reparaturen bis zu einem gewissen Grad sowie Hörberatung und Hörtraining.

10. Hörakustiker sind auch die richtigen Ansprechpartner, wenn es um Prävention geht. Sie beraten u.a. zum Thema Gehörschutz und technisches Zubehör. Auch bieten die Hörakustiker eine spezielle Tinnitusberatung an und sie sind wichtiger Part in der interdisziplinären Tinnitusversorgung wie auch der Versorgung von Demenzpatienten.

Experten fürs Hören

Je komplexer die Systeme werden, desto beratungsintensiver ist auch die Versorgung, die in der Regel die 15.000 Hörakustiker in Deutschland vornehmen. Dabei gilt es nicht nur, das individuell passende Hörsystem zu finden; dieses muss insbesondere exakt auf den Hörverlust und die Bedürfnisse des einzelnen Menschen eingestellt werden. Hörakustiker verfügen über umfangreiche medizinische Kenntnisse, technisches Wissen, sehr gute handwerkliche Fertigkeiten und psychologische Fähigkeiten.

Hat ein Hörakustiker mit dem Hörgeschädigten das richtige Hörsystem ausgewählt und entsprechend eingestellt, beginnt ein intensiver Prozess der Rehabilitation. Schließlich müssen sich die Betroffenen erst an die neue Hörsituation gewöhnen. Teilweise muss das Hören regelrecht neu erlernt werden. In dieser Phase ist die intensive Betreuung und Beratung durch den Hörakustiker ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung. Die von den Gesundheitshandwerkern erbrachte Dienstleistung erstreckt sich dabei über den gesamten Versorgungszeitraum von sechs Jahren. Danach hat der bei einer gesetzlichen Krankenkasse versicherte Träger Kassenanspruch auf ein neues Gerät.

Beste Beratung

Dass die Beratungsleistung der Hörakustiker sehr gut ist, hat die bundesweit größte Versichertenbefragung durch die gesetzlichen Krankenkassen bestätigt. So sind ca. 90 Prozent der befragten Versicherten sehr zufrieden bis zufrieden mit ihrer individuellen Hörsystemversorgung, und das unabhängig davon, ob sie sich für ein Hörsystem mit oder ohne private Zuzahlung entschieden haben.

Komplette Versorgung

Übrigens: Die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen bei Schwerhörigen mit ärztlicher Verordnung die komplette Versorgung - es wird lediglich die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro fällig. Wünscht der Kunde erweiterte Funktionen für mehr Komfort, Ästhetik oder Bequemlichkeit, kann eine private Zuzahlung erforderlich werden.

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit rund 6.600 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits ca. 3,7 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Daneben organisiert er - wenn der gesetzliche Anspruch besteht - die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen und steht für Wartung und Reparaturen der Hörsysteme bis zu einem gewissen Grad zur Verfügung.

Darüber hinaus berät er zu Gehörschutz und speziellem technischen Zubehör. Der Hörakustiker verfügt über theoretisches Wissen aus der Akustik, Audiologie, Psychologie und Hörsystemtechnik und über praktische Fertigkeiten zur Audiometrie.

Quelle: biha

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