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Kliniken fordern moderne und bedarfsgerechte psychiatrische und psychosomatische Versorgung

Bildeschreibung: Eine Ärztin die sich mit einer Patientin unterhält.
Foto: © Gustavo Fring

Die Pandemie hat die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens und der Krankenhäuser eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dies gilt auch für die psychiatrische und psychosomatische Versorgung. Gleichzeitig sind Reformen erforderlich, um eine moderne psychiatrische und psychosomatische Versorgung flächendeckend und wohnortnah zu sichern. DKG teilt mit: „Bei allen gesundheitspolitischen Strukturüberlegungen sind dabei die individuellen Patientenbedarfe in den Mittelpunkt zu stellen“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Dr. Gerald Gaß.

Die DKG nimmt die aktuelle Situation zum Anlass für ihr heutiges Online-Fachforum „Quo Vadis Psychiatrie?“, das ganz im Zeichen der Diskussion um Herausforderungen und Lösungsvorschläge für die psychiatrische und psychosomatische Versorgung steht. „Gemeinsam diskutieren wir mit Expertinnen und Experten aus der Praxis und der Politik, wie sich eine moderne psychiatrische und psychosomatische Versorgung weiterentwickeln lässt. Auch vor dem Hintergrund der erwarteten steigenden Inanspruchnahme psychiatrischer und psychosomatischer Einrichtungen infolge der Corona-Pandemie, müssen diese Reformüberlegungen weit oben auf der gesundheitspolitischen Agenda einer künftigen Bundesregierung stehen“, forderte Gaß.

Neben der Corona-Pandemie ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen Personalmindestvorgaben, umfangreichen Nachweis- und Überprüfungsverfahren und Sicherstellung einer regionalen und wohnortnahen Versorgung. Die durch die Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie (PPP-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ausgelöste Überregulierung führt bereits jetzt zu Einschränkungen bei der Patientenversorgung.

Das kleinteilige Nachweisverfahren gefährdet u. a. kleine dezentrale Standorte, wie beispielsweise Tageskliniken. Die Entwicklungen seit der Psychiatrie-Enquete 1975 bis hin zu einer gemeindenahen Versorgung werden innerhalb kürzester Zeit rückgängig gemacht. Durch viel zu enge Bezugsgrößen bei den Personalmindestvorgaben werden den Krankenhäusern die Organisationshoheit und die notwendige Flexibilität beim Personaleinsatz genommen und so die Erfüllung wechselnder individueller Patientenbedarfe unmöglich gemacht.

Krankenhäuser sind mit Nachweisen zur Personalausstattung, Kontrollen und Überprüfungen des Medizinischen Dienstes, dem Krankenhaushausvergleich und der Umsetzung zahlreicher gesetzlicher Vorgaben konfrontiert. „Statt weiterer Bürokratie und starrer Vorgaben brauchen die Kliniken die Unterstützung der Politik, um den wachsenden Versorgungsbedarf in Psychiatrie und Psychosomatik auch zukünftig flächendeckend, wohnortnah und bedarfsgerecht gewährleisten zu können“, appellierte der DKG-Vorstandsvorsitzende.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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