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Rente mit 68: Reformvorschlag sorgt für heftige Kritik

Bildbeschreibung: Einer ältere Frau mit einer Brille.
Foto: © Anna Shvets

Kommt nun die Rente mit 68? Am Montag haben Experten des Wirtschaftsministerium in einem Gutachten die Anhebung des Rentenalters auf 68 empfohlen. Dieses sorgt für heftige Kritik. SoVD-Präsident Adolf Bauer: „Eine Anhebung des Renteneintrittsalters bedeutet nichts anderes als eine Rentenkürzung. Ein derartiges Vorhaben ist schlichtweg nicht hinnehmbar.“

Rente mit 68 Jahren? Diesen Vorschlag von Beratern der Bundesregierung lehnt der Sozialverband Deutschland (SoVD) entschieden ab. „Eine Anhebung des Renteneintrittsalters bedeutet nichts anderes als eine Rentenkürzung. Ein derartiges Vorhaben ist schlichtweg nicht hinnehmbar“, kritisiert SoVD-Präsident Adolf Bauer.

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Statt immer wieder die Debatte um das Renteneintrittsalter aufzumachen, fordert der SoVD-Präsident die Politik dazu auf, sich auf das Notwendige zu konzentrieren. „Was wir dringend brauchen, sind Maßnahmen, die es den Menschen erlauben, bis zum derzeitigen regulären Renteneintritt gesund zu arbeiten“, so Bauer. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung, regelmäßige Gesundheits-Check-Ups und gute Arbeitsbedingungen. „Das psychische Wohlbefinden der Menschen ist ein zentraler Baustein für ein langes Erwerbsleben. Unsicherheiten im Job tragen nicht dazu bei. Deshalb fordern wir als SoVD unter anderem die Abschaffung sachgrundloser Beschäftigung.“ Des Weiteren gilt es die gesetzliche Rente zu stärken indem das Rentenniveau auf mindestens 50, perspektivisch 53 Prozent angehoben wird und die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt wird.

Aus Sicht des SoVD wird außerdem mit der Forderung, die Rentenanpassungen für aktuelle Rentner*innen geringer ausfallen zu lassen als für zukünftige Rentner*innen, abermals ein Generationenkonflikt herbeigerufen, den es nicht gibt und auch nicht geben darf. Von den aktuellen Rentensteigerungen profitieren auch zukünftige Generationen von Rentner*innen, da sie die Ausgangslage für ihre Rente bilden. „Offenbar soll damit der Versicherungswirtschaft ein Gefallen getan werden, um die Diskussion um kapitalgedeckte Altersversorgung am Kochen zu halten. Als SoVD lehnen wir diese Vorschläge strikt ab“, so Bauer.

Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, teilt zu Forderungen, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre heraufzusetzen mit:

„Die Drohszenarien, dass die Rente langfristig nicht finanzierbar sei, sind komplett unseriös. Im neuen EU-Altersreport vom Mai 2021 steht klipp und klar: Die Rentenausgaben in Deutschland steigen bis 2045 moderat von zehn auf zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und bis 2070 bleiben sie konstant. Das ist EU-Durschnitt und verkraftbar. Österreich gibt heute schon 13 Prozent für eine sehr gute Rente aus.“ Weiter sagt W. Birkwald:

„Die Rente erst ab 68 hieße für viele ‚Arbeiten bis zum Umfallen‘, denn jeder fünfte Mensch stirbt hierzulande vor seinem 69. Geburtstag. Bei den Niedrigverdienenden sieht es noch schlimmer aus. DIE LINKE lehnt deshalb jede Anhebung der Regelaltersgrenze ab. Die Rückkehr zur Rente ab 65 wäre nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung mit einer moderaten Beitragssatzerhöhung von 0,5 Prozentpunkten finanzierbar. Der steuerfinanzierte Bundeszuschuss würde um gut eine Milliarde Euro steigen. Dazu müsste nur die für das kommende Jahr geplante Erhöhung des Verteidigungshaushalts um 2,4 Milliarden Euro gestrichen werden.“

Katrin Göring-Eckardt von den Grünen kritisiert ebenso die Anhebung des Renteneintrittsalters:

"Der Vorschlag eines Renteneintrittsalters mit 68 ist das Fantasieloseste, was einem einfallen kann zur Absicherung der Finanzierung der Rentenversicherung. Es wird im Zweifelsfall denjenigen, die sowieso nur eine kleine Rente haben, denjenigen, die heute schon zuverdienen müssen im Rentenalter nicht nutzen, und für diejenigen, die das Renteneintrittsalter gar nicht erreichen in ihrem Job, bedeuten, dass sie draufzahlen müssen.

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Eine Rente ab 68 bedeutet nämlich faktisch Rentenkürzungen für sehr viele Menschen. Das ist ein unsozialer Vorschlag, der nicht mal unsere Rentenkassen saniert.

Wir brauchen stattdessen eine solidarische Bürgerversicherung, höhere Löhne und mehr Erwerbstätigkeit insbesondere auch von Frauen. Wir brauchen ein flexibles Renteneintrittsalter, damit Menschen länger arbeiten können, wenn sie das wollen. Aber keine Rentenkürzung durch die Hintertür."

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung

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