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VdK NRW zum neuen Sozialbericht: Arm, krank und abgehängt

Bildbeschreibung: Eine Hand die nach mehreren Euromünzen fest.
Foto: © vitaliy-m

Der neue „Sozialbericht NRW“ zeigt aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen einmal mehr, dass Armut, geringfügige Beschäftigung, Überschuldung sowie ungleiche Lebens- und Wohnverhältnisse für immer mehr Menschen bittere Realität sind.

Dabei verfestigen sich die Probleme regional sehr unterschiedlich, wie der Vorsitzende Horst Vöge warnt: „Das traurigste Beispiel ist das Ruhrgebiet, wo jeder Fünfte von Einkommensarmut betroffen ist. Gerade Alleinerziehende, Kinder, Ältere, Migranten und Menschen mit Behinderung müssen in vielen Stadtteilen im Revier jeden Cent zweimal umdrehen, sind auf Essen von der Tafel angewiesen und können sich Medikamente nur leisten, wenn sie an anderer Stelle Strom- und Heizkosten sparen.“

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Auch die Gesundheit hängt laut Sozialbericht mit dem Bildungsgrad, den wirtschaftlichen Verhältnissen und dem Wohnumfeld der Menschen zusammen. So war die Lebenserwartung von Frauen und Männern im Landesvergleich zuletzt in Gelsenkirchen am niedrigsten. Zudem liegt das durchschnittliche verfügbare Einkommen dort gerade mal bei 16.312 Euro pro Jahr, während es im sauerländischen Olpe 28.044 Euro sind. „Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass der Wohnort eines Menschen über den weiteren Lebensweg oder die Lebensdauer entscheidet“, so der VdK-Landesvorsitzende. „Hier sind ganz klar die Landesregierung und die Kommunen gefordert, einheitliche Verhältnisse zu schaffen.“

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Ebenso wichtig ist für den Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen die Frage nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum. „Nach Abzug der Bruttowarmmiete lag in den stark wachsenden Städten fast jeder vierte Haushalt aus dem unteren Einkommensdrittel mit seinem Resteinkommen unter dem Niveau der Grundsicherungsleistung“, verweist Horst Vöge auf die Ergebnisse des Berichts. „Manche müssen sogar die Hälfte ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten ausgeben – da bleibt nicht viel zum Leben! Damit Wohnen nicht zur Existenzfrage wird, brauchen wir dringend eine effektive Mietpreisbremse und eine Deckelung bei den Mietsteigerungen in laufenden Mietverhältnissen, etwa nach Modernisierungen.“

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Dabei sind die Langzeitfolgen der Pandemie im jüngsten Sozialbericht für das Jahr 2020 noch gar nicht berücksichtigt. „Die Bewältigung der Corona-Krise darf nicht auf Kosten armer, kranker, behinderter oder älterer Menschen gehen“, fordert Horst Vöge, der auch als Vizepräsident des VdK Deutschland aktiv ist. „Um dem vorzubeugen, müssen besonders die Städte und Kreise in NRW eine soziale Zwischenbilanz ziehen, wie sich Covid-19 auf die Situation der Menschen vor Ort auswirkt.“

Autor: VdK NRW / © EU-Schwerbehinderung



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