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Mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung!

Bildbeschreibung: Jemand im Rollstuhl der von einer anderen Person geschoben wird.
Foto: © dm / EU-Schwerbehinderung

Ein schärferes Bewusstsein für existierende Barrieren schaffen, das Recht von Menschen mit Behinderungen sichern, ihren Wohnort, ihren Arbeitsplatz und ihre Freizeit genauso frei wählen zu können wie alle anderen Menschen sowie viel weniger Bürokratie. Dies sind nach Ansicht des Internationalen Bundes (IB) Eckpunkte auf den Weg zu einer tatsächlich inklusiven Gesellschaft. Deshalb appelliert Claudia Dettenrieder, Referentin für Behindertenhilfe in der Zentralen Geschäftsführung des IB an die künftige Bundesregierung, vorhandene Barrieren abzubauen und die Autonomie von Menschen mit Behinderungen anzuerkennen: „Auf dem Weg zu wirklicher Inklusion ist das Wunsch- und Wahlrecht zentral.“

Konkret beinhalte dies das Recht, so IB-Präsidentin Petra Merkel, Arbeit und Arbeitsstätte, Wohnung und Wohnort, Freizeit und Hobbies frei und selbst zu wählen. Vor allem außerhalb der Ballungsräume seien hier noch große Lücken im Angebot zu finden, die weniger vom Bedarf des Menschen mit Behinderungen ausgehen als vielmehr davon, was Leistungserbringer anbieten.

Zwar sollte das Bundesteilhabegesetz (SGB IX) Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten bieten, ihr Wunsch- und Wahlrecht auszuüben, doch sei das bisher noch nicht zufriedenstellend realisiert worden. Petra Merkel: „Menschen mit Behinderungen sind die besten Experten*Expertinnen in eigener Sache. Deshalb sollten sie das persönliche Leistungspaket, das ihnen zusteht, auch tatsächlich selbst zusammenstellen können – und nicht an hohen bürokratischen Hürden scheitern.“ Was fehlt, sind nach Ansicht der IB-Präsidentin offene Strukturen sowie Angebote, die niedrigschwellig sind und schnell auf spontane Veränderungen im Bedarf der Menschen mit Behinderungen reagieren können. Und: „Wir brauchen eine Sensibilisierung des Einzelnen für die Existenz von Barrieren, die Teilhabe einschränken oder gar verhindern“, so Petra Merkel.“

Barrieren für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen abbauen

Auch für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen sind Barrieren abzubauen. „Viele neue Regelungen im reformierten SGB VIII sind fachlich gute und wichtige Schritte zur Umsetzung von Inklusion“, findet Merkel. „Aber noch immer gehen Kinder und Jugendliche mit Behinderung nicht durch dieselbe Tür wie alle anderen, weil ein entscheidender Schritt, die Vorrangumkehr, auf ein neues Bundesgesetz im Jahr 2028 vertagt wurde.“

Der Appell des IB richtet sich deshalb an die künftige Bundesregierung, bis dahin entsprechende Gesetze auf den Weg zu bringen, die diese Hemmnisse aus dem Weg räumen. Und an die Adresse der Leistungsträger*innen und -erbringer*innen gerichtet sagt Petra Merkel: „Warten Sie nicht bis 2028, sondern setzen Sie die inklusiven Neuregelungen bereits jetzt um! Und finden Sie für bestehende Lücken kreative Lösungen!“

Menschen mit Behinderung brauchen besseren Zugang zum ersten Arbeitsmarkt

Der erste Arbeitsmarkt ist nach Ansicht von IB-Präsidentin Petra Merkel ebenfalls noch nicht inklusiv gestaltet. „Werden Menschen mit Behinderung arbeitslos, bleiben sie es in der Regel erheblich länger und sie finden auch viel schwerer einen neuen Arbeitsplatz. Wir brauchen einen bewusstseinsbildenden Prozess bei Arbeitsgebern, dass Menschen mit Behinderung eine Bereicherung für ihr Unternehmen sind. Und zugleich müssen Unternehmen unterstützt werden, damit ein beidseitiger Mehrwert daraus entsteht. Diese Unterstützungsleistungen, eine behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes oder die professionelle Begleitung durch Fachkräfte dürfen keinen Sparzwängen unterworfen sein“, unterstreicht Merkel.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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