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Kanzleramtschef Braun zu Corona: "könnten im Sommer zu unserem normalen Leben zurückkehren" - Impfstoff bei Mutation noch wirksam?

Bildbeschreibung: Kanzeramtschef Helge Braun im Deutschen Bundestag
Foto: kk | © 2021 EU-Schwerbehinderung

Geht es nach dem Kanzleramtschef Helge Braun, dürfen wir im Sommer wieder zur Normalität zurück kehren. „Der Frühling macht es uns einfacher, und es kommen immer mehr Impfungen hinzu. Wir könnten im Sommer zu unserem normalen Leben zurückkehren“, sagte Braun gegenüber dem „Spiegel“. Normalität ist etwas, was sich nicht nur viele Menschen wünschen, für Bildung und Kinder besonders wichtig ist, aber auch für die Wirtschaft dringend von Nöten, denn schon jetzt sind immer mehr dauerhafte Geschäftsschließungen zu beobachten.

Die öffentlich geführten Debatten der letzten Tage zeigen aber auch, dass es seitens der Bund und Länder viele Fehler gemacht wurden. Argumentativ heiß es immer, "wir müssen noch lernen". Dabei zeigen gerade Länder wie Thailand, dass es auch anders geht. Sascha Lobo schreibt in seiner Kolumne im "Spiegel": "Ich fühle mich von den Regierungen dieses Landes verdackelt. Da ist ein Muster in der Corona-Politik, und es macht mich wütend. Deutschland ist zum Land der selbstgefälligen Halbherzigkeit geworden, und in der Pandemie bekommt es dafür immer wieder die Quittung."

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Bei der Sendung Maybritt Illner vom 21.01.2021 kritisiert Lobo, die für die Bevölkerung mangelnde Nachvollziehbarkeit der Maßnahmen. Kritik, die sich zudem gehäuft in den sozialen Medien zeigt. Helge Braun betont bei Maybrit Illner, dass der Grund für das erneute Zusammentreffen am 19. Februar, die Virusmutation war. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte dieses bereits am Dienstag wo sie darstellte: "Ganz wesentliche Sorgen machen aber vor allem die Erkenntnisse über Mutationen des SARS-CoV2-Virus. Die britischen Gesundheitsbehörden und die überwiegende Zahl der Forscher sind sehr alarmiert, weil epidemiologische Erkenntnisse darauf hindeuten, dass die dort aufgetretene Mutation B1.1.7 deutlich infektiöser ist, als das uns bisher bekannte Virus." - "und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir die Infektionszahlen jetzt reduzieren, so Braun. Es ist die Angst das „wenn die Mutante sehr schnell ist, die Überhand gewinnt und unsere Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt werden, dann besteht die Gefahr, dass uns dieser Erfolg vermasselt wird“, so Braun.

Ziel war es immer, dass die besonders vulnerablen Gruppen geschützt werden. Praktisch scheint sich die Fokussierung aber nur auf Pflegeheime und Einrichtungen zu fixieren und selbst Helge Braun bestätigt: „Wir haben frühzeitig mit den Ländern über Hygienekonzepte gesprochen, FFP2-Masken in die Heime geschickt und Schnelltests vorgeschrieben. Trotzdem können wir sie offenkundig nicht so schützen, dass das Virus dort nicht hineingetragen werden kann“ - Solche Aussagen sind natürlich nicht gerade Aussagen, die für Zuversicht sorgen.

Das die "Bundeskanzlerinnenbitten" nicht bindend sind, zeigt sich dann, wenn es um die Umsetzung beschlossener Maßnahmen geht. Hier findet am Ende jedes Bundesland seine eigene, meist der Infektionslage angepassten, Regeln. Für die Bürgerinnen und Bürger kein leichtes Unterfangen, denn die "Kanzlerin hat gesagt" und am Ende ist es dann doch nicht so.

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In der Pressekonferenz betonte die Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Wir haben gesagt, dass es wichtig ist, dass wir auch eine Öffnungsstrategie haben; denn wir können natürlich am 15. Februar ‑ oder wann immer wir unter einem Inzidenzwert von 50 sind ‑ nicht wieder alles aufmachen, sondern wir müssen da natürlich auch wieder Prioritäten setzen. Eine Priorität für mich ist ganz klar, dass zuerst Kitas und Schulen wieder geöffnet werden müssen.

