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Gewinner und Verlierer der Pandemie – Wo sind pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen die zu Hause wohnen?

Bildbeschreibung: Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.
Foto: © kk I EU-Schwerbehinderung

Bei der Bewertung einer epidemischen Lage und deren Folgen, ist der globale Blick unausweichlich, um vor allem die Fehler zu erkennen, die sich politisch aus einer Pandemie ergeben haben, denn Fehler sind zum Lernen da und dienen der Weiterentwicklung der Menschheit. Das Deutschland nicht gerade „lernwillig“ ist, zeigt der Blick auf die Gewinner und Verlierer der Pandemie, denn dabei fällt auf, dass es Gruppen von Menschen gibt, die einfach vergessen wurden.

Fangen wir mit dem Positiven an und betrachten die großen Gewinner. Da fallen einem sofort die Unternehmen ein, die das Homeoffice erst möglich machen, indem diese entsprechende Software anbieten um auch im Homeoffice im Team zusammen arbeiten zu können. Aber auch die großen Medizinunternehmen profitieren selbstverständlich von der Pandemie.

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Im eigenen Heim sind es dann noch virtuelle Angebote wie Glücksspiele, Online-Simulationen und Spiele, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Natürlich haben auch die Anbieter von Streaming-Diensten oder Online-Shops enorm viele Neukunden gewonnen. Selbst Online-Fortbildungsangebote werden immer beliebter.

Bei den großen Verlierern denken viele Menschen sofort an den Einzelhandel, die Gastronomie, Veranstaltungs- und Kulturbranche, Tourismus sowie das Hotelgewerbe. Selbst der Dienstleistungssektor hat in einigen Bereichen seine Probleme, gerade wenn es um Beratungsleistungen oder Therapiegruppen geht, sieht es momentan schlecht mit der Ausführung dieser Leistungen aus, da gerade hier das Telefon oder der Online-Dienest, nur eine bedingt schlechte Alternative ist.

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Zudem gibt es zwei Bereiche, die selbst seitens der Politik eher vergessen wird. Zum einen sind es jene 80% pflegebedürftige Menschen, die zu Hause durch Angehörige gepflegt werden und in der Pandemie keine Unterstützung erhalten. Angefangen von der Pflegeberatung, die geschlossen hat und für den Angehörigen telefonisch schwer erreichbar ist, bis hin zur Verhinderungspflege. Die Impfpriorisierung verdeutlicht das Problem zusätzlich, denn die Impfpriorisierung sind stark an dem Alter der Personen ausgerichtet. Viele Menschen, gerade in häuslicher Pflege, befinden sich allerdings in einem Alter, das diese Menschen von der Priorisierung ausschließt. Nicht selten sind diese Personen mit einer Erkrankung belastet, die sich nicht in der Impfpriorisierung wieder findet. Die Folge: Diese sowieso schon stark belasteten Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, dürfen jetzt auch noch den Kampf gehen, um in der Impfpriorisierung höher zu kommen.

Und es wird noch besser: Menschen mit Behinderungen, da hat sich der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nur bedingt ran getraut. Zwar wird unter „Hoher Priorität“ Trisomie21, Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression gelistet, doch eben viele Menschen nicht. Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen „H“ besitzen, an Lungenerkrankungen leiden, die sich in der Impfverordnung nicht wieder finden, müssen sich selbst darum bemühen, in der Impfpriorisierung höher gesetzt zu werden. Ganz abgesehen von noch vielen anderen Behinderungen, die zwangsläufig bei einer Infektion mit dem Coronavirus zu schweren bis tödliche Verläufe führen.

Die Kritik die mittlerweile von vielen Verbänden an der „Praxis“ der Länder- und Bundesregierung ausgeübt wird, scheint bei den verantwortlichen Politikern ignoriert zu werden, denn nicht einmal in den TV-Debatten, hat sich je ein Politiker*Inn mit dem Thema ernsthaft befasst.

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„Die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit Beeinträchtigungen werden bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht ausreichend wahrgenommen“, das stellt die Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) in einer am 16. Februar publizierten Stellungnahme fest.

Betrachtet man alle Regelungen und Empfehlungen, sind diese meist nur auf stationäre Einrichtungen bezogen. Menschen die selbstbestimmt mit Behinderung zu Hause wohnen oder dort gepflegt werden, sind Menschen die offensichtlich nicht erfasst und beachtet wurden, dabei sind diese Menschen über die Pflegekassen und Versorgungsämter schnell ermittelbar.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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