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Corona-Pandemie beeinträchtigt Gesundheitsförderung und Prävention

Bildbeschreibung: Mehrere Frauen die Gymnastik machen
Foto: © Andrea Piacquadio

Die Corona-Pandemie hat weitestreichende Auswirkungen, auch auf die Gesundheit jener, die sich nicht mit dem Virus infiziert haben. Die Gründe sind vielfältig. Angefangen vom geschlossenen Fitness-Center, mangelnde Bewegung durch Homeoffice und veränderte Ernährungsgewohnheiten. Betroffen ist von der Corona-Pandemie jeder. Der GKV-Spitzenverband veröffentlichte zusammenfassen aus dem Präventionsbericht 2021 (2553 kb), hierzu nähere Details:

Die Kranken- und Pflegekassen haben im Jahr 2020 alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Gesundheitsförderungs- und Präventionsangebote für ihre Versicherten auch unter den durch Corona bedingten Einschränkungen vorzuhalten. Dennoch spiegeln sich die Auswirkungen der Pandemie auch in den Ausgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, in Betrieben und für einzelne Versicherte wider: Diese sind auf rund 414 Mio. Euro und damit auf zwei Drittel des Vor-Pandemie-Jahres 2019 gesunken. Das geht aus dem aktuellen Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes und des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) hervor.

Kranken- und Pflegekassen weiterhin verlässliche Partner

Mit dem Zweiten Covid-19-Bevölkerungsschutz-Gesetz wurden der gesetzliche Orientierungswert für Prävention und die Mindestausgabenwerte für das lebenswelt-bezogene Engagement, die betriebliche Gesundheitsförderung sowie die Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen für 2020 ausgesetzt. Damit hat der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung getragen, dass die Covid-19-Pandemie alle Lebensbereiche und damit auch die Möglichkeiten für Gesundheitsförderung und Prävention massiv beeinträchtigt hat. Aber auch ohne gesetzliche Zahlungsverpflichtung haben die Kranken- und Pflegekassen ihr gesundheitsförderliches Engagement in Zusammenarbeit mit den Beteiligten in den Lebenswelten weiter fortgeführt, soweit es die äußeren Bedingungen während der Corona-Pandemie zugelassen haben. Der Umgang mit den Herausforderungen wird im Präventionsbericht auch anhand von Praxis-Beispielen aus den Bundesländern veranschaulicht.

Weniger Aktivitäten umsetzbar

Die Krankenkassen konnten im letzten Jahr 36.311 Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen mit Präventionsmaßnahmen erreichen, die zum Teil allerdings eingeschränkt oder in veränderter Form stattgefunden haben. Das sind 81 Prozent des Vorjahresniveaus.

Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung konnten 2020 selbst unter den begrenzenden Bedingungen von Homeoffice und räumlichen Beschränkungen 16.742 Betriebe und 1.951.975 Beschäftigte angesprochen werden. Die Anzahl der erreichten Betriebe ist damit im Vergleich zu 2019 um 28 Prozent, die der erreichten Beschäftigten um 14 Prozent zurückgegangen.

Die Nutzung individueller Kursangebote lag im Corona-Jahr 2020 bei insgesamt 1.157.305 Teilnahmen und war damit 36 Prozent geringer als im Vorjahr. Dass sie in dieser Anzahl überhaupt stattfinden konnten, machten die Covid-19-Sonderregelungen etwa zu Streaming-Angeboten möglich, die die Krankenkassen für die Kursnutzung aufgelegt haben.

Trotz Covid-19-Pandemie konnten 2020 auch in 1.866 stationären Pflegeeinrichtungen Präventionsangebote umgesetzt werden und damit in nur acht Prozent weniger als im Vorjahr, der Rückgang bei den vorbereitenden Leistungen der Pflegekassen in stationären Pflegeeinrichtungen lag bei 16 Prozent.

„Die Kranken- und Pflegekassen haben im ersten Corona-Jahr 2020 unter erschwerten Bedingungen ihr Gesundheitsförderungs- und Präventionsengagement aufrechterhalten. Aber wenn das gesamte gesellschaftliche Leben eingeschränkt ist, macht dies natürlich auch vor der Gesundheitsförderung und Prävention nicht halt. Es bedarf gemeinsamer Anstrengungen aller verantwortlichen Partner, um wieder dahin zukommen, wo wir vor der Pandemie standen. Denn die Pandemie hat auch gezeigt, wie wichtig die Themen Bewegung, psychische Belastung, Work-Life-Balance und Einsamkeit sind, um nur einige zu nennen“, so Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

„Während der Pandemie standen und stehen selbstverständlich die übertragbaren Krankheiten im Fokus. Aber es gilt, auch den epidemiologisch bedeutsamsten nichtübertragbaren Krankheiten wieder stärker Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kranken- und Pflegekassen engagieren sich hier, soweit dies unter Corona-Bedingungen eben möglich ist“ ergänzt Dr. Stefan Gronemeyer, Geschäftsführer des MDS.

Kooperationsstrukturen in weiten Teilen aufrechterhalten

Der Präventionsbericht wird dieses Jahr durch eine Befragung der Kranken- und Pflegekassen zu den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gesundheitsförderung und Prävention ergänzt, die das IGES-Institut von April bis Juli 2021 auf Initiative des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt hat. Diese bezog sich auf Aktivitäten in den Lebenswelten Kindertagesstätte, Schule und Kommune, in Betrieben, überbetrieblichen Netzwerken und stationären Pflegeeinrichtungen. Sie ergab unter anderem, dass trotz Corona etwa zwei Drittel der Aktivitäten fortgeführt werden konnten, häufig in veränderter, digitaler oder eingeschränkter Form. Der überwiegende Anteil der befragten Kranken- und Pflegekassen gab zudem an, die gemeinsamen Strukturen zur Gesundheitsförderung aufrechterhalten zu haben. Dies machte es möglich, unter Pandemie-Bedingungen flexibel zu agieren und Maßnahmen der Lage entsprechend anzupassen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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