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Coronavirus: Aktuell steigende Inzidenz noch maßgeblich? RKI-Chef hält weiter an Inzidenz-Wert fest

Bildbeschreibung: RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz im Dezember 2020
Foto: BPK | © 2021 EU-Schwerbehinderung

Seit langen ist in der Diskussion, ob der Inzidenzwert für die Ermittlung, wie sich das Coronavirus verbreitet, überhaupt noch eine Rolle spielt. Die Diskussion begründet sich dabei auf mehrere situationsbedingte Veränderungen.

Gerade Menschen die bereits beide Corona-Impfungen erhalten haben, sollten vor dem Coronavirus geschützt sein. Sollte es doch zu einer Erkrankung kommen, ist ein milderer Krankheitsverlauf zu erwarten. Ein Grund, warum mittlerweile gefordert wird, dass für mögliche verschärfte Maßnahmen, der Inzidenzwert nur noch eine untergeordnete Rolle spielen dürfte, sondern auch Faktoren wie die Auslastung des Gesundheitssystems, mit in die Bewertungen einfließen müssen.

Viele Bundesländer erwägen, aufgrund der mittlerweile tendenziell guten Impflage und der damit verbundenen neuen Faktoren, vom Inzidenzwert abzuweichen und diesen nicht mehr als maßgebliches Bewertungskriterium zu verwenden. Diese Auffassung vertritt der Chef des Robert-Koch-Institut (RKI), Lothar Wieler, nicht. In einem der dpa vorliegendem Papier will Wieler weiterhin an der Niedrig-Inzidenz-Strategie festhalten und widerspricht damit sogar dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb am 11. Juli über den Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Inzidenz verliert zunehmend an Aussagekraft!“.

Am 10. August ist wieder Ministerpräsidentenkonferenz und da sollen dann die Bundesländer entscheiden, ob sie dem RKI folgen wollen oder sich an der Überlastung des Gesundheitssystems orientieren werden, oder auch anstreben, die Nachverfolgung der Corona-Infektionen sicher zu stellen.

„Die vierte Welle hat begonnen.“, soll es in dem Papier heißen und verweist dabei auf die bundesweit steigenden Inzidenz.

Wie verlässlich die Zahlen aber wirklich sind, dazu fehlt momentan jede wissenschaftlich valide Aussage. In der gestrigen Sendung von „Markus Lanz“ im ZDF wurde sogar deutlich, dass selbst bei einen geimpften Menschen ein positiver PCR-Test möglich sein könnte, ohne das diese Person am Coronavirus erkrankt ist. Das bedeutet, dass eventuell „falsch positive“ erfasst werden könnten. Allerdings wurde in der gestrigen Sendung von Markus Lanz auch festgestellt, dass eine geimpfte Person durchaus auch eine Virenlast haben kann und somit infektiös ist. Das kann durchaus zu „positiven Test“ führen. Ob diese dann auch sich im Inzidenzwert widerspiegeln können, ist nicht gesichert, aber der „positive“ PCR-Test ordnet durchaus eine Person als „corona-erkrankt“ ein, obwohl diese nicht erkrankt ist.

Zumindest überlegen schon heute einige Bundesländer, ob es für geimpfte dann doch „Sonderregelungen“ geben sollte und ob dauerhaft die Kosten von Schnell-Test noch vom Staat übernommen werden sollten. Denn, so die Argumentation, wer ein Impfangebot erhalten hat, dieses aber nicht annehmen will, sollte die Testkosten zukünftig selber tragen. In der Diskussion ist natürlich zu berücksichtigen, dass soziale Spaltung vermieden werden muss und Menschen, die aufgrund von Erkrankungen sich nicht impfen lassen können, durchaus auch weiterhin ein kostenloses Testangebot bekommen müssen.

Zur Debatte über die Corona-Maßnahmen erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus: „Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz muss ein klares Ziel haben: Es darf keinen weiteren Lockdown geben. Denn das wäre eine Bankrotterklärung der Bundesregierung. Bund und Länder müssen den restlichen Sommer nutzen, um das Land besser auf eine drohende vierte Corona-Welle vorzubereiten. Dafür ist eine neue Strategie in der Pandemie-Bekämpfung nötig. Konkret brauchen wir eine flexiblere Impfkampagne mit niedrigschwelligeren Angeboten und einer besseren Teststrategie mit mehr PCR-Tests und der entsprechenden Infrastruktur. Auch darf die Inzidenz nicht länger als alleiniges Kriterium zur Bewertung der Pandemielage dienen, sondern muss in einem sinnvollen Kriterienmix aufgehen. Das bedeutet konkret, dass insbesondere die Impfquote und der Hospitalisierungsgrad mit einbezogen werden.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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