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IW-Konjunkturprognose: Stop-and-go muss ein Ende haben

Bildbeschreibung: Mehrere Fabrik Mitarbeiter/innen die in einer Halle arbeiten in den lauter Pakette stehen.
Foto: © Remy Gieling

Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich 2021 nicht so gut entwickeln wie erwartet. Aktuell beeinträchtigen Materialmangel und stark steigende Infektionszahlen die wirtschaftliche Erholung. 2022 wird das BIP um vier Prozent zulegen, zeigt die neue Konjunkturprognose des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Hohe Infektionszahlen, Materialengpässe, teure Energie und steigende Verbraucherpreise: Nach wie vor belasten die Pandemie und damit einhergehende Transport- und Produktionsprobleme die Wirtschaft. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht in seiner aktuellen Konjunkturprognose gleichwohl davon aus, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um knapp vier Prozent wachsen wird – nach nur 2 ½ Prozent in diesem Jahr. Voraussetzung dafür ist, dass die bestehenden Materialknappheiten im Jahresverlauf gedeckt werden und rasche Impffortschritte erzielt werden. Nur so gewinnen Konsum und Investitionen wieder an Fahrt.

Inflation sinkt

Lieferengpässe und hohe Energie- und Rohstoffpreise haben die Produktionskosten der Unternehmen und damit auch die Inflationsrate nach oben getrieben. In diesem Jahr werden die Verbraucherpreise um rund drei Prozent ansteigen. Für 2022 rechnen die IW-Konjunkturforscher mit einer niedrigeren Inflation von knapp 2 ½ Prozent. Und auch die Probleme am Arbeitsmarkt dürften im kommenden Jahr überwunden werden: Vieles deutet sogar darauf hin, dass die Zahl der Erwerbstätigen den Vorkrisenstand übertreffen wird. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich von 5 ¾ Prozent auf 5 ¼ Prozent sinken.

Staat sollte eine Impfpflicht in Betracht ziehen

Entscheidend für die Entwicklung ist aber, ob das ständige Stop-and-go des Wirtschaftslebens 2022 endlich ein Ende findet. Erneute Lockdowns gilt es unbedingt zu vermeiden. Wie schon im Frühjahr dieses Jahres liegt die Lösung in einem raschen Impffortschritt – die Zahl der Erstimpfungen muss steigen und das Nachimpfen effektiv laufen. „Die Impfkampagne läuft nun seit einem knappen Jahr und trotzdem befinden wir uns in der gleichen Situation wie im vergangenen Winter“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Die kleine Gruppe der Ungeimpften gibt in Deutschland momentan den Takt vor. Wir nehmen in Kauf, dass andere Freiheitsrechte erneut massiv eingeschränkt werden müssen. Das ist nicht akzeptabel.“ Der Staat habe gehofft, auch ohne Impfpflicht eine Immunisierung der Bevölkerung zu erreichen. Das sei nicht passiert. „Die geschäftsführende Regierung und die Ampelkoalitionäre sollten schnellstmöglich klären, ob und in welchem Umfang eine Impfpflicht in Frage kommt“, so Hüther.

Quelle : IWKOELN

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung

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