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Drei Millionen arbeiten in einem „Midijob“

Bildbeschreibung: Ein Mann an einer Industriekaffemaschine in einem Restaurant
Foto: © Daniel Mena

Im Dezember 2020 haben knapp drei Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in einem sogenannten Midijob gearbeitet, also ein Bruttoeinkommen von 450 Euro bis 1.300 Euro monatlich verdient. Davon waren rund 380.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte also Menschen im Grundsicherungsbezug. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/32219) auf eine Kleine Anfrage (19/31982) der Fraktion Die Linke unter Bezugnahme auf Statistiken der Bundesagentur für Arbeit.

In der Drucksache 19/32219 heißt es:

Im Jahr 2003 wurden Midijobs eingeführt, um zu verhindern, dass jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer benachteiligt werden, die nur geringfügig mehr als in einem Minijob verdienen. Diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen geringere Beiträge zur Sozialversicherung zahlen. Die sogenannte Gleitzone wurde ab Juli 2019 von zwischen 450,01 Euro und 800 Euro pro Monat auf 1 300 Euro angehoben. Mit dieser Kleinen Anfrage sollen genaues Ausmaß und Problemlagen der Midijobs abgefragt werden.

Als Midijob wird ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Arbeitsentgelt im Bereich von 450,01 Euro bis 1.300 Euro im Monat bezeichnet (bis 31. Dezember 2012: von 400,01 Euro bis 800 Euro; bis 30. Juni 2019: von 450,01 Euro bis 850 Euro). Seit dem 1. Juli 2019 wird dieser Bereich als „Übergangsbereich“ bezeichnet. Um Beschäftigte im Übergangsbereich als Geringverdiener zu entlasten, resultieren die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung aus einer reduzierten Bemessungsgrundlage. Bis zum 30. Juni 2019 führte die Reduzierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Rentenversicherung bei Beschäftigten im Übergangsbereich auch zu geminderten Rentenansprüchen, es sei denn, Beschäftigte haben auf die Anwendung der Gleitzonenregelung in der Rentenversicherung ausdrücklich verzichtet.

Weiter teilen die Parlamentsnachrichten mit:

Aus den angeführten Zahlenreihen wird deutlich, dass der Anteil der Midijob-Arbeitenden unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 2005 deutlich gestiegen ist, von damals 3,6 Prozent (945.000) auf 8,9 Prozent im vergangenen Jahr.

Autor: Bundestag/hib | © EU-Schwerbehinderung/Deutscher Bundestag






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