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Triell - Laschet gegen Souveränität und Aufbruch und der Suche nach dem rettenden Strohhalm

Bildbeschreibung: Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz beim gestrigen TV Triell
Foto: © ARD/Laurence Chaperon

Aus dem gestrigen TV-Triell, welches in der ARD und dem ZDF ausgestrahlt wurde, ging ganz deutlich der Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz, als Sieger hervor. Mit 41 Prozent lag er vor dem Kanzlerkandidaten der CDU, Armin Laschet (27%) und der Kanzlerkandidatin vom Bündnis90/Die Grünen, Annalena Baerbock, die im Gesamtergebnis, 25% der Zischauerinnen und Zuschauer überzeugen konnte.

Bereits am Anfang der Sendung gab es einen Schlagabtausch zwischen Laschet und Scholz, indem Laschet die Durchsuchung des Bundesfinanzministeriums thematisierte und den Eindruck erwecken wollte, dass diese Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft gegen Scholz gerichtet sei. Scholz hingegen bewertete Laschet Darstellung als Verbreitung von Unwahrheiten, da die Hausdurchsuchung dazu diene, Mitarbeiter der Financial Intelligence Unit (FIU) zu ermitteln. Es schien, als ob Laschet nach jedem rettenden Strohhalm zu greifen scheint, um irgendwie die Wahl doch noch zu gewinnen.

Auch andere Themen wie Rente, führten zum Streitgespräch. Scholz war es wichtig, den jungen Menschen eine Garantie zu geben, dass diese auch im Rentenalter eine Rente beziehen die zum Leben ausreicht, also das Rentenniveau stabil bleibt und es keine Erhöhung des Renteneintrittsalters gibt. Laschet hingegen hielt solche Zusicherungen als "nicht seriös" und betonte, dass es parteiübergreifende Gespräche über die Zukunft der Rente geben muss.

Sowohl für Baerbock und Scholz, ist die Bürgerversicherung ein wichtiges Anliegen. Mit der Bürgerversicherung soll das Gesundheitssystem besser abgesichert werden und auch Menschen die heute sich nicht mal eben gesetzlich krankenversichern können, eine Chance erhalten, sich somit gesetzlich versichern zu lassen. Laschet hingegen lehnt die Bürgerversicherung ab und will das bestehenden Krankenversicherungssystem aufrecht erhalten. Dafür wurde er von Baerbock kritisiert, die in dem jetzigen System eine Zweiklassengesellschaft sieht, denn schon heute werden bei vielen Ärzten die privat versicherten Menschen, also Menschen mit besseren Einkommen, bei der Terminvergabe bevorzugt.

Armin Laschet legt seinen Fokus auf Anreize für Investitionen im Wohnungsbau. "Nötig sei mehr und schnelleres Bauen", wie er aber weiterhin den Wohnraum bezahlbar machen will, dazu kam von Laschet wenig, hingegen Scholz und Baerbock sich für "Schranken gegen steigende Mieten" aussprachen.

Weitestgehende Einigkeit gab es beim Thema "Digitalisierung", bei der in Deutschland, insbesondere auch beim Breitbandausbau, noch viel getan werden muss. Fast schon friedliche Einigkeit der drei, wenn dann da aber nicht noch die Frage mit dem Klima gewesen wäre.

Scholz und Laschet warfen sich Fragen zu Klimaschutzthemen, eine Blockade vor. Während Laschet der SPD vorgeworfen hatte, dass diese eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren verhindert haben soll, warf Scholz der Union vor, dass diese lange bestritten habe, "dass für den klimagerechten Umbau der Wirtschaft mehr Strom nötig sei".

Überzeugend wirkte Laschet beim Triell kaum, wie die Umfragen ergaben. Mit 18% der Sympathiepunkte, liegt Laschet deutlich hinter Olaf Scholz (34%) und Annalena Baerbock (39%). Auf der Suche, ob die Umfragen für Armin Laschet irgend etwas positives ergeben haben, konnte Laschet tatsächlich bei der Kompetenz punkten und erreichte 26%, lag damit vor Annalena Baerbock (18%) aber weit hinter Olaf Scholz (49%).