Wir müssen dann ja ganz vorsichtig sein, damit wir nicht wieder das erleben, was in vielen Ländern passiert: Man macht einen harten Lockdown, man öffnet, und man öffnet zu viel, und dann hat man sozusagen das Ergebnis, dass man ganz schnell wieder im exponentiellen Wachstum ist. Was in Großbritannien passiert ist, ist ja ‑ und das ist das, was uns so bedenklich stimmt und was wir beachten müssen ‑: Dort gab es von November bis Anfang Dezember einen Lockdown ‑ ziemlich streng, nicht mehr als sechs Personen und viele Schließungen, aber die Schulen und die Kitas waren auf ‑, dann hat man sehr schnell vieles aufgemacht, und dann hat man nicht bemerkt, dass sich plötzlich das mutierte Virus sehr viel schneller ausgebreitet hat. Bei diesem Öffnen ist dann die Fallzahl für das alte Virus gestiegen, aber mit einer sechs- bis achtmal höheren Geschwindigkeit sind die Fallzahlen für das neue Virus gestiegen, und das hatte man nicht vorausgesehen.

Deshalb: Weil wir wissen, dass das britische Virus hier ist, muss jede Öffnungsstrategie sehr vorsichtig vorgehen. Auf Rang eins der Öffnung stehen Kitas und Schulen ‑ das ist, glaube ich, politisch völlig unstrittig. Danach wird es aber natürlich nicht ganz einfach. Ich würde einmal sagen: Aus praktischen Gründen müssten dann bald die Friseure drankommen ‑ das ist jetzt aber mehr anekdotisch. Dann geht es natürlich auch um den Einzelhandel, und dann muss man das immer weiter diskutieren. Man muss vor allen Dingen immer schauen: Was für eine Auswirkung hat das? Ansonsten würden wir uns, glaube ich, gleich wieder zurückwerfen. Darüber muss gesprochen werden, und deshalb ist das auch richtig."

Die größte Angst scheint also die Mutation des Virus zu sein. In Deutschland sind mittlerweile drei Mutationen aufgetaucht:

  • bekannte Variante: Corona-Mutation aus Großbritannien B.1.1.7
  • bekannte Variante: Corona-Mutation aus Südafrika B.1.351
  • bekannte Variante: Corona-Mutation aus Brasilien P.1

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Wenn jetzt das Virus in mehreren Varianten mutiert, ist der Impfstoff dann überhaupt wirksam? Zumindest scheint AstraZeneca die Durchführbarkeit einer Anpassung des entwickelten Sars-CoV-2-Impfstoffs AZD1222 an die britische, die südafrikanische und die brasilianische Mutation zu prüfen, wie der Telegraph schreibt. Bis jetzt ist unklar, inwieweit eine Impfung mit AZD1222 auch vor diesen Mutationen schützt, schreibt "Heise". Bei den Impfstoff von Biontech/Pfizer geht man laut "FrankfurterRundschau" davon aus, dass dieser auch bei der britischen Variante hilft. "Für die südafrikanische und die brasilianische Mutante dürfte das aber vermutlich nicht zutreffen, zumindest nicht zu hundert Prozent.", so die FR und weiter: "Berichte von Reinfektionen aus Südafrika und Brasilien bestätigen den Verdacht. So kam es in der Stadt Manaus zu einem neuerlichen Corona-Ausbruch, obwohl dort 75 Prozent der Bevölkerung bereits eine Infektion durchgemacht haben sollen."

Merkel: "Unseren Bemühungen droht eine Gefahr, und wir sehen diese Gefahr heute etwas klarer als zu Jahresbeginn. Das ist die Mutation des Virus, wie sie vor allem in Großbritannien und in Irland, aber auch in den Niederlanden, in Dänemark, in anderen Ländern und auch bei uns nachgewiesen worden ist. Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das mutierte Virus um ein Vielfaches ansteckender als das seit einem Jahr bekannte ist und dass das eine Hauptursache für den gewaltigen Anstieg der Infektionszahlen in Irland und England ist. Bei uns ist dieses mutierte Virus, wie gesagt, auch schon nachgewiesen worden, aber es ist nicht dominant, jedenfalls bis jetzt nicht. Trotzdem müssen wir die von dieser Mutation ausgehende Gefahr sehr ernst nehmen"

Autor: kro / © EU-Schwerbehinderung

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