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Digitalisierung in Deutschland noch ausbaufähig

Bildbeschreibung: Jemand der an einem Laptop arbeitet.
Foto: © Etienne Boulanger

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in Deutschland einen Schub verliehen: Flächendeckend arbeiten die Bundesbürger im Homeoffice, Konferenzen finden online statt, die Zahl der digitalen Produkte und Prozesse wächst.

Der IWKoeln teilt mit: Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Branchen und Regionen enorme Unterschiede, zeigt der neue Digitalisierungsindex, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit weiteren Forschungsinstituten erstellt hat.

Der Westen Deutschlands hat in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen IW-Studie, die untersucht, welche Unternehmen und Branchen besonders weit digitalisiert sind, wo sich diese Unternehmen angesiedelt haben und wie gut beispielsweise die technische Infrastruktur vor Ort ist.

Süddeutschland ist Vorreiter

Demnach ist Süddeutschland - bestehend aus Baden-Württemberg und Bayern - besser aufgestellt als West- und Ostdeutschland. Das liegt zum einen daran, dass im Süden sehr viele Unternehmen sitzen, die besonders intensiv forschen, beispielsweise aus der Automobilindustrie, der Elektrotechnik und dem Maschinenbau. In den anderen drei Regionen Deutschlands ist die Forschungs- und Innovationsaktivität mit Digitalisierungsbezug wesentlich geringer. Der Norden kann jedoch unter anderem durch ein vergleichsweise gutes Breitbandnetz punkten und landet hinter dem Süden auf dem zweiten Platz. Unternehmen in Westdeutschland sind dagegen schlechter mit schnellem Internet ausgestattet. Hinzu kommt: Hier gibt es besonders viel Potenzial im Hinblick auf den Ausbau der Forschungs- und Innovationsaktivitäten der Unternehmen. Ostdeutschland schneidet mittelmäßig ab: Zwar gibt es hier viele digitale Start-ups, allerdings vergleichsweise wenig IT-Fachkräfte.

In der Gesamtbetrachtung ist – wenig überraschend – die Informations- und Kommunikationsbranche besonders weit digitalisiert: Hier gibt es besonders innovative, digitale Produkte, aber auch überdurchschnittlich viele digitale Geschäftsmodelle. Größeren Nachholbedarf haben dagegen Unternehmen im Tourismussektor, aber auch im Handel oder im Sonstigen Produzierenden Gewerbe, zu dem beispielsweise die Baubranche sowie die Energie- und Wasserversorgung gehören.

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Digitalisierung nicht immer möglich und sinnvoll

„Natürlich gibt es Geschäftsfelder, die nur begrenzt digitalisiert werden können, beispielsweise touristische Angebote“, sagt IW-Digitalisierungsexpertin und Studienautorin Vera Demary. „Aber auch in diesen Bereichen gibt es noch Potenziale und Entwicklungen, die heute noch gar nicht vorstellbar sind. In den nächsten Jahren werden wir daher konkret analysieren, wie sich der Stand der Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland weiterentwickelt.“

Der Digitalisierungsindex erscheint künftig jährlich im Rahmen des Projekts „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Projektpartner: IW, IW Consult, ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sowie das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e. V. an der RWTH Aachen und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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