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Experten fordern mehr Fachpersonal zum Schutz vulnerabler Gruppen

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau mit einem Gehstock.
Foto: © Sabine van Erp

Wie können alte und pflegebedürftige Menschen besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden? Diese Frage beantwortet eine Expertengruppe des Ärztlichen Pandemierats der Bundesärztekammer in einem aktuellen Positionspapier. Nach den Thesen zum verantwortungsvollen Umgang mit Corona-Schnelltests vom Dezember vergangenen Jahres ist es das zweite Papier, dass das fächerübergreifend besetzte Expertengremium nun vorlegt.

"Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen tragen ein besonderes hohes Risiko, schwer an einer Corona-Infektion zu erkranken oder sogar daran zu sterben. Es ist eine zentrale Aufgabe des Krisenmanagements in der Pandemie, diese Menschen besser zu schützen", sagt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, anlässlich der Vorstellung des Positionspapiers.

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Heime müssten noch stärker als bisher bei der Umsetzung von Hygieneplänen unterstützt werden. "Wir brauchen pragmatische Lösungen, um schnell und unbürokratisch zusätzliche Mitarbeiter zur Infektionsprävention und zur Kompensation von infizierten und erkrankten Mitarbeitern zu qualifizieren", so Reinhardt. Der Schutz vulnerabler Gruppen sei Grundvoraussetzung für die Lockerung der Corona-Maßnahmen und die schrittweise Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität.

"Die Corona-Pandemie hat deutlich aufgezeigt, welche strukturellen Defizite während der Pandemie bei einem relevanten Teil der Heime vorlagen", betont Prof. Dr. Jürgen Bauer, Mitautor des Positionspapiers und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Eine Pandemie sei nicht aus der Versorgungsroutine heraus zu bewältigen. "Wir werden in bessere Strukturen investieren müssen, wenn wir zukünftig besser vorbereitet sein wollen", so Bauer.

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Die Expertengruppe des Pandemierats weist in diesem Zusammenhang auf den schon lange bekannten Fachkräftemangel in den Heimen hin. Es sei nun geboten, "eine bedarfsgerechte qualitative und quantitative Personalausstattung der Pflegeeinrichtungen zu definieren, die am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Bewohner orientiert ist", fordern die Experten. Um die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern, reiche eine höhere Vergütung allein nicht aus. Notwendig seien auch bessere Arbeitsbedingungen, Ausbildungsanreize und Personalentwicklungskonzepte.

Zudem weist der Rat auf die Bedeutung einer adäquaten Information und Kommunikation zur Vorbeugung von Infektionen hin. Es bedürfe hochwertiger Beratungen und Schulungen durch erfahrenes Hygienefachpersonal vor Ort. Notwendig seien zudem Informations-materialien, die die Heterogenität der Mitarbeiter bezüglich ihrer Vorkenntnisse und ihrer Sprachniveaus berücksichtigen, heißt es in dem Positionspapier. Darüber sollten die Alten- und Pflegeheime bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten von interdisziplinären und interprofessionellen Teams fachlich beraten werden.

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Das Papier "Schutzkonzept für Alten- und Pflegeheime: Lessons Learned" der Arbeitsgruppe II des Ärztlichen Pandemierats kann im Internet unter www.baek.de/pandemierat-schutzkonzept heruntergeladen werden.

Mit der Frage effizienter und nachhaltiger Testkonzepte in Wohn- und Pflegeeinrichtungen für Senioren wird sich auch die Arbeitsgruppe Teststrategie des Ärztlichen Pandemierats befassen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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