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Trotz Pandemie Krankenhausbetten abgebaut?

Bildbeschreibung: Ein Krankenhausbett im Krankenhaus
Foto: © Saulo Zayas

Wir befinden uns in der vierten Welle der Corona-Pandemie und immer wieder werden Nachrichten verbreitet, die sich mit dem Abbau von Krankenhausbetten befassen. Die Grundlage solcher Berichte ist die "Verordnung zur Verwaltung des Strukturfonds im Krankenhausbereich (Krankenhausstrukturfonds-Verordnung - KHSFV)"

In dem Gesetz findet sich unter §12 eine Auflistung, die Summen ausweist, die ein Krankenhaus für jedes abgebaute Krankenhausbett erhalten soll. Die Staffelung sieht dabei vor, dass:

  1. 4 500 Euro je Bett bei einer Verminderung um 11 bis 30 Betten
  2. 6 000 Euro je Bett bei einer Verminderung um 31 bis 60 Betten
  3. 8 500 Euro je Bett bei einer Verminderung um 61 bis 90 Betten
  4. 12 000 Euro je Bett bei einer Verminderung um mehr als 90 Betten

Bei dem Gesetz handelt es sich um eine Verordnung vom 17. Dezember 2015 (BGBl. I S. 2350) die zuletzt durch Artikel 2b des Gesetzes vom 22. Dezember 2020 (BGBl. I S. 3299) geändert worden ist.

Mittlerweile wurde dieses Gesetz zum Irrglauben, dass die Krankenhäuser auf Grundlage dieses Gesetzes, zur Eigenerwirtschaftung, in der Pandemie Betten abbauen. Untermauert wird das durch die Problematik, dass sich die Zahl der Intensivbetten in Deutschland reduziert hat.

Dieser Abbau wird mittlerweile für einige Personengruppen dafür verwendet, um die gesamte Existenz des Coronavirus in Frage zu stellen. Allein das diese Gedanken entstehen können, ist ein Beleg dafür, wie schnell Bilder zu Meinungen werden. Dabei wäre es für die Bundesregierung eine einfache Maßnahme gewesen, schon mit Pandemiebeginn, sofort jeden Abbau von Betten zu stoppen, genauso wie Krankenhausschließungen, um genau solche Meinungsbilder zu verhindern, denn nur der kann eine Krise gut managen, der auch weiß, wie Menschen in Krisen handeln und wie sie grundsätzlich denken.

Ausgeblendet wird dabei auch, dass zwischen einem Krankenhausbett und einem Intensivbett, grundlegend zu unterscheiden ist. Hinzu kommt, dass die Intensivbetten, entgegen vielen Aussagen, nicht abgebaut wurden, sondern die personelle Situation dafür sorgt, dass die Betreuung der Intensivbetten besonders ausgebildetes Personal benötigt, welches immer weniger wird.

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, wegen der hohen Arbeitsbelastung, ihren Job in der Pflege aufgegeben. Personal das fehlt. Zudem ist für das Personal für die Intensivbetten, eine gesonderte Ausbildung erforderlich, denn welcher Patient möchte schon im Intensivbett sterben, well der falsche Knopf an den zugehörigen Geräten gedrückt wurde.

Bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Geld allein nicht mehr das motivierende Mittel, denn Geld kompensiert die Arbeitsbelastungen der Pflegekräfte nicht. Hinzukommen psychische Effekte. Menschen sterben zwar, auch auf Intensivstationen, aber wenn das Sterben sich häuft, man als Pflegekraft oder Intensivmediziner wochenlang versucht hat, das Leben dieser Person irgendwie zu retten, dann ist das etwas, was in jedem Menschen Spuren hinterlässt.

Der eigentliche Bettenbedarf in den Krankenhäusern, ist allerdings tatsächlich geringer geworden, wenn man den Bettenbedarf durch die Pandemie ausklammert. Allerdings werden auch sogenannte "unnötige" OP's, zur Zeit verschoben. Was als "unnötig" bezeichnet wird, deren Bewertungskriterien wären interessant, denn mittlerweile sollen sogar Operationen zur Krebsbehandlungen verschoben werden. Eine Art der "weichen Triage" und das nur, weil der Personalmangel dazu führt, dass viele Pflegekräfte auf den Intensivstationen unterstützen müssen.

Sollten diese momentan durch Corona nicht genutzten Betten abgebaut werden, wird es zwangsläufig zu den nächsten Engpässen kommen, sollte das Coronavirus eines Tages ausgerottet worden sein.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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