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Behindertenbeauftragter fordert: „Euthanasie“-Opfer müssen rasch offiziell anerkannt werden

Bildbeschreibung: Der Behindertenbeauftrage Jürgen Dusel.
Foto: © kk / EU-Schwerbehinderung

Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar fordert Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, dass auch die Opfer der von den Nationalsozialisten durchgeführten und beschönigend genannten „Euthanasie“ offiziell anerkannt werden.

Dusel: „Auch diesem Gedenken muss in Zukunft ein deutlich höherer Stellenwert gegeben werden. Die Opfer dieser Morde, der medizinischen Versuche, der Zwangssterilisationen müssen endlich offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt werden. Der Koalitionsvertrag der Regierungsfraktionen lässt hoffen, denn er verspricht genau dies. Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieser überfällige Schritt rasch vollzogen wird.“

Im Zuge der sogenannten Aktion T4 wurden mehr als 70.000 Morde an Patient*innen aus Heil- und Pflegeanstalten verübt. Insgesamt wurden in Einrichtungen des Deutschen Reichs 200.000 Menschen in verdeckten Aktionen ermordet. Sie wurden vergast oder durch Medikamente getötet. An ihnen wurden medizinische Versuche verübt oder sie wurden „Hungerbehandlungen“ unterzogen. Alles aus Sicht der Nationalsozialisten „Lebensunwerte“ sollte vernichtet werden. Europaweit wird von 300.000 Tötungen ausgegangen. Hinzu kommen 400.000 Opfer von Zwangssterilisierungen.

Dusel weiter: „Ein Tag des Gedenkens lässt uns nicht nur zurückblicken. Er ist immer auch Mahnung für das Heute und Morgen. Wir müssen und wollen aus dem Geschehenen Lehren für unser heutiges Leben ziehen. Das sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig. Und dazu bekennen wir uns als demokratische Gesellschaft. Denn wir profitieren alle davon, wenn unsere Gesellschaft divers und bunt ist!“

Üblicherweise findet am 27. Januar eine Kranzniederlegung mit einem gemeinsamen Gedenken am Gedenkort T4 in der Berliner Tiergartenstraße statt. Pandemiebedingt wird dies in diesem Jahr nicht stattfinden. Jürgen Dusel wird stattdessen am (27. Januar 2022, 7 Uhr) eine Videobotschaft veröffentlichen sowie im Laufe des Tages in aller Stille einen Kranz niederlegen.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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