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Konrad Adenauer Stiftung analysiert Corona Triage-Empfehlungen in Europa

Bildbeschreibung: Ein Bett im Krankenhaus.
Foto: © Martha Dominguez de Gouveia

Angesichts der Belastung des Gesundheitssystems durch die Steigenden Covid-19 Patienten und füllenden Intensivstationen in vielen europäischen Ländern werden die Rufe nach einer Triage-Empfehlung immer lauter.

So gebe es mittlerweile verschiedene Leitlinien verschiedene Leitlinien, Empfehlungen und Handreichungen, die eine Orientierung bei der Triage geben soll, doch es fehlen dafür gesetzliche Grundlagen.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung mach auf diese „legislative Zurückhaltung“ in Europa aufmerksam mit ihrer veröffentlichten Untersuchung „Triage-Empfehlungen grenzüberschreitet betrachtet“.

Dazu wurden Intensivmediziner in neun westeuropäischen Ländern gefragt, wie bei ihnen bei einer Triage gehandelt wird. Die Stiftung wählte für die Untersuchung verschiedene Länder aus um eine repräsentative Analyse zu erhalten: Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, die Nie­derlande, Schweden, die Schweiz und Großbritannien.

Dabei hatte sich ein großes Spektrum gezeigt, nur in Großbritannien sind die Triagevorgaben faktisch verbindlich. Dänemark sei das einzige Land, in dem es keine Triage-Empfehlung gibt. In Deutschland gebe zwar viele Empfehlungen, von medizinischen Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, der Bischofskonferenz, dem Deutschen Ethikrat und der Bundesärztekammer, jedoch würden diese sich aber zum Teil widersprechen, schreibt die Juristin Katja Gelinsky die Autorin der Untersuchung.

Die Länder der Befragung folgten generell zufolge zum größten Teil der Devise, mit den begrenzten Kapazitäten möglichst viele Menschenleben zu retten. Doch so gebe es auch hier unterschiedliche Auffassungen über Grenzziehungen. Uneinigkeit herrsche zum Beispiel darüber, welche Bedeutung das Lebensalter für die Zuteilung intensivmedizinischer Ressourcen haben sollte. Auch die Frage, ob die Behandlung von Intensivpatienten notfalls abgebrochen werden sollte, um Kranke mit voraussichtlich besseren Überlebenschancen versorgen zu können, werde sehr unterschiedlich beantwortet.

Zusammenfassend lasse sich Gelinsky zufolge feststellen, dass in allen betrachteten Ländern mit Triage-Empfehlungen die Bedeutung individueller, patientenzentrierter Entscheidungsfindung betont wird, zugleich aber überindividuelle Gesichtspunkte eine zentrale Rolle spielen

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„Das Bestreben, mit den begrenzten Kapazitäten möglichst viele Menschenleben bzw. möglichst viele Lebensjahre zu retten, wird zwar teilweise durchaus als problematisch empfunden. Trotzdem wird das Motto „save the most“ überwiegend als Leitbild empfohlen. Nach diesem Ansatz sei es nur folgerichtig, dass eine strikte Gleichbehandlung aller Intensivpatienten unabhängig von den klinischen Erfolgsaussichten ganz überwiegend nicht empfohlen wird.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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