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Pflegereport: Zahl der Pflegebedürftigen steigt stärker als angenommen

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau und daneben ist eine jüngere Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Deutschland steht womöglich vor einem Pflegenotstand bislang ungeahnten Ausmaßes. Dieses Bild zeichnet der am Mittwoch veröffentlichte Barmer-Pflegereport 2021. Neue Hochrechnungen der Barmer zeigen, dass in knapp zehn Jahren deutlich mehr Pflegebedürftige versorgt werden müssen, als bislang angenommen. Danach sollen bis zum Jahr 2030 bei konservativen Annahmen mehr als 180.000 Pflegekräfte fehlen, auch, weil es mit dann insgesamt rund sechs Millionen Pflegebedürftigen über eine Million Betroffene mehr geben wird als bisher angenommen. Zugleich vergrößert sich damit der Bedarf an Pflegekräften sprunghaft.

Zudem werden in weniger als zehn Jahren knapp drei Millionen Pflegebedürftige ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt und somit rund 630.000 mehr als im Jahr 2020, wie aus dem BARMER-Pflegereport hervorgeht. Außerdem werde es insgesamt eine Million Menschen vollstationär, sowie 1,17 Millionen durch ambulante Pflegedienste versorgte Menschen geben.

So entspreche dies einen Anstieg um gut 200.000 Betroffene (+26 Prozent) in Pflegeheimen und 165.000 Personen, die ambulant versorgt werden (+16 Prozent). „Angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger und der bereits heute großen Zahl an fehlenden Pflegekräften ist Deutschland auf dem besten Wege, in einen dramatischen Pflegenotstand zu geraten. Um diesen abzuwenden, muss die künftige Bundesregierung vor allem die Ausbildung attraktiver machen. Es muss mehr Nachwuchs für die Pflege gewonnen werden“, sagte BARMER-Chef Straub.

Dazu erklärt Diakonie-Vorständin Maria Loheide:

"Der Barmer-Pflegereport macht deutlich, dass der Handlungsbedarf für die Pflege noch akuter ist als bisher gedacht. Schon heute fehlen hunderttausend Pflegekräfte. In den nächsten Jahrzehnten wird die Anzahl der alten und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland rasant ansteigen. Ein Pflegenotstand droht. Der Paradigmenwechsel, der von der neuen Regierung im Koalitionsvertrag angekündigt wird, muss zeitnah und konsequent umgesetzt werden: Der Dreh- und Angelpunkt der Pflegepolitik bleibt die Personalfrage. Wenn es nicht gelingt, die Arbeitsbedingungen in der Pflege spürbar zu verbessern, werden sich Menschen nicht für einen Beruf in der Pflege entscheiden und es wird sich die Situation in der Pflege dramatisch zuspitzen."

Um die pflegerische Versorgung sicherzustellen, muss die Personalausstattung nach dem vorliegenden Personalbemessungsverfahren in der stationären Altenpflege vollständig umgesetzt werden. "Diese Zusage erwarten wir von der Politik. Wir brauchen eine Roadmap, die über das Jahr 2025 hinausgeht und den stufenweisen Personalaufbau in den Pflegeeinrichtungen begleitet. Auch für die ambulante Pflege ist eine Entlastung der Personalsituation notwendig. Das Ziel muss sein, den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen, um Menschen für diesen schönen Beruf zu begeistern und damit Pflegekräfte gesund in ihrem Beruf bleiben können", so Loheide.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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