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Barrierefreie Infrastruktur für E-Ladesäulen

Bildbeschreibung: Ein Auto das an einer E-Ladestation aufgeladen wird.
Foto: © Ernest Ojeh

In den kommenden Jahren werden in Kommunen, an Autobahnen und in städtischen Quartieren hunderttausende neue Ladepunkte für E-Fahrzeuge entstehen. Um diese neue Infrastruktur von Beginn an für alle Menschen zugänglich machen zu können, haben sich die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur und der Berliner Verein Sozialheld*innen, der sich für Disability Mainstreaming einsetzt, zusammengetan. Nach einem ersten Austausch mit Ladeeinrichtungs-Herstellern sowie Ladestationsbetreibern (CPOs) startet jetzt die Einbindung von Menschen mit Behinderung als Expertinnen und Experten in eigener Sache und Verbänden. Das Ziel ist es, konkrete Anforderungen für barrierefreie E-Ladeinfrastruktur zu definieren.

Barrierefreiheit spielte beim Ausbau der Ladeinfrastruktur bis jetzt oft eine untergeordnete Rolle. Das Ergebnis: teils nicht erreichbare Ladesäulen durch hohe Bordsteinkanten, zu hohe Displays, fehlender Platz zum Aussteigen mit Rollstühlen und weitere Barrieren. Konkrete Normen oder Standards zur Umsetzung eines barrierefreien Zugangs speziell zu Lademöglichkeiten gibt es in Deutschland bisher nicht. In den nächsten Monaten wird die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur mit Unterstützung der Sozialheld*innen daran arbeiten, Kriterien dafür zu entwickeln. Mit Compleo CS, Alpitronic und Siemens sitzen auch herstellende Unternehmen von Ladeinfrastruktur mit am Tisch sowie Ionity, Fastned und EnBW mobility+ als CPOs.

"Gesellschaftliche Teilhabe muss allen Menschen möglich sein und endet nicht vor der Ladesäule", sagt Sebastian Lahmann, Leiter des Teams Umsetzen in der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur. "Mit der Workshopreihe 'Barrierefreie Ladeinfrastruktur' wollen wir ein gemeinsames Verständnis für die Anforderungen von Menschen mit Behinderung an Ladeinfrastruktur entwickeln und die Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren."

"E-Mobilität bietet enorme Chancen - vor allem auch in Verbindung mit dem autonomen Fahren. Die Mobilität der Zukunft ermöglicht es damit unter anderem auch blinden Menschen oder solchen, die nicht so gut sehen können, ein Fahrzeug zu führen", so Raul Krauthausen, Gründer des Sozialhelden e.V. und Aktivist. "Damit alle davon profitieren können, brauchen wir eine barrierefreie Infrastruktur. Ich verspreche mir von dieser Zusammenarbeit auch eine wichtige Signalwirkung für andere Bereiche, damit Barrierefreiheit endlich von Anfang an mitgedacht und konsequent umgesetzt wird."

Ein ernsthafter Beteiligungsprozess von Menschen mit Behinderung bietet viele Chancen. "Barrierefreiheit ist für viele Menschen notwendig, es ist aber für alle ein Komfortmerkmal. Untertitel, Sprachassistenten, Videotelefonie - diese Innovationen entstanden ursprünglich, um mehr Teilhabe behinderter Menschen zu ermöglichen. Barrierefreiheit bedeutet gutes Design und wir freuen uns darauf, hier mitgestalten zu können", erklärt Constantin Grosch, der das Projekt bei Sozialhelden e.V. leitet.

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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