Während nicht jeder von Armin Laschet im gestrigen Triell überzeugt war, was sich an den Umfragen nach dem TV-Triell zeigte, schien der CSU-Chef, Markus Söder da eine andere Wahrnehmung zu haben. „Das war ein überzeugender Auftritt und klarer Punktsieg für Armin Laschet. Das ist eine Trendwende und gibt Rückenwind für den Schlussspurt“, soll Söder gesagt haben. Schon sehr verwunderlich, denn in der Glaubwürdigkeit lag Laschet mit 26% weit hinter Olaf Scholz (39%), teilt sich da aber immerhin den Platz mit Annalena Baerbock, die ebenfalls 26% erreichte. Bei der Tatkräftigkeit lag Baerbock mit 41% ganz vorne, gefolgt von Scholz (28%) und Laschet (25%). Ob Markus Söder jetzt eine andere Version des Triells gesehen hat, die ihm dann zu einer derartigen Aussage bewegte, ist eher unwahrscheinlich. Zumindest verrät das viel über den Blickwinkel mit dem Söder das Triell gesehen hat.

Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen: „Annalena Baerbock hat so richtig gezeigt, dass sie für einen Aufbruch, für Erneuerung steht, die beiden anderen Herren für ein „Weiter so““, teilte Kellner der Deutschen Presse-Agentur mit.

Enttäuschende Stimmen kamen von den anderen Oppositionsparteien. So schrieb Christian Lindner (FDP) über Twitter: „Aber vor allem fehlten Ideen, wie wir unsere Wirtschaft nach der Krise stärken, um überhaupt die Mittel für Soziales und Ökologisches zu gewinnen.“ Dietmar Bartsch, Spitzenkandidat der Linken betonte über Twitter: „Triell war insgesamt enttäuschend. Gute Arbeit, Kinderarmut, Inflationsentwicklung, gleiche Lebensverhältnisse in Ost-West spielten keine Rolle.“

Das öffentlich-rechtliche Triell der Kanzlerkandidatin und Kanzlerkandidaten war am gestrigen Sonntag die meistgesehene Sendung im deutschen Fernsehen, teilte die ARD mit. 11,125 Millionen Zuschauer:innen schalteten „Das Triell – Dreikampf ums Kanzleramt“ ein – davon 7,361 Millionen im Ersten, 3,508 Millionen im ZDF, 0,131 bei Phoenix und 0,125 bei Tagesschau24. Das entspricht einem Marktanteil von insgesamt 36,5 Prozent (24,2 % Das Erste, 11,5 % ZDF, 0,4 % Phoenix, 0,4 % Tagesschau24). Vor allem beim jüngeren Publikum stieß die Diskussionsrunde auf großes Interesse: Der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen lag bei 41,2 Prozent.

Das Wortgefecht zwischen Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Armin Laschet (CDU/CSU) und Olaf Scholz (SPD) wurde moderiert von Maibrit Illner (ZDF) und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr.

Oliver Köhr zum „Dreikampf ums Kanzleramt“:
„Unser Ziel war ein kontroverses Streitgespräch, bei dem die Unterschiede in den Positionen deutlicher hervortreten sollten. Das ist uns gelungen. Wir konnten die Kandidat:innen bei vielen Themen aus der Reserve locken. Das waren 95 Minuten geballte Information.“

Die Sendungsleitung beim Triell hatte ARD-Wahl-Koordinator Rainald Becker:
„Das Triell war ein Höhepunkt unserer umfangreichen Wahlberichterstattung. Zwei Wochen vor der Wahl haben ARD und ZDF die Kanzlerkandidat:innen in einem spannenden Schlagabtausch gezeigt. Mit diesem Triell haben wir den Bürger:innen möglicherweise zusätzliche Erkenntnisse für ihre Wahlentscheidung geben können.“

Die im Ersten anschließende Talkrunde ANNE WILL, die den Fernsehauftritt der drei Spitzenkandidaten analysierte und durch eine Blitzumfrage vom Abend Zuschauerreaktionen einbezog, verfolgten durchschnittlich 5,846 Millionen (24,6 % MA). Die Hauptausgabe der „Tagesschau“ vor dem „Triell“ sahen 11,283 Mio. (40,3 % MA), davon 6,49 Millionen im Ersten (23,0 % MA).

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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