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Monitoringstudie der VdPB zum Pflegepersonalbedarf: In etlichen Regionen Bayerns ist Versorgungssicherheit massiv gefährdet

Bildbeschreibung: Eine Frau mit einer Mundmaske.
Foto: © Vlada Karpovich

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) hat das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) und das Freiburger Institut AGP Sozialforschung mit einer regionalisierten Pflegepersonalbedarfsstudie beauftragt und die vorläufigen Ergebnisse der Gesamtstudie mit Bayerns Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek diskutiert. Nach der Präsentation der Sekundärdatenanalyse im November stellten die Vertreter der beiden mit der Studie beauftragten Institute, Prof. Dr. Michael Isfort für das dip und Prof. Dr. Thomas Klie für AGP Sozialforschung, am Freitag auf den Erkenntnissen der Studie beruhende Thesen und Handlungsempfehlungen zur Bedarfsplanung vor. Die Studie ist als fortlaufendes Monitoring angelegt, das in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden und so auch Entwicklungen im Pflegepersonalbedarf zuverlässig dokumentieren soll.

Mit dem Index pflegerische Versorgungssicherung entwickelten die Forscher im Rahmen der Studie ein neues Analyse-Instrument, das künftig nicht nur der Beschreibung von Bedarfslagen dient, sondern auch als Steuerungsinstrument auf regionaler bis hin zur kommunalen Ebene einsetzbar ist. „Wir haben mit dem Versorgungssicherheits-Index ein Modell entwickelt, mit dem man sehr viele Kennzahlen aussagekräftig zueinander ins Verhältnis setzen kann. So ist dabei beispielsweise berücksichtigt, wie viele Pflegende durch die Zahl der in einer Region vorhandenen Einrichtungen der Langzeit- und der Akutpflege bereits gebunden sind. Dazu ins Verhältnis gesetzt haben wir prognostische Kennzahlen zur demografischen Entwicklung und auch Daten zur Ausbildungskapazität einer Region, die Aussagen darüber erlauben, wie viele Fachkräfte nachrücken können“, erläutert Michael Isfort. Der so ermittelte Index gibt Auskunft darüber, wie gut die Versorgungssicherheit in einer Region ist – je höher der Wert, desto schlechter der Ausblick. „Gleichzeitig zeigt der Index aber auch an, auf welchen Ebenen gegengesteuert werden kann. So ist beispielsweise die Versorgungssicherheit in München besonders gefährdet, hier kann bei der prognostizierten Entwicklung ohne Eingreifen nicht einmal der Bestand gesichert werden, weil die Ausbildungskapazität schon dafür nicht ausreichend ist“, führt Isfort aus.

Die Studie hat wegen der größeren Aussagekraft die bayerischen Planungsregionen berücksichtigt und hat die Werte nicht auf Landkreisebene ermittelt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Index in sechs bayerischen Regionen deutlich über dem Durchschnitt liegt und somit als kritisch bewertet werden muss. So muss in den Planungsregionen Main-Rhön im nördlichen Bayern, Donau-Wald im Osten, den westlich gelegenen Regionen Donau-Iller und Augsburg sowie den Regionen München und Südostoberbayern mit größeren Herausforderungen hinsichtlich der pflegerischen Versorgung gerechnet werden. Eine der dringendsten Empfehlungen der Pflegeforscher an die bayerische Politik, um diesen Herausforderungen frühzeitig gegensteuern zu können: eine verpflichtende Registrierung für beruflich Pflegende in Bayern durch die VdPB.

Moderiert wurde die Hybrid-Veranstaltung, zu der rund 90 Gäste online zugeschaltet waren, von dem Sozial- und Gesundheitspolitik-Journalisten Nikolaus Nützel, der in einem intensiven Gespräch mit Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Holetschek insbesondere die Abkehr von einer Pflegeplatzgarantie hin zu einer Pflegestrukturgarantie diskutierte, wie sie die Studienergebnisse nahelegen und die Forscher empfehlen. Was die Ergebnisse für die einzelnen Regionen in Bayern bedeuten und welche unterschiedlichen Herausforderungen auf sie zukommen, wird im Herbst 2021 in bereits terminierten Regionalkonferenzen der VdPB vorgestellt.

„Wenn man eine so umfangreiche Studie beauftragt, geschieht das selten ohne gewisse Erwartungen an die Ergebnisse. Und die Profession Pflege erlebt die Personalnot schon seit vielen Jahren, im Übrigen auch ohne Pandemie. Dennoch ist es immer ein wenig erschreckend, wenn die Befürchtungen bestätigt und mit Zahlen hinterlegt werden“, stellt VdPB-Präsident Sigl-Lehner fest und betont. „Die VdPB ist entschlossen, den Herausforderungen die Kraft der Selbstverwaltung der Profession Pflege entgegenzusetzen und ihren Beitrag zur Bewältigung zu leisten. Wenn wir den notwendigen Rückhalt der Politik dafür bekommen, können wir gemeinsam auf Landes- und auf regionaler, beziehungsweise auch kommunaler Ebene die Probleme angehen.“

Autor: vdap / © EU-Schwerbehinderung



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