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Deutsche Altershilfe: Mehr Pioniergeist bei Reform der Pflege

Bildbeschreibung: Eine Pflegerin.
Foto: © Laureetta Williams

Helmut Kneppe, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, appelliert zum Auftakt des Deutschen Pflegetages an den Pioniergeist der künftigen Bundesregierung. Kneppe sagte der "Heilbronner Stimme" (Mittwoch): "Wir brauchen mehr Pioniergeist und Kreativität bei der Reform der Pflege. Das Thema Pflege hat im Wahlkampf eine gegenüber anderen Themen untergeordnete Rolle gespielt. Tatsächlich jedoch ist die Frage, wie wir im Alter leben und eine menschenwürdige Pflege gestalten möchten, eine Grundanforderung unserer alternden Gesellschaft. Wir sollten im Umgang mit dieser Frage sehr viel positiver und einfallsreicher über Gestaltungsmöglichkeiten nachdenken."

Kneppe fügte hinzu: "Kommen wir endlich weg vom Gedanken der Kasernierung, wenn jemand hilfebedürftig wird, und schaffen wir Möglichkeiten, damit ältere Menschen in jeder Lebenssituation möglichst lange teilhaben können. Das erfordert Angebote etwa beim Wohnen, bei der Mobilität, bei der digitalen Kommunikation und natürlich für die Versorgungssicherheit."

Bezugnehmend auf den am Dienstag vorgestellten DAK-Pflegereport ergänzte der KDA-Vorsitzende: "Hier ist es ausgesprochen positiv zu bewerten, dass laut Allensbachumfrage zwei Drittel der jungen Menschen bereit sind, pflegebedürftigen Angehörigen zu helfen. Diese Hilfsbereitschaft - ja, vielleicht sogar Haltung oder Kultur der jungen Menschen unserer Republik - braucht Förderung und Schutz durch die Politik."

Kneppe sieht in diesem Zusammenhang auch bei den älteren Menschen einen "großen Schatz", den die Politik noch nicht gehoben habe: "Alter bedeutet nicht immer Gebrechlichkeit. Wir sollten die Potenziale des Alters sehen, die Lust an Teilhabe der nicht mehr berufstätigen Menschen viel stärker erkennen und einbinden. Sehr viele ältere Menschen möchten sich engagieren. Sie sehen und verstehen sich auf der Grundlage Ihrer Lebenserfahrung sehr viel mehr als wichtige Partner und Begleiter insbesondere auch der jungen Menschen in der gemeinsamen Aufgabe der Gestaltung ihrer Zukunft. Insgesamt sollten wir mutig kreativere Gesellschaftsbilder denken, Jung und Alt stärker verzahnen und unsere Umgebung so gestalten, dass sie Möglichkeiten schafft, wo heute Hindernisse dazu führen, dass Freiheit eingeschränkt wird. Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."

Zwei von drei jungen Menschen (68 Prozent) können sich vorstellen, Angehörige zu pflegen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Pflegereports der DAK-Gesundheit. Für den Report untersuchten Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule Freiburg die Situation junger Pflegender in Deutschland. Kern des Pflegereports ist neben qualitativen Interviews eine umfassende Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach in der Altersgruppe der 16- bis 39-Jährigen. Demnach können sich junge Frauen mit 71 Prozent eher vorstellen, Angehörige zu pflegen, als junge Männer (66 Prozent).

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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