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Jeder vierte Alleinstehende von Armut betroffen

Bildbeschreibung: Eine Mutter mit ihrem Kind.
Foto: © Ratna Fitry

Für Alleinstehende ist die Armutsgefahr in Deutschland deutlich gestiegen. Im Jahr 2006 lebten noch rund jeder fünfte Single Haushalt an der Armutsschwelle oder darunter, 2019 war es mehr als jeder vierte, wie die „Saarbrücker Zeitung“ berichtete unter Berufung aktueller Daten der Bundesregierung.

Friedrich Stubbe, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen erklärte anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut:

„Wir haben ein massives Armutsproblem in unserer angeblichen Wohlstandsgesellschaft und die Politik schaut tatenlos zu. Von der nächsten Bundesregierung fordern wir daher Taten statt leerer Worte bei der Armutsbekämpfung, denn so kann es nicht weitergehen!“

Der VdK bezieht sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes: 2019 waren 16 Prozent der Niedersachsen bzw. 1,26 Millionen Menschen von Armut bedroht; Bremen belegte sogar den traurigen Spitzenreiter-Platz: hier zählte jeder vierte Einwohner zu den Armen.

„Die Armutsgefährdungsquote kennt seit Jahren nur einen Weg – kontinuierlich bergauf. Das ist ein unhaltbarer Zustand, dem dringend entschieden gegengesteuert werden muss! Denn trotz zahlreicher Reformen und Diskussionen um Verbesserungen arbeiten noch immer viel zu viele Menschen im schlecht bezahlten Niedriglohnsektor.“ Deren Geld reiche kaum bis zum Ende des Monats. Davon eine Familie zu versorgen oder für die spätere Rente etwas zurückzulegen, sei ein Ding der Unmöglichkeit, so der VdK. Immer mehr armutsgefährdete Kinder – in Niedersachsen liegt die Quote bei 23 Prozent, in Bremen sogar bei 42,3 Prozent – und eine steigende Zahl von Grundsicherungsempfängern im Alter oder bei Krankheit sind die unmittelbare Folge. Im Jahr 2020 waren mehr als 56.000 Rentnerinnen und Rentner in Niedersachsen und fast 10.000 in Bremen auf staatliche Unterstützung angewiesen – die Dunkelziffer liegt bekanntermaßen noch sehr viel höher.

„Armut wirksam bekämpfen kann nur gelingen, indem gute Löhne gezahlt werden, die zum Leben und auch später für die Rente reichen. Deshalb brauchen wir einen armutsfesten Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde“, verlangt Friedrich Stubbe. Kinder und alte Menschen sieht der VdK als besonders schutzbedürftig an, da sie sich selbst nicht (mehr) aus ihrer Bedürftigkeit befreien können. Für diese Gruppe braucht es deshalb eine eigenständige Kindergrundsicherung sowie eine neuberechnete Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die sich an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen orientiert.

Geringverdiener, Alleinerziehende, Kinder, Arbeitslose, Ältere und Kranke – diese Menschen werden durch ihre Armut an den Rand gedrängt und vom gesellschaftlichen Leben in vielen Bereichen ausgeschlossen. „Auf lange Sicht kann die Einkommenssituation für diese Personengruppen nur verbessert werden, wenn Arbeit endlich fair entlohnt wird. Der geringe Verdienst ist die Wurzel allen (Armuts-)Übels. Die gilt es nun zu ziehen!“, so der VdK-Chef.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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