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Spahn: Gleichstellung geimpfter mit negativ getesteten Personen

Bildbeschreibung: Jens Spahn mit Mundmaske im Impfzentrum der Messe Berlin
Foto: © Michael Kappeler / dpa

In der Debatte, ob Menschen die gegen das