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Online-Umfrage: 2.400 Schüler gaben an, unter Corona-Lockdown zu leiden

Bildbeschreibung: Ein Junge mit einer Mundmaske und einen Schulranzen.
Foto: © Kelly Sikkema

Fast die Hälfte von 2400 Schülerinnen und Schüler empfanden die Einschränkungen während des Lockdowns im Frühjahr als belastend oder sehr belastend.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit (LAG JSA) und das Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg fordern nach ihrer Online-Umfrage deshalb die Landesregierung auf, eine wissenschaftlich begleitete Studie zu starten mit der Fragestellung, was junge Menschen jetzt brauchen. Außerdem müsse die Schulsozialarbeit auch bei der Diskussion um Schulschließungen gestärkt werden.

„Jugendliche leiden unter Kontaktbeschränkungen, der Reduzierung von Freizeitangeboten und der Freiheit, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten und sich mit anderen zu treffen“, stellt Bernadette Ruprecht, 1. Vorsitzende der LAG JSA, fest. Bei der Umfrage in Kooperation mit dem Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg e.V. (Netzwerk) Mitte Juli gaben über 40 Prozent der Befragten aus allen Schularten an, dass für sie die Situation im Frühjahr belastend oder sogar sehr belastend war.

Die hohe Anzahl an Rückmeldungen in einem so kurzen Zeitraum lasse einen klaren Rückschluss auf das Mitteilungsbedürfnis junger Menschen zu, so die Verbände. Es gebe den ausdrücklichen Wunsch, gehört zu werden, und den Willen, sich aktiv zu beteiligen. „Junge Menschen dürfen nicht nur in den Blick genommen werden, wenn es Randale gibt. Sie sind Teil der Gesellschaft und die gesellschaftlichen und politischen Akteure sind aufgefordert, die jungen Menschen in Entscheidungsprozesse viel stärker einzubinden und auf Augenhöhe zu beteiligen“, sagt Philipp Löffler, verantwortlich für die Schulsozialarbeit und Mobile Jugendarbeit in der LAG JSA.

Die beiden Verbände machen darauf aufmerksam, dass sich die jungen Menschen in einer wichtigen Orientierungsphase befinden und sich kaum mit den Kernherausforderungen der Jugendphase – Orientierung, Qualifizierung, und Verselbständigung – auseinandersetzen konnten.

Fazit für die LAG JSA und das Netzwerk ist, sich weiterhin für die Rechte und Bedürfnisse junger Menschen und die Stärkung der Schulsozialarbeit in allen Schularten einzusetzen. Gerade während des Lockdowns sei es den Trägern der Schulsozialarbeit mit vielen kreativen Maßnahmen gelungen, den Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern nicht abreißen zu lassen und sie in der belastenden Situation zu stärken. Beispielsweise wurden in einer Musik-Challenge von Schülern Texte geschrieben, bei der Schulsozialarbeit eingereicht und dort dann zu einem Lied vertont. Auch gab es Briefaktionen, um auch die Schülerinnen und Schüler anzusprechen, die digital nicht zu erreichen waren.

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Die Verbände, deren Umfrage ein Stimmungsbild erheben sollte, fordern das Land auf, eine wissenschaftlich begleitete Studie zu initiieren. „Die jungen Menschen, die mitten in der Gestaltung ihrer Zukunft sind, brauchen in der Pandemie gute Rahmenbedingungen und Unterstützung“, sagt Bernadette Ruprecht. Deshalb müsse die Landesregierung so rasch wie möglich in Abstimmung mit Hochschulen eine Studie mit der Fragestellung „Was brauchen junge Menschen jetzt?“ auf den Weg bringen.

In der Diskussion um weitere Schulschließungen ist es für die LAG JSA und das Netzwerk dringend erforderlich, dass hierbei die Schulsozialarbeit und der Zugang der Schülerinnen und Schüler zum Angebot mitdiskutiert werden muss. Es sei zu vermeiden, dass diese sozialpädagogische Unterstützung erneut teilweise oder ganz wegbricht.

Autor: Diakonie Württemberg



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