EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik, Behinderung, Schwerbehinderung, Nachrichten

Rente: BMWi-Gutachten rechnet mit steigenden Finanzierungsproblemen

Bilbeschreibung: Ein älterer Mann und eine ältere Frau die spazieren gehen.
Foto: © Micheile Henderson

Der wissenschaftliche Beirat beim Wirtschaftsministerium kommt in einem Gutachten zu dem Ergebnis, dass 2060 über die Hälfte des Bundeshaushalts in die Rentenkasse fließen muss, wenn es keine Reformen gibt. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert das Gutachten als Panikmache.

„Bisher hat sich gerade in Krisenzeiten die gesetzliche Rente als stabile Säule der Altersvorsorge erwiesen. Dass die private Altersvorsorge nicht hält, was sie verspricht, zeigt sich in der Praxis immer wieder. Das was der wissenschaftliche Beirat hier macht, ist Panikmache.“

Um diesen Inhalt anzusehen,
akzeptieren Sie bitte alle Cookies

Nach Einschätzung des VdK beruht die Berechnung zur Entwicklung der Finanzierung der Rentenversicherung bis 2060 auf unseriösen Annahmen. Es ist heute noch nicht absehbar, wie sich der Bundeshaushalt und die Demographie bis zum Jahr 2060 entwickeln. „Das grenzt an einen Blick in die Glaskugel“, wirft Bentele den Gutachtern vor.

Nach Ansicht des VdK handelt es sich um ein reines Rentenkürzungsprogramm, wenn der Renteneintritt an die durchschnittliche Lebenserwartung gekoppelt werden soll. Das würde alle, die physisch oder psychisch hart arbeiten, hart treffen. Bentele: „Die Pflegerin oder der Paketzusteller halten schon jetzt kaum bis zur Rente durch. Eine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze wäre für diese Menschen eine weitere Kürzung ihrer Rente. Zudem stirbt schon heute jeder siebte Deutsche vor Erreichen des Rentenalters. Bei einer Rente mit 70 würde mehr als jeder Fünfte vor Erreichen des Rentenalters sterben.“

Die Gutachter schlagen auch vor, dass aktuelle Rentner geringere Rentenanpassungen erhalten sollen als künftige Rentner. Bentele lehnt das strikt ab: „Wenn wir jetzt aktuelle gegen künftige Rentnerinnen und Rentner ausspielen, spaltet das die Gesellschaft weiter. Das ist sozialer Zündstoff.“

Die Vorschläge sind mit dem VdK nicht umzusetzen. „Das ist keine Reform, das sind reine Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Rente. Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, muss von seiner Rente leben können. Statt Rentenkürzungen brauchen wir ein Rentenniveau von mindestens 50 Prozent und eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle einzahlen: auch Beamte, Politiker und Selbstständige“, fordert Bentele.

Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, teilt zum Renten-Gutachten des wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium mit:

"Damit für heutige und zukünftige Rentnerinnen und Rentner der Lebensstandard im Alter wieder gesichert wird, führt an der Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung kein Weg vorbei.“ Weiter teilt Birkwald mit:
Die Mär von einer nicht mehr finanzierbaren gesetzlichen Rente, die Professor Axel Börsch-Supan als Autor des Gutachtens für das Bundeswirtschaftsministerium seit Jahren faktenfrei in die Welt posaunt, ist ausgemachter Blödsinn. Der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung liegt mit 18,6 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1993. Mit einer moderaten Anhebung des Beitragssatzes auf 20,6 Prozent ließe sich das von der LINKEN geforderte Rentenniveau von 53 Prozent problemlos realisieren.

Eine Durchschnittsverdienerin oder einen Durchschnittsverdiener ebenso wie deren Chefinnen und Chefs würde dies lediglich knapp 35 Euro im Monat kosten. Die Renten würden dagegen um zehn Prozent steigen. Davon würden selbstverständlich auch die heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren, da sie sich weniger Sorgen um ihren späteren wohlverdienten Ruhestand machen müssten.

Der vom wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium geforderten weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze können vielleicht dessen Mitglieder entspannt entgegenblicken, für eine Altenpflegerin oder einen Fliesenleger bedeutete sie allerdings nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.

Newsletter

Post von der Redaktion EU-Schwerbehinderung

Kostenlos per E-Mail in Ihrem Posteingang

Newsletter bestellen

Anstatt die Regelaltersgrenze realitätsfremd immer weiter anzuheben, machen wir LINKEN uns für alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen sowie kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten stark, damit mehr Menschen in die Lage versetzt werden, trotz steigenden Alters ihren Beruf weiter ausüben zu können.

Das vom wissenschaftlichen Beirat vorgeschlagene ‚Degressiv-Modell‘, mit dem sehr hohe Rentenansprüche abgeflacht werden würden, ist hingegen eine gute Idee. Eine solche verfassungsgemäße ‚Beitragsäquivalenzgrenze‘ wird auch von uns LINKEN gefordert.“

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



Aktuelles

weitere Nachrichten

Kurznachrichten

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 voters
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen



0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Folgen Sie uns. Vielen Dank