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Chronischer Schmerz: Vor allem eine Kopfsache

Bildbeschreibung: Ein Mann mit Kopfschmerzen.
Foto: © cc0 / EU-Schwerbehinderung

Nicht immer haben chronische Schmerzen körperliche Ursachen. Die Psyche ist zumeist eine guter Ansatzpunkt für Therapie und Vorbeugung. Acht bis 16 Millionen Menschen in Deutschland leiden Schätzungen zufolge an chronischen Schmerzen. Zumeist sind es Beschwerden des Bewegungsapparats, insbesondere am Rücken.

Ob sich Schmerzen in die Nervenbahnen eingraben und damit chronisch werden, ist zum guten Teil Kopfsache. "Wie massiv wir Schmerzen empfinden, hängt stark davon ab, wie wir über sie denken, in welcher Stimmung wir uns befinden und welche Erwartung wir haben", sagt Professor Michael Pfingsten, leitender Psychologe an der Schmerztagesklinik und -ambulanz der Universität Göttingen, im Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau".

Gehirn verknüpft Schmerzen mit Ängsten

Chronisch bedeutet: Die Schmerzen dauern mindestens drei Monate an und lassen sich nicht eindeutig auf eine bestimmte Ursache zurückführen - etwa weil der ursprüngliche Auslöser längst behoben wurde, die Beschwerden aber dennoch bleiben. Das Gehirn spielt dabei eine sehr große Rolle. Es verknüpft Schmerzen mit Gefühlen wie Ängsten und trüber Stimmung. Zudem lenkt es die Aufmerksamkeit auf die Beschwerden. So fördert es das Entstehen eines Schmerzgedächtnis.

Dabei lässt sich chronischer Schmerz in den meisten Fällen verhindern, sofern die Patienten eine angemessene Therapie erhalten. Bei chirurgischen Eingriffen beispielsweise ist es wichtig, den Schmerz mit Arzneimitteln effektiv zu unterdrücken. Wenn die Pein erst gar nicht entsteht, kann sich auch kein anhaltender Schmerz bilden. Vorsicht allerdings vor Selbstmedikation mit rezeptfreien Mitteln: Falsch eingesetzt können diese Medikamente sogar dazu beitragen, dass Beschwerden chronisch werden. Wer unter anhaltenden Schmerzen leidet, sollte sich unbedingt an einen Arzt wenden.

Wichtig: frühzeitig professionelle Hilfe suchen

Das beste Gegenmittel bei chronischem Schmerz ist eine multimodale Schmerztherapie, die auch die Psyche und den Lebensalltag der Betroffenen miteinbezieht. Angebote gibt es in den bundesweit über 120 Zentren der Deutschen Schmerzgesellschaft. Doch viele Patienten kommen erst nach einer langen Leidenszeit dorthin. "Oft sehen wir Betroffene erst nach eineinhalb Jahren oder noch später, dann ist die Behandlung erheblich schwieriger", sagt Professor Pfingsten. Wer sich dagegen frühzeitig professionelle Hilfe suche, habe gute Chancen auf Heilung.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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