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Nachholprogramm für Schüler*innen muss umgehend starten

Bildbeschreibung: Kind mit einem Buch vor dem Gesicht
Foto: © Christian Draheim

Die Corona-Pandemie wirkt wie ein "Brennglas", wie schon häufig verdeutlicht wurde. Jedoch wer schaut durch das Brennglas und wird sich den Problemen annehmen? Oder wird es eine "Nachgangs Behandlung" nach der Pandemie die vielleicht nie enden könnte da uns immer neue Mutationen das Leben erschweren? Das sind offene Fragen mit viel Spekulationsraum. Eines wird aber immer deutlicher und mag auch der Grund sein, warum sich keiner an einen erneuten Lockdown der Schulen rantraut, obwohl bereits viele Politiker die Schulen als eines der Orte ansehen, die mit am steigen der Infektionszahlen beteiligt sind.

Erneute Schließungen der Schulen hätte für viele Kinder und Jugendlichen sicherlich fatale Folgen. Gerade weil Homeschooling eben nicht mal eben umgesetzt wird.

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Da gibt es Familien, die mit begrenzten Wohnraum den Kindern einen Raum bieten müssen um Homeschooling zu ermöglichen. Kaum machbar, wenn sich mehrere Kinder einer Familie, das Kinderzimmer teilen müssen. Selbst der Internetanschluss, nicht immer selbstverständlich und das Smartphone plus Computer zum lernen, schon gar nicht. Somit werden die sozialen Unterschiede dem Lernen nicht förderlich. Dabei ist "digitales Lernen" nichts neues. Schon im Jahre 2009 wurde der Bundeskanzlerin Angela Merkel, das digitale Klassenzimmer vorgestellt und man hätte erwarten können, dass ihre Begeisterung die Integration der digitalen Welt in das Schulsystem beschleunigt. Hat es aber nicht. Der Digitalausbau ist in vielen Regionen nicht erfolgt, so dass "Homeschooling" schon technisch teilweise nicht möglich ist.

Auch vom Sozialverband Deutschland (SoVD) kommt Kritik: „Gute Bildung und Ausbildung sind das Fundament für den weiteren Lebensweg der jungen Menschen und diesen dürfen wir ihnen nicht verbauen“, mahnt SoVD-Präsident Adolf Bauer. Doch genau das passiert gerade. Aus Sicht des SoVD haben die Corona-bedingten Schulschließungen auf erschreckende Weise deutlich gemacht, wie schnell Kinder aus sozial benachteiligten Familien — und dies betrifft viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf – von gleichberechtigter Bildungsteilhabe ausgeschlossen sind beziehungsweise sein können. „Inzwischen haben wir 14 Monate Pandemie hinter uns und noch immer gibt es keinen finalen Plan, wie die entstandenen Lerndefizite kompensiert werden sollen“, kritisiert Bauer. Und der SoVD-Präsident fordert: „Wir brauchen schnelle und unbürokratische Lösungen. Die Politik muss endlich in den Handlungsmodus umschalten.“

Der SoVD begrüßt den Vorschlag von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, ein bundesweites Nachholprogramm zu starten. Für den SoVD ist es jedoch nicht nachvollziehbar, dass dies erst im Herbst starten soll. „Seit Monaten entstehen Defizite, die von Woche zu Woche größer werden und zu Frust und Resignation führen. Insofern ist es nicht vertretbar diesen Zustand noch weiter in die Länge zu ziehen“, so Bauer. Zum Einsatz kommen könnten Nachwuchslehrer*innen im Studium, pensionierte Lehrkräfte, Volkshochschulpersonal aber auch externe Anbieter.

„Entscheidend ist, dass den Schüler*innen schnell geholfen wird. Was spricht also dagegen, dass beispielsweise ältere Schüler*innen Jüngeren helfen? Sie könnten als Patin beziehungsweise Pate fungieren“, schlägt Bauer vor.

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Darüber hinaus fordert der SoVD, dass es für jede Schule eine IT-Expertin oder einen Experten geben muss. „Es kann nicht sein, dass die Lehrerinnen und Lehrer sich auch noch mit den technischen Herausforderungen auseinandersetzen müssen“, sagt Bauer. Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in Deutschland einen ordentlichen Schub verpasst. Umso wichtiger ist es nun, dass Lehrer*innen schnellstmöglich eine Schulung zur Handhabung des digitalen Handwerkszeugs erhalten.

Sorge bereitet dem SoVD-Präsidenten zudem die rückläufige Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. „Wenn ich sehe, dass im vergangenen Jahr 9, 4 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden als im Vorjahr, dann stimmt mich das nachdenklich. Millionen Schülerinnen und Schüler beenden im Sommer ihre schulische Ausbildung und brauchen eine Perspektive. Hier ist die Bundesregierung aufgefordert zu handeln.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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