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UPDATE: die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) stellt neues Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 vor

Bildbeschreibung: Ein Computer mit einen Tabellenprogramm und ein Taschenrechner sind auf dem Foto.
Foto: © William Iven

In einer Pressemitteilung begrüßt der DEKV die PPR 2.0 als Weichenstellung in die richtige Richtung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) haben heute das neue Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 vorgestellt. Es ermittelt den Pflegepersonalbedarf eines Krankenhauses für die unmittelbare Versorgung der Patienten auf allen bettenführenden Stationen. Zudem definiert es die notwendige Pflegepersonalausstattung für die Stationen des gesamten Krankenhauses. „Mit der PPR 2.0 steht nun eine grundlegend überarbeitete und modernisierte Fassung der seit langem bekannten und genutzten Pflegepersonalregelung (PPR) zur Verfügung.

Im Herbst 2019 wurde sie einem Machbarkeitstest unterzogen, an dem sich auch evangelische Krankenhäuser beteiligten. Dabei wurden mehr als 30.000 Datensätze aus 44 Krankenhäusern analysiert. Wir begrüßen diese Interimslösung ausdrücklich. Besonders freut uns, dass mit der Einbindung des Pflegekomplexmaßnahmen-Scores (PKMS) und des Barthel-Index1 auch besonders vulnerable Patientengruppen wie kognitiv oder motorisch eingeschränkte Menschen bei der Bestimmung des Pflegebedarfs berücksichtigt werden. Mit dem neuen Pflegepersonalbemessungsinstrument werden die Weichen in die richtige Richtung gestellt, um Patienten qualifiziert zu versorgen und ihnen die benötigte Zuwendung entgegenzubringen, die den Heilungsprozess unterstützt. Zugleich werden die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden in der Pflege verbessert. Dadurch können Pflegefachkräfte, die aus dem Beruf ausgeschieden sind, zur Rückkehr motiviert werden. Das trägt ebenso zu einer Verminderung des Fachkräftemangels bei wie ein Wegfall der Pflegepersonaluntergrenzen durch die Einführung der PPR 2.0“, betont Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV).


Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung

„In der Natur einer Interimslösung liegt es, dass sie zu einer endgültigen Version weiterentwickelt werden muss. Das ist auch bei der PPR 2.0 der Fall und wir freuen uns darauf, die Expertise des DEKV in diesen Prozess einzubringen. Dabei gehen wir davon aus, dass ein zukünftiges Pflegepersonalbemessungsinstrument Lösungen für die Nachtschicht und die Intensivstation umfasst und Zuwendung als ein wesentlicher Faktor zur Unterstützung der Gesundung künftig noch stärker Berücksichtigung findet. Darüber hinaus ist es uns wichtig, die PPR 2.0 weiter auszudifferenzieren, indem auch der Skill-Mix einbezogen wird: Es muss festgelegt werden, welche Qualifikation Pflegekräfte für die jeweilige Aufgabe benötigen: Das Spektrum reicht von der Pflegehilfskraft über die Pflegefachkraft bis zu akademisch ausgebildeten Mitarbeitenden. Erst auf dieser Basis können Krankenhäuser ihren Pflegepersonalbedarf vor dem Hintergrund der beruflichen Vielfalt der Pflege differenziert planen“, so Radbruch weiter.

Update:

Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE äußert sich in einer Pressemitteilung zur Personalbemessung in Krankenhäusern. Jetzt echte Personalbemessung in Krankenhäusern einführen „Heute ist ein guter Tag für die Pflege im Krankenhaus. Endlich gibt es einen vernünftigen Vorschlag für eine bedarfsgerechte Personalbemessung. Daraus muss jetzt schnell ein Gesetz werden“, erklärt Harald Weinberg, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zur Vorstellung des neuen Konzepts von Ver.di, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und dem Deutschen Pflegerat bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Weinberg weiter: „Es ist bemerkenswert, dass sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft und Ver.di auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen konnten. Hintergrund ist die große Unzufriedenheit mit der jetzigen kümmerlichen Regelung. Die Personaluntergrenzen sind gescheitert, sie müssen dringend ersetzt werden. Am heutigen Tag ist vor allem den Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern zu gratulieren und zu danken, die in den letzten Jahren gegen den Pflegenotstand aktiv geworden sind. Sie haben sich organisiert und gestreikt, erst dadurch sind die Krankenhausgesellschaft und die Bundespolitik in Bewegung gekommen.

Der Gesundheitsminister betont immer wieder, dass er die Arbeitsbedingungen und die Versorgung in den Krankenhäusern verbessern will. Mit dem neuen Instrument kann er seinen Worten Taten folgen lassen, um echte Entlastung zu schaffen. Aber dafür wird es weiter den Druck der Beschäftigten brauchen.“

Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik, und Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik äußern sich in einer Pressemitteilung zur Personalbemessung in der Pflege:


„Wir begrüßen die gemeinsame Initiative der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des Deutschen Pflegerates und der Dienstleistungsgewerkschaft für ein Personalbemessungsinstrument für die Pflege im Krankenhaus.
Bislang hat die Bundesregierung verpasst, die Pflege im Krankenhaus qualitativ aufzuwerten und deren Finanzierung mit einem bedarfsgerechten Personalbemessungsinstrument zu verknüpfen. Es steht zwar mehr Geld für Pflegestellen zur Verfügung, offen erscheint allerdings, ob die Krankenhäuser die Mittel tatsächlich für eine bedarfsgerechte Pflege einsetzen. Mit ihren willkürlichen Untergrenzen hat die Bundesregierung ein populistisches Ausweichmanöver gestartet und ein bürokratisches Monstrum geschaffen.


Der vorgelegte Vorschlag ist eine gute Zwischenetappe bis zum Ziel, den Pflegeberuf aufzuwerten. Es ist nun wichtig, den Dokumentationsaufwand möglichst gering zu halten und zugleich evidenzbasierte Einschätzungskriterien zu schaffen, um den pflegerischen Anteil am Leistungsvolumen von Krankenhäusern sichtbar zu machen. Wir fordern den Bundesgesundheitsminister auf, den Weg frei zu machen, damit die Patientinnen und Patienten gut versorgt und die Arbeitsbedingungen in der Pflege endlich verbessert werden können."

Autor: DEKV / © EU-Schwerbehinderung



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