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Kinderarmut den Kampf ansagen

Bildbeschreibung: Eine Mutter mit ihrem Baby.
Foto: © MART PRODUCTION

Ein Kinobesuch mit Freunden oder die Mitgliedschaft im Sportverein – für immer mehr Kinder in Niedersachsen und Bremen ist das trauriges Wunschdenken. „Eine Armutsquote von über 23 Prozent in Niedersachsen und sogar unglaublichen 42,3 Prozent in Bremen ist ein ganz klares Zeichen für das Versagen der Politik!“, findet der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen und fordert eine sofortige Verbesserung der Chancengleichheit von Kindern.

Die bisherigen familienpolitischen Maßnahmen seien ganz eindeutig nicht ausreichend, um Kinder und deren Familien wirksam vor Armut zu schützen. „Die Politik ist nun in der Pflicht, die Lage der Kinder umgehend und elementar zu verbessern und Kinderarmut unverzüglich den Kampf anzusagen, andernfalls sieht unsere Zukunft düster aus – denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in den jetzigen Zahlen noch gar nicht eingerechnet“, warnt VdK-Landesverbandsvorsitzender Friedrich Stubbe.

Dass sich die Kinderarmut in den beiden Bundesländern seit Jahren stetig verfestigt, ist höchst alarmierend. Im Zeitraum von 2010 bis 2019 ist sie in Niedersachsen um 2,7 Prozent und in Bremen sogar um 10,9 Prozent angestiegen. Deshalb sei es nun höchste Zeit zu handeln, mahnt der VdK.

Zunächst müssten die Kinderregelsätze in der Grundsicherung ins Visier genommen werden: Sie müssten die tatsächlichen Bedarfe der Kinder und Jugendlichen abdecken. Alle Kinder, ganz gleich welcher Herkunft, sollten die gleichen Chancen auf Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben.

Da Kinderarmut aber vor allem von der Einkommenssituation der Eltern abhängt, müsse auch diese deutlich verbessert werden. „Zuallererst brauchen wir vernünftige Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder, damit ihre Eltern einer geregelten Erwerbstätigkeit nachgehen können; wir brauchen ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit für alle Betriebe und wir brauchen dringend einen armutsfesten Mindestlohn von 13 Euro“, fordert VdK-Chef Stubbe.

Autor: VDK Presse und Öffentlichkeitsarbeit / © EU-Schwerbehinderung

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