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Studieren: 70 Prozent der jungen Frauen wegen Pandemie demotiviert

Bildbeschreibung: Mehrere Studenten in einem Raum.
Foto: © javier trueba

3G oder 2G. Präsenzvorlesung, hybrides Lernen oder wieder zurück zum Onlinestudium? Wer entscheidet, und was ist überhaupt noch erlaubt? Nach einem hoffnungsvollen Semesterstart herrscht an vielen Universitäten und Fachhochschulen Corona-Chaos. Vor allem Studentinnen haben nun Bedenken, dass der Pandemie-Stress samt Kontaktbeschränkungen wieder deutlich zunimmt. Wie eine forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt, hat die Krise Studierende bereits enorm belastet, vor allem die Frauen. So gibt die Hälfte von ihnen an, besonders während des letzten Lockdowns unter Anspannung und hohem Druck gestanden zu haben. Studenten gehen offenbar etwas gelassener mit der Corona-Situation um als ihre Kommilitoninnen: Unter den Männern fühlte sich jeder Dritte durch den letzten Lockdown gestresst.

Deutlich mehr Studentinnen reagieren demnach auch sensibler auf den Verlust an Sicherheit und Planbarkeit und haben dementsprechend mehr mit den psychischen Folgen der Pandemie zu kämpfen. So sagen 70 Prozent der Frauen, dass sie seit der Krise häufiger demotiviert sind – im Gegensatz zu 59 Prozent der Männer. Deutlich mehr Studentinnen als Studenten fühlen sich darüber hinaus häufiger tagsüber müde und erschöpft (58 zu 39 Prozent). Die Hälfte der Frauen leidet zudem unter depressiven Verstimmungen. Bei den Männern sind es hingegen 31 Prozent. Jede dritte Studentin und jeder fünfte Student berichten außerdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen als Folge des Pandemie-Stresses. Doppelt so viele Frauen wie Männer geben darüber hinaus zu, während der Krise bislang ängstlicher gewesen zu sein als vor Corona (34 zu 17 Prozent).

Wie weitere Umfragedaten zeigen, haben Studentinnen auch eher mit einer vierten Welle gerechnet als ihre Kommilitonen. So glaubten 78 Prozent der Studentinnen bereits vor Beginn des Wintersemesters, dass es in den kommenden Monaten erneute Kontaktbeschränkungen geben könnte (Männer 72 Prozent). Gut jede dritte Frau machte sich deshalb sogar große Sorgen, unter den Männern empfand dies nur jeder Vierte so. Deutlich größer ist bei Studentinnen daher auch die Sorge vor Einsamkeit: 50 Prozent der Frauen machen sich darüber Gedanken, jede fünfte belastet dieses Szenario sogar schwer. Unter den Männern trifft dies hingegen nur auf jeden Zehnten zu. Auch mit Blick auf die Wirkung der Covid-Impfung sind Studentinnen skeptischer als ihre Kommilitonen (52 zu 37 Prozent).

Doch wie mit solchen psychischen Belastungen und Beschwerden umgehen? Hier unterscheiden sich die Vorgehensweisen von Frauen und Männern ebenfalls deutlich. Während die Mehrheit der Männer (52 Prozent) auf eigene Strategien zur Stressbewältigung setzt, holen sich Frauen lieber Rat bei Freunden oder der Familie (40 Prozent). Jeder fünfte Student und jede sechste Studentin würden abwarten, bis sich die Lage wieder von selbst bessert, und nur drei Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen denken in solchen Situationen darüber nach, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1.001 Teilnehmer, davon 588 Studenten und 413 Studentinnen 2021 repräsentativ im Auftrag der KKH befragt. Laut Statistischem Bundesamt gibt es 2,9 Millionen Studierende (Wintersemester 2020/21) in Deutschland.

Autor: KKH / © EU-Schwerbehinderung



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