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Ärzteschaft zeigt Perspektiven für die Zukunft der Gesundheitsversorgung

Bildbeschreibung: Auf dem Bild ist die Hand eines Arztes zu sehen, die einen Patienten berührt
Foto: © Fernando Zhiminaicela

Die Corona-Krise hat den Stellenwert für die Digitalisierung in vielen Bereichen erhöht. Ob im Homeoffice, oder bei der Kommunikation mit Behörden. Selbst soziale Kontakte haben sich immer mehr in das Internet verlagert. Bei der Gesundheitsversorgung, gewann die Digitalisierung immer mehr an Bedeutung. Doch gerade hier gibt es immer noch Lücken, wie die Bundesärztekammer in einem Positionspapier (405 kb) darstellt.

In dem Positionspapier sieht man in folgenden Punkten strukturelle Defizite aufgelistet:

  • Es fehlt die flächendeckende Verfügbarkeit eines digitalen kontinuierlichen, sensorgestützten Monitorings bei ambulanten chronisch kranken Patienten (beispielsweise bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen und chronischen Lungenerkrankungen), Patienten in häuslicher Quarantäne oder in Pflegeeinrichtungen. Ein solches Monitoring bietet das Potential der Frühdetektion akuter Verschlechterungen.
  • Es gibt keine sichere Messenger App, die von allen Ärztinnen und Ärzten zur schnellen innerärztlichen Kommunikation genutzt werden kann.
  • Auch fehlt die ausreichende digitale Anbindung von Ärzten an ihre Körperschaften sowie zum Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Das Resultat sind fehlende strukturierte Meldewege für eine einheitliche Corona-Dokumentation und für eine Koordinierung der Versorgung.
  • Ein wichtiger Baustein für eine flächendeckende Verfügbarkeit einer abgesicherten virtuellen Identität (Digitaler Ausweis, Beispiel: Single Sign-on) wäre der Betrieb eines übergreifenden Identitätsmanagements (beispielsweise ein Identity Access Management (IAM)-System) mit gesichertem Nachweis des Arzt-Attributs. Ein solches System würde den Ärzten eine einfache Möglichkeit bieten, sich auf verschiedenen Plattformen mit einem einmaligen Login als Ärzte zu identifizieren.
  • Das Fehlen einer etablierten Erprobungs- und Testregion, um schnell Entwicklungen zu testen und bei positiven Effekten auszurollen. Diese dauerhaft etablierte Erprobungsregion könnte auch von weiteren Partnern des Gesundheitssystems (Software und pharmazeutische Industrie, App-Hersteller) genutzt werden, ohne dass es immer wieder zu einer für alle Seiten aufwändigen Suche und dem erneuten zeit- und kostenintensiven Aufbau von Teststrukturen kommt.
  • Die immer noch zwischen den einzelnen Softwaresystemen bestehende mangelnde Interoperabilität, die auch ein Geschäftsmodell einiger Softwarefirmen ist, führte zu Verlust und ständiger Neuerhebung von medizinischen Daten innerhalb der Versorgungsketten von Patientinnen und Patienten.
  • Auch die Kommunikation von Pflegeheimen im Kontext der medizinischen Versorgung zeigt sich gerade in Pandemiezeiten als besonders anfällig für Störungen, weil es wenig standardisierte und etablierte Kommunikationswerkzeuge zwischen diesen Bereichen gibt.

„Wir brauchen jetzt den entscheidenden Digitalisierungsschub zur weiteren Bekämpfung der Pandemie. In den letzten Monaten sind viele digitale Angebote entwickelt worden, aber es bleiben Schwachstellen. Wir zeigen in unserem Positionspapier Lösungen und Perspektiven für die digitale Transformation der Medizin auf. Diese kann aber nur gelingen, wenn auch die notwendige Infrastruktur aufgebaut und die entsprechenden Ressourcen freigegeben werden.“ Diese Zwischenbilanz zog Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der Vorstellung des Positionspapiers „Digitale Transformation in der Medizin in Pandemiezeiten“.

„Wir müssen die Versorgung digitaler denken. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir von einem ungehinderten Informationsfluss entlang des medizinischen Versorgungsprozesses noch weit entfernt sind“, betonte Dr. Peter Bobbert, Co-Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Digitalisierung der Gesundheitsversorgung“. Probleme bereite insbesondere der Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren und Einrichtungen. Abhilfe schaffen könnten aus Sicht der Ärzteschaft unter anderem digitale Melde- und Informationswege, ein plattformübergreifendes Identitätsmanagement für Ärztinnen und Ärzte oder eine sichere Messenger-App zur innerärztlichen Kommunikation, so Bobbert.

„Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten ist sicherlich, dass Videokonferenzen einen positiven Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung leisten können. Das gilt sowohl in der Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten als auch beim kollegialen Austausch“, sagte Erik Bodendieck, der ebenfalls dem BÄK-Digitalisierungs-Ausschuss vorsitzt. Die Ärzteschaft plädiere dafür, diesen Weg konsequent weiterzugehen und eine sichere und zuverlässige Infrastruktur für Videokonferenzen aufzubauen. Auch die vorübergehend eingeführte Möglichkeit zur Krankschreibung nach ausschließlich telemedizinischer Konsultation habe sich bewährt. „Digitale Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten können die Patienten schützen und die Praxen entlasten. Alle sich im täglichen Gebrauch als sinnvoll bewährenden digitalen Anwendungen sollten dauerhaft in die haus- und fachärztliche Versorgung eingeführt werden“, so Bodendieck.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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