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Die Corona-Pandemie verschärft die Folgen von Armut

Bildbeschreibung: Wohnungsloser Mann auf einer Brücke
Foto: © Dieter Scheppeit

Wenn das Einkommen sinkt, wie jetzt bei vielen Menschen, die in Folge der Pandemie ihren Arbeitsplatz verlieren oder Auftragseinbrüche erleiden, stellen hohe regelmäßige Zahlungsverpflichtungen wie Kreditraten oder Wohnkosten für sie eine bedrückende ökonomische und zugleich psychische Belastung dar.

Leicht kann dies in einer Spirale der Überschuldung und Überforderung münden. Die Caritas teilt mit: „Wenn Menschen ihre regelmäßigen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können, ist schnelle Hilfe dringend erforderlich“, so Eva Maria Welskop-Deffaa, Sozialvorstand des Deutschen Caritasverbandes. Insolvenz-rechtliche Interventionen müssten dringend begrenzt werden, damit für die Menschen die Probleme nicht eskalieren.

Speicherdauer von Schufa-Einträgen auf ein Jahr begrenzen

„Mit Nachdruck fordern unsere Beraterinnen und Berater in den Schuldnerberatungsstellen die Verkürzung der Speicherdauer von Zahlungsstörungen bei der Schufa auf ein Jahr. Denn eine längere Speicherdauer birgt für die Menschen erhebliche nachwirkende Risiken.“ Selbst wenn Menschen längst ihre kritische Schuldenphase überwunden haben, haben sie durch einen Schufa-Eintrag auf dem Wohnungsmarkt kaum eine Chance, eine bezahlbare Wohnung zu finden. „Wenn nach wiederholt erfolgloser Bewerbung am Ende nichts anderes übrig bleibt, als eine letztlich zu teure Wohnung anzumieten, birgt die gespeicherte Erinnerung an die Verschuldung den Anfang einer nächsten Verschuldungsdynamik in sich“, so Welskop-Deffaa weiter.

Anlässlich der Armutswochen der verbandlichen Caritas 2020 fordert der Deutsche Caritasverband deshalb die Politik auf,

- Zwangsräumungen weiter auszusetzen,
- wirksame Anreize für den Erhalt und Bau bezahlbaren, (auch barrierefreien) Wohnraums für alle zu schaffen
- und Recht und Praxis der Grundsicherung so anzupassen, dass SGB-II-Leistungsempfänger_innen nicht wegen zu hoher Mietkosten zum Umzug aufgefordert werden bzw. ihre Miete aus dem Lebensunterhalt bestreiten müssen.

Wohnungslosigkeit vermeiden

Selbst in wohlsituierten Wohnbezirken und beim Mittelstand könne es zu Mietschulden und Wohnungsverlust kommen, berichtet die Vorsitzende der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAG W), Ulrike Kostka: „Die Situation auf dem Wohnungsmarkt war bereits vor Corona sehr angespannt. Wenn sich jetzt durch Corona noch die finanzielle Lebenssituation verändert und zu Mietschulden führt, kann das sogar zum Verlust der Wohnung führen. Da müssen Menschen teilweise nach Jahrzehnten ihre Wohnung verlassen. Sie verlieren außerdem ihr unmittelbares, gewachsenes soziales Umfeld, mal ganz davon abgesehen, dass sie ohnehin kaum eine bezahlbare neue Wohnung finden werden.“

Hintergrund
- Von rund vier Millionen Sozialwohnungen (1988) gibt es heute nur noch rund 1,2 Millionen. Die Zahl der Haushalte, die heute dringend eine Sozialwohnung benötigen ist auf 6,3 Millionen gestiegen. (Quelle: Pestel-Institut Hannover)

- In den 77 größten deutschen Städten müssen 40 Prozent der Haushalte durchschnittlich 30 Prozent und mehr ihres Nettoeinkommens für die Kaltmiete aufbringen. (Quelle: Hans Böckler Stiftung 2019) Bei kleinen Einkommen droht über dieser Schwelle Verschuldung, etwa in Form unbezahlter Stromrechnungen.

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- Die Mieten in Deutschland steigen seit den vergangenen acht Jahren unaufhörlich rasant an, so eine Studie des Forschungsinstitutes empirica. Beispiele: Frankfurt am Main 30 Prozent, Mannheim 37 Prozent, Berlin 41 Prozent, München 44 Prozent.

- Im Jahr 1990 zahlte man bei Erstbezug einer Wohnung im Schnitt etwa 6,79 Euro für den Quadratmeter. Im Jahr 2019 belief sich der Mietpreis auf durchschnittlich ca. 12,21 Euro pro Quadratmeter. Vom Jahr 2018 bis Jahr 2019 stiegen die Mietpreise durchschnittlich um 3,6 Prozent. (Quelle: Statista)

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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