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Asklepios-Ärzte warnen: Bei Krebs notwendige Therapien nicht hinauszögern

Bildbeschreibung: Zeigt eine Person im Arztkittel
Foto: © Darko Stojanovic

Die Ärzte des Asklepios Tumorzentrums Hamburg beobachten mit Sorge, dass Patienten mit schweren und lebensbedrohlichen Krebserkrankungen immer noch viel zu oft dringend notwendige Klinikbehandlungen vermeiden. Dadurch können die Krankheiten fortschreiten und die Betroffenen bringen sich mitunter in Lebensgefahr.

"Bei allen immer noch notwendigen Maßnahmen gegen die Corona-Infektion dürfen wir nicht die anderen schwer erkrankten Patienten aus dem Blick verlieren", sagt Prof. Dr. Dirk Arnold, Medizinischer Vorstand des Asklepios Tumorzentrums Hamburg. "Wer aus Angst vor einer Infektion oder um vermeintlich Ressourcen der Kliniken zu schonen eine dringend notwendige stationäre Behandlung vermeidet oder auch nur verzögert, bringt sich in große Gefahr", so der renommierte Krebsarzt.

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Viele Patienten haben bereits in der ersten oder zweiten Welle ihre Therapien hinausgeschoben und ihre eigenen Heilungschancen deutlich verschlechtert. So sank die Zahl der Krebsdiagnosen während der Corona-Pandemie weltweit um 40 Prozent, wie mehrere Wissenschaftlergruppen feststellten. Ein anderer Klinikkonzern hat einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent verzeichnet. Das wissenschaftliche Institut der AOK beobachtete das auch in der zweiten Welle. Da die Krankheit nicht einfach seltener geworden ist, führt man diese Effekte darauf zurück, dass weniger Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wurden oder Patienten den Arztbesuch einfach vermieden. "Die damit verbundene Verzögerung einer Diagnosestellung und Behandlung hat für die Betroffenen fatale Folgen", sagt Prof. Arnold. Manchmal werden Symptome offenbar auch nur verdrängt, was ebenfalls einen Zeitverlust mit sich bringt.

Zur wissenschaftlichen Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Tumorerkrankungen und Pandemie ist das Asklepios Tumorzentrum Hamburg an zwei Studien beteiligt:

  1. ESMO CoCARE ist das einzige prospektive (zukunftsgerichtete) Register, durch das wichtige Fragen der Folgen/Folgeerkrankungen und die Auswirkungen auf den Verlauf der Tumorerkrankungen und -therapie beantwortet - und vice versa - in Zukunft beantwortet werden können. Eingeschlossen werden Patienten mit und nach einer Krebserkrankung und einer COVID-Infektion. Begonnen hat die Studie am 10.12.2020 und umfasst heute bereits 30 Patienten des Asklepios Tumorzentrums Hamburg.
  2. OnCOVID-2 ist eine Studie, in der Tumorpatienten, onkologisch tätige Pflegekräfte und Ärzte zur ersten Corona-Pandemiephase bzgl. ihrer Wahrnehmung von therapeutischen/präventiven oder Nachsorgeangeboten sowie dem eigenen Erleben befragt wurden. Sie lief vom 05.01.2021 bis zum 03.03.2021 und wird gerade ausgewertet.

"In den Kliniken werden aufwändige Schutzmaßnahmen zur Infektionsvermeidung vorgenommen. Patienten müssen sich daher keine Sorgen machen, in der Notaufnahme oder auf einer Station angesteckt zu werden", sagt Prof. Dr. Karl Jürgen Oldhafer, Chefarzt der Klinik für Leber-, Gallengangs- und Pankreaschirurgie, Universitäts-Department für Chirurgie, Asklepios Klinik Barmbek. "Ohne Behandlung wachsen Tumore einfach weiter, dehnen sich in Bereiche aus, wo wir nicht mehr operieren können oder bilden Tochtergeschwülste", ergänzt er und warnt dringend davor, anstehende Therapien einfach bis nach der Pandemie auszusetzen. "Die Dynamik von Tumorerkrankungen wird uns eine solche Haltung nicht durchgehen lassen", erklärt der erfahrene Chirurg, "denn Verzögerungen können viele Krebserkrankungen massiv verschlechtern, so dass eine Behandlung nur noch mit erheblich schlechteren Vorzeichen oder gar nicht mehr möglich ist." Daher empfehlen Prof. Dr. Arnold und Prof. Dr. Oldhafer Betroffenen, sich grundsätzlich untersuchen zu lassen und das Vorgehen mit dem behandelnden Arzt abzusprechen. Viel hängt auch von der Tumorform und dem individuellen Zustand des Patienten ab.

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Das Asklepios Tumorzentrum Hamburg ist ein Zusammenschluss von sieben Asklepios Kliniken der Maximal- und Schwerpunktversorgung und sechs onkologischen MVZ in der Metropolregion Hamburg. Im Norden Deutschlands bietet das Netzwerk das größte, fachübergreifende Spektrum mit rund 200 Krebsexperten. Gemeinsam sorgen die Mediziner dafür, dass die Therapie individuell auf den Patienten abgestimmt ist und diese wohnortnah behandelt werden können.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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