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Corona-Gipfel am Montag: Lauterbach warnt vor Lockerungen

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Foto: © kk / EU-Schwerbehinderung

Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vor der neuen Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage am Montag sich dafür ausgesprochen, die bestehenden Maßnahmen derzeit beizubehalten. Dabei hatte sich Lauterbach in der Rheinischen Post gegen Verschärfungen gewandt – zugleich warnte er: "Aber eine Lockerung wäre fatal. Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen."

Zudem zeichne sich eine Verschärfung der Maßnahmen bislang nicht ab. Dabei sagte der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), es könne nach Lage der Dinge Erleichterungen geben. Auch sei es nicht sinnvoll auf alle Maßnahmen zu verzichten wie in Großbritannien. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil sagte: "Es ist nicht die Zeit für Lockerungen, aber Verschärfungen sind ebenfalls noch nicht angezeigt."

Der Bundeskanzler Olaf Scholz und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Montag gemeinsam über die Corona-Lage beraten. Diesen Samstag sprechen bereits die Gesundheitsminister über das weitere Vorgehen, dabei geht es auch schon um die PCR-Tests.

Lauterbach schlägt angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen eine Priorisierung der besonders genauen PCR-Tests und eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Berufsgruppen vor.

„Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können“, sagte er.

So sollen alle anderen, die etwa zu Hause einen positiven Schnelltest hatten, diesen im Testzentrum nur noch mit einem „professionellen Antigen-Schnelltest“ bestätigen lassen.

Der Deutsche Hausärzteverband befürwortet es, die PCR-Tests seltener einzusetzen. "Ich begrüße es, wenn PCR-Tests künftig nicht mehr zur Bestätigung jedes Antigentests gemacht werden müssen - gerade wenn die Testkapazitäten jetzt zur Neige gehen", sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Medizinisch ist es nicht sinnvoll, nach einem positiven Antigen-Test und eindeutigen Symptomen auch noch einen PCR-Test machen zu müssen."

Der Patientenschützer Eugen Brysch forderte, Corona-Risikogruppen bei den PCR-Tests zu priorisieren. "Hochbetagte, Pflegebedürftige, Schwerstkranke und ihre Angehörigen müssen bei der PCR-Testung an erster Stelle stehen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz gegenüber "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dabei sei der Kern aller Pandemie-Maßnahmen doch der Schutz der am stärksten gefährdeten Menschen. "Jetzt nur Berufsgruppen bei den Labortests vorrangig zu behandeln kann diesem gesellschaftlichen Anspruch gar nicht gerecht werden."

Der Bundesjustizminister Marco Buschmann hat die Rücknahme von Corona-Einschränkungen an den Verlauf der Omikron-Welle geknüpft: "Wenn die nächsten Wochen zeigen, dass Omikron beherrschbar ist und mit milderen Mitteln zu bekämpfen ist, müssen Maßnahmen zurückgenommen werden", sagte er gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Zur ganzen Wahrheit gehört, dass es Modellierungen gibt, die im Laufe des Februars eine starke Belastung der Krankenhäuser prognostizieren." Man müsse die Lage "genau im Blick behalten".

"Spätestens Anfang Februar wird es in den Krankenhäusern deutschlandweit sehr eng werden, wenn die Infektionszahlen weiterhin in diesem Tempo steigen", sagte die Vorsitzende der Ärzteorganisation Marburger Bund, Susanne Johna, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. So gehe es dabei nicht nur um steigende Patientenzahlen. "Wir erwarten, dass in den kommenden Wochen sehr viele Beschäftigte des ärztlichen und pflegerischen Personals ausfallen werden, weil sie sich infiziert haben und in Isolation müssen."

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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