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Coronavirus: Jens Spahn redet von Epidemie

Bildbeschreibung: Jens Spahn beim Interview im Deutschen Bundestag.
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Das Coronavirus (COVID-19) breitet sich immer mehr aus und es scheint so, als ob um das Virus gezielt Panik gemacht, oder die Situation bewusst verharmlost wird. Das hat sich gestern gezeigt, als in den Medien die Schlagzeilen verbreiteten, das es in Europa den ersten Coronavirus- Toten gegeben hat. Das es sich dabei um einen chinesischen Staatsbürger handelte, der als Tourist in Frankreich war, wurde nur beiläufig erwähnt. Jens Spahn (CDU) wurde in seiner Rolle als Bundesgesundheitsminister immer wieder von Fachleuten kritisiert. Diese warfen ihm konkret vor, er würde die Situation "herunterspielen".

Aktuell sind es weltweit fast 70 Tausend infizierte und gibt es über 1600 Menschen, die an dem Virus verstorben sind. Jens Spahn redet mittlerweile über Twitter offiziell von einer Epidemie: "Das zeigt einmal mehr: Diese Epidemie bekommen wir nur in den Griff, wenn wir vorsichtig, aber angemessen reagieren." Geschrieben hat Jens Spahn diese Aussage über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die Aussage steht im Zusammenhang einer Nachricht, bei der Spahn sich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Bundeswehr bedankte: "Ich freue mich sehr, dass die ersten Rückkehrer aus Wuhan gesund zu ihren Familien zurückkehren können. Danke an @roteskreuz_de und @bundeswehrInfo, die sich die letzten beiden Wochen so gut um sie gekümmert haben... Und Danke an die Landesregierung und die regionalen Behörden für die gelungene Organisation und Zusammenarbeit. Eine Quarantäne ist für alle Beteiligten keine einfache Situation. Aber sie war notwendig, um die Rückkehrer selbst, ihr Umfeld und gesamte Bevölkerung zu schützen. So konnten gleich zu Beginn zwei Infizierte entdeckt und separat klinisch behandelt werden. Das zeigt einmal mehr: Diese Epidemie bekommen wir nur in den Griff, wenn wir vorsichtig, aber angemessen reagieren." Erst neulich hatte sich Spahn ( wir berichteten ) im Plenum des Deutschen Bundestag geäußert. Da stellte Spahn dar: "Eine Pandemie könne derzeit auch noch nicht ausgeschlossen werden. Die Gesundheitsgefahren für Deutschland würden jedoch vom Robert-Koch-Institut (RKI) als gering eingeschätzt.". Für die Bekämpfung des Coronavirus will die Bundesregierung bis zu 23 Millionen Euro zusätzlich aufwänden. ( wir berichteten )

Ganz anders scheint sich die Situation auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ zu entwickeln. Dort sind mittlerweile 355 Menschen auf das Virus positiv getestet worden. Sowohl die Vereinigten Staaten, Kanada und Hongkong, bereiten Charterflüge vor, um ihre Landsleute vom Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ zu holen.

Weitere Folgen durch den Coronavirus, sind die Kreuzfahrt- Touren der AIDA. Die „Aida Vita“ und „Aida Bella“ werden ihre Touren vorzeitig beenden. Die „AIDAvita“ werde bereits am 16. Februar in Laem Chabang bei Bangkok ihre Asien- und Australiensaison beenden, die „AIDAbella“ am 17. Februar, teilte die Reederei mit. Ihre Fahrten enden heute, am Sonntag, dem 16. Februar, in Laem Chabang/Bangkok in Thailand. Der Reiserechtler Paul Degott geht davon aus, dass eventuell Schadensersatzansprüche gegenüber gestellt werden können, wenn der Veranstalter aus planerischen Gründen absagt und kein außergewöhnlicher Umstand von Außen vorliegt. Gegen über "Welt" sagte Degottt: „Ich würde 50 Prozent des Reisepreises taxieren.“

Der Virologe Christian Drosten, hat sich am Mittwochabend, bei einer gemeinsamen Vorlesung der Charité und der London School of Hygiene and Tropical Medicine, die in Berlin statt gefunden hatte, eher negativ zur Lage geäußert. Er geht davon aus, dass sich der Coronavirus weiter verbreitet und es zu einer Pandemie kommen wird. Anders bewertet Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), die Situation und warnte vor Panikmache: "Wir schätzen das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland weiter als niedrig ein", sagte Wieler in einem Reuters-TV Interview. Anders schätzt Wieler die Situation bei verarmten Ländern ein. "Das ist eine sehr dynamische Situation. Die Möglichkeit der Verbreitung ist groß", sagte er gegenüber Reuters.

Etwas verwirrend ist die Lage um das Kreuzfahrtschiff "Westerdam". Dieses Schiff durfte, aus Angst vor dem Coronavirus, in mehreren asiatischen Häfen nicht anlegen. Am Freitag wurde gemeldet, dass etwa 500 Menschen in Kambodscha an Land gehen durften. Darunter auch 57 Deutsche, die von Mitarbeitern der Deutschen Botschaft in Empfang genommen wurden. Heute dann die Meldung, das eine 83-jährige Amerikanerin bei ihrer Weiterreise über Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus in Kuala Lumpur gemacht worden sei.

