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Demenz: Diabetes-Management so einfach wie möglich machen

Bildbeschreibung: Ein Blutzuckermessgerät mit eine Blutzuckerfragebogen.
Foto: © Pavel Danilyuk

Dass Diabetes und Demenz gleichzeitig auftreten, ist kein Einzelfall. Statistisch gesehen haben Patient:innen mit Typ-2-Diabetes ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, auch an einer Demenz zu erkranken, etwa an Alzheimer oder einer anderen Form des Gedächtnisverlustes. "Klassischerweise stellt man sich vor, dass der Diabetes neben anderen Risikofaktoren die Durchblutung in den kleinen Gehirngefäßen verschlechtert", erklärt Professor Frank Erbguth, Chefarzt der Neurologie im Klinikum Nürnberg, gegenüber dem Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber".

Mediziner raten, sich frühzeitig um Hilfe zu kümmern

Umgekehrt kann aber eine Demenz auch den Diabetes vorantreiben. "Demente Patienten ernähren sich oft weniger gesund, machen weniger Sport, die Medikamenteneinnahme oder das Insulin-Spritzen ist fehlerhaft", beobachtet Erbguth. "So kann es bei entsprechenden Therapieformen zu Über- oder Unterzuckerungen kommen."

Angehörige oder Freunde sollten mit Diabetes-Patient:innen sprechen, wenn sie Zeichen einer Selbstgefährdung wahrnehmen, weil diese mit den Medikamenten nicht mehr zurechtkommen. Mediziner appellieren, sich frühzeitig um Hilfe zu kümmern. Am Morgen den Zucker messen, Insulin spritzen, nach dem Frühstück die Alzheimer-Tablette und Metformin verabreichen, diabetesgerecht kochen und immer ein Auge darauf haben, dass auch die weiteren Medikamente eingenommen werden: Einen Demenzerkrankten allein zu betreuen ist eine enorme Belastung für Angehörige. Deshalb sollten diese zusammen mit den Patient:innen in die Sprechstunde kommen, um gemeinsam den besten Weg zu finden.

Blutzuckerziele nicht zu ehrgeizig ansetzen

Bei Demenzkranken empfehlen Mediziner:innen, die Blutzuckerziele nicht zu ehrgeizig anzusetzen, um so mögliche Unterzuckerungen zu verhindern und gleichzeitig die Angehörigen zu entlasten. "Mache das Management so einfach wie möglich", rät Neurologe Erbguth. "Ein HbA1c von 8 ist in diesem Fall in Ordnung", während man unter anderen Umständen vielleicht einen Wert unter 7 anstreben würde.

Quelle: Diabetes Ratgeber

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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