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Jede Woche zählt: Erwachsene Bevölkerung könnte bis Ende Juli 2021 geimpft sein

Bildbeschreibung: Eine Frau die eine Spritze in der Hand hält.
Foto: © Karolina Grabowska

50 000 der bundesweit rund 75.000 Arztpraxen könnten täglich jeweils 20 Impfstoffdosen verabreichen und dadurch mit bis zu 5 Millionen Impfungen in der Woche zügig zur Immunisierung der Bevölkerung gegen das COVID-19-Virus beitragen. In den 433 Impfzentren konnten laut Meldedaten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zuletzt rund 140.000 Impfungen pro Tag vorgenommen werden. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember 2020 wurden bislang insgesamt 7,5 Millionen Dosen ausgeliefert, von denen rund 5,7 Millionen Einheiten verimpft wurden.

Die Länder sehen die Tageskapazität der Impfzentren derzeit bei rund 340.000 Dosen und schätzen, dass diese im März auf über 550.000 gesteigert werden könnte. Trotzdem wird das Kapazitätspotenzial von mehr als einer Million Impfungen pro Tag in den Vertragsarztpraxen zusätzlich genutzt werden müssen, um einen Impfstau zu vermeiden, wenn die zugesagten Impfstoffdosen in den nächsten Wochen wie erwartet ausgeliefert werden.

Schafft die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für das Impfen in Arztpraxen, könnten Anfang Mai bereits 35 Millionen Deutsche mindestens eine Erstimpfung erhalten haben. Eine Erstimpfung der erwachsenen Bevölkerung könnte günstigstenfalls schon in der ersten Julihälfte, die vollständige Immunisierung Anfang August abgeschlossen sein, wenn weitere Impfstoffe kurzfristig zugelassen und alle verfügbaren Impfdosen schnellstmöglich verimpft werden.

„Jede zusätzliche Impfung reduziert die Gefahr einer Ansteckung sowie das Risiko schwerer Krankheitsverläufe. Je größer der Anteil der Geimpften in der Bevölkerung, umso weniger müssen wir uns mit den Konsequenzen des Lockdowns auseinandersetzen. Vielmehr kommt es jetzt auf jeden Tag und jede Woche an. Sobald es genügend Impfstoffe gibt, müssen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in die nationale Impfkampagne einbezogen werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, heute in Berlin.

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat heute ein Online-Tool freigeschaltet, über das verschiedene Impfszenarien auf Bundes- und Landesebene berechnet werden können. „Die Zi-Impfmodellierung bietet damit ein Zeit- und Mengengerüst für den zukünftigen Verlauf der nationalen Impfkampagne. Wir bieten den politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern damit die Möglichkeit, die Auswirkungen der Entscheidungen zum weiteren Management der Impfkampagne sofort abzulesen. Abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit kann dynamisch modelliert werden, wie Veränderungen der Impfkapazität oder verschiedene Impfstrategien sich auf den Impffortschritt der Bevölkerung je Bundesland und im Bundesgebiet auswirken. So könnte es etwa bald sinnvoll sein, auf das Zurücklegen der zweiten Impfdosis zu verzichten, bzw. das Intervall zwischen Erst- und Zweitimpfung auszuweiten, um dadurch rasch weite Teile der Bevölkerung vor einem schweren COVID-19-Verlauf zu schützen“, so der der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Bereits zu Ostern wird der große Impfstoffmangel vorüber sein. Für das zweite Quartal 2021 haben Biontech und Pfizer 40,2 Millionen Dosen zugesagt. Zugleich rechnet das BMG mit großen Lieferungen von Moderna und Astra-Zeneca, die 6,4 bzw. 16,9 Millionen Einheiten bereitstellen wollen. Im Falle einer rechtzeitigen Zulassung stünden möglicherweise auch noch Johnson & Johnson sowie Curevac mit größeren Liefermengen (10,1 bzw. 3,5 Millionen Dosen) bereit. Gleichzeitig warnte der KBV-Vorstandsvorsitzende davor, die impfenden Arztpraxen mit zusätzlicher Bürokratie zu überlasten: „Die Priorisierung wird bisher strikt medizinisch geplant, ohne Bezug zum tatsächlichen Impfstoffvolumen. Sobald der Impfstoff in großer Menge in die Arztpraxis kommt, wird diese Priorisierung schnell nachrangig werden.“

Die politisch Verantwortlichen könnten darauf vertrauen, dass die Ärztinnen und Ärzte die Impfungen anhand der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission an diejenigen vergeben, die diese aus medizinischer Sicht besonders dringend benötigten, bekräftigte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister. Zu der Frage, wie die Impfstoffe in die Praxen gelangten, hätten KBV, Apothekerverbände und Pharmagroßhandel gemeinsam praktikable Vorschläge vorgelegt. Auch zur Impfdokumentation hat die KBV ein für die Praxissoftware taugliches Verfahren definiert. Ebenso seien dem BMG Vorschläge zur Honorierung der Impfungen in Praxen vorgelegt worden. „Wir haben die nötigen Vorarbeiten zu allen Voraussetzungen für das Impfen in den Praxen geleistet. Jetzt setzen wir auf eine schnelle Anpassung der Impfverordnung“, so Hofmeister.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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