Flugreisende aus China werden nach ihrer Ankunft in Bayern und Hessen ab jetzt noch genauer als bisher nach einem möglichen Corona-Virus-Kontakt befragt. Ein entsprechendes Verfahren hatte das Bundesgesundheitsministerium auf Grundlage von Empfehlungen des EU-Gesundheitsministerrats angeordnet. Aktuell gibt es Direktflüge aus China nur nach Bayern und Hessen.

Das Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege teilte gestern mit: "Hessen und Bayern aktualisieren Verfahren für Einreisende aus China"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte dazu: "Wir müssen bei der Einreise aus China wissen, wer Kontakt mit infizierten Patienten hatte und wer aus Infektionsgebieten kommt. Das ermöglicht eine konkrete Testung am Flughafen. Das ist eine der Lage angemessene Methode, um die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und Europa zu verhindern. So haben wir es auf dem EU-Gesundheitsministerrat am Donnerstag beschlossen. Und so setzen wir es nun auf nationaler Ebene direkt um. Dieses mit unseren europäischen Partnern abgestimmte Vorgehen war mir wichtig. Denn nur gemeinsam werden wir die Epidemie eindämmen."

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml unterstrich: "Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität. Deshalb freue ich mich, dass wir uns konstruktiv mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem hessischen Sozialministerium abstimmen konnten, um eine bundeseinheitliche Regelung zu erreichen."

Kai Klose, Hessischer Minister für Soziales und Integration, betonte: "Wir beobachten einen weiteren Anstieg der Fallzahlen in den Risikogebieten in China sowie weiterhin Einzelfälle außerhalb Chinas. In der aktuellen Situation ist die Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nach wie vor gering. Wir arbeiten daran, dass das so bleibt. Hierfür sind die von uns eingeleiteten Maßnahmen geeignet und werden kontinuierlich evaluiert."

Konkret werden Flugreisende aus China ab heute befragt, ob sie Kontakt mit Corona-Virus-Infizierten hatten oder sich im Infektionsgebiet aufgehalten haben. Der Bund hat dazu die aus China (einschließlich Hongkong und Macau) ankommenden Fluggesellschaften verpflichtet, zusätzlich zur bisherigen Aussteigekarte eine aus drei Fragen bestehende Selbstauskunft auszufüllen, die gemeinsam mit einem mehrsprachigen Informationsblatt an Bord verteilt werden muss. Bereits jetzt sind Flugkapitäne verpflichtet, Personen an Bord zu melden, die offensichtlich krank sind oder eine ansteckende Krankheit haben könnten. Mit der Selbstauskunft erhält die Flugzeugbesatzung eine zusätzliche Entscheidungshilfe für eine solche Meldung. Sollte eine solche Person gemeldet werden, wird der Medizinische Dienst am Flughafen informiert, ein Arzt untersucht den Passagier an Bord und entscheidet über das weitere Vorgehen.

Nachdem die Lufthansa ihre Direktflüge von und nach China bis zum Ende des Winterflugplans eingestellt hat und auch die Direktflüge chinesischer Fluggesellschaften nach Düsseldorf und Berlin ab dem Wochenende eingestellt werden, bestehen direkte Verbindungen zwischen China und Deutschland nur noch über die Flughäfen Frankfurt am Main und München. Sie verfügen über die nötige besondere Infrastruktur am und um den Flughafen, um potenziell infektiöse Passagiere zu transportieren, zu diagnostizieren und klinisch zu versorgen.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt in der gegenwärtigen Situation, in der die meisten Fälle im Zusammenhang mit einem Aufenthalt im Risikogebiet oder lokalen Clustern (lokale Häufungen) auftreten, eine Eindämmungsstrategie. Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen das Ziel, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern. Um das zu erreichen, müssen Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrochen werden. Dies gelingt nur, wenn Kontaktpersonen von labordiagnostisch bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos identifiziert und für 14 Tage (maximale Dauer der Inkubationszeit) in häuslicher Quarantäne untergebracht werden. In diesen 14 Tagen ist das Gesundheitsamt mit den Betroffenen täglich in Kontakt, um rasch zu handeln, falls Symptome auftreten sollten.

Ziel dieser Strategie ist es, sich bestmöglich vorzubereiten und mehr über die Eigenschaften des Virus zu erfahren, Risikogruppen zu identifizieren, Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen vorzubereiten, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, antivirale Medikamente und die Impfstoffentwicklung auszuloten. Auch soll ein Zusammentreffen mit der aktuell in Deutschland und Europa laufenden Influenzawelle soweit als möglich vermieden werden, da dies zu einer maximalen Belastung der medizinischen Versorgungsstrukturen führen könnte.

Um die Ausbreitung übertragbarer Atemwegserkrankungen allgemein zu vermeiden, sollten eine gute Händehygiene und Abstand zu Erkrankten eingehalten sowie auf eine Husten- und Nies-Etikette geachtet werden: Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg. Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich von anderen Personen abwenden. Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen! "Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle grundsätzlich überall und jederzeit angeraten", so Hessens Sozial- und Integrationsminister Kai Klose abschließend.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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