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Coronavirus: Forderung nach Impfpflicht schafft kein Vertrauen

Bildbeschreibung: Mann mit Arztkitel, Mundmaske und Spritze in der Hand. Mit großen Buchstaben das Wort "Impfchaos" quer über das Bild
Foto: kk | © 2021 EU-Schwerbehinderung

Die allgemeine Lage in der Corona-Pandemie spitzt sich zu und jedes Boostern oder Impfen wird keine kurzfristige Lösung bringen, sondern sich erst in ein paar Wochen als Erfolg einstellen können. Wenn da nicht das Problem mit teils überforderten Arztpraxen wäre, langen Schlangen vor Impfzentren, die es gerade Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen schwer macht sich impfen oder Booster (Auffrischimpfung) zu lassen. Viele Menschen stehen am Ende nach langem warten, ohne Impfung da, weil die Warteschlangen zu lang sind. Bilder die sich an einigen Orten bereits ereignen. Selbst der bosterwillige, der weggeschickt wurde, weil die 6 Monate nach der 2. Impfung erst in vier Tagen abgelaufen sind, wird enttäuscht nach Hause geschickt. Selbst das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt: "Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden." (Stand 18.11.2021)

Die Probleme sind wesentlich weitreichender und das zeigt auch die heute erreichte Zahl der Menschen, die an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. 100.000 Todesopfer, eine eigentlich politisch kaum vertretbare Zahl. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus: „Es macht tief betroffen, dass bereits über 100 000 Menschen in Deutschland an oder mit Corona verstorben sind. Unsere Gedanken sind in dieser Zeit bei den vielen Angehörigen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Die Zahl sollte eine Mahnung sein, sich schnell impfen und boostern zu lassen. Bund und Länder müssen die Impf- und Boosterangebote jetzt massiv ausweiten. Jeder, der medizinisch vertretbar impfen kann, sollte es dürfen. Das muss oberste Priorität haben. Denn eine Impfung ist der beste Schutz vor einer Ansteckung und einem schweren Verlauf. Sie ist auch der Weg aus der Pandemie. Daher bitten wir alle Bürgerinnen und Bürger, sich aufklären, impfen und boostern zu lassen.“

Jetzt heißt es natürlich, unbedingt auch die oder den Schuldigen zu suchen um vielleicht jemanden zu finden, der auch politische Verantwortung dafür übernimmt, dass Deutschland in der 4. Welle so schlecht da steht. Doch vermutlich bleibt das ein Wunschgedanke, den die amtierende Bundesregierung wird von der neuen Koalition abgelöst. Da ist es kein Wunder, dass in allen Fragen an die Politikerinnen und Politiker immer wieder die Aussage kommt, dass es jetzt nicht der Zeitpunkt sei um nach "Schuldigen" zu suchen, sondern man jetzt nach vorne schauen müsse um die Pandemie einzudämmen.

Dieser strategische Zug ist natürlich schlau, denn dann wird das Thema der Schuldfrage erst dann aufgegriffen, wenn viele der Verantwortlichen ihre Ämter verlassen haben. Allerdings ist es nicht ganz so einfach, denn die SPD, selbst ein Teil der ehemaligen großen Koalition und somit mitverantwortlich. Daher wird die SPD vermutlich den größten Schaden an der Pandemie-Politik aus der großen Koalition haben, denn schließlich hatte die SPD ebenfalls Regierungeverantwortung, auch wenn das Bundesgesundheitsministerium unionsgeführt war. Es wird also ein schweres Erbe das die SPD mit dem Gesundheitsministerium antreten wird, denn die oder der neue Gesundheitsminister darf sich mit allem dem abmühen, was zur Pandemiebekämpfung dazu gehört und bisher schlecht oder gar nicht angegangen wurde.

Natürlich ist es jetzt einfach, die Schuldfrage, warum so viele Menschen mit dem Coronavirus auf der Intensivstation liegen, bei den ungeimpften Menschen abzuladen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat kein Verständnis für Impfverweigerer und spricht sich für eine generelle Impfpflicht aus. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte Herrmann: "Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, war es damals selbstverständlich, dass Eltern verpflichtet waren, ihre Kinder gegen Pocken und Kinderlähmung impfen zu lassen."

Auch in der Debatte um eine Impfpflicht wird sich nicht damit befasst, warum diese Debatte überhaupt geführt werden muss. So eine Debatte könnte transparent machen, wie schlecht die Kommunikation zum Thema Impfen gelaufen ist. Eine einfache Aufforderung "Lasst Euch impfen" schafft kein Vertrauen, sondern schafft sogar noch mehr Raum für Impfskeptiker. Das zeigt, hier gibt es für die Bundesregierung und deren Marketingberater noch viel zu lernen.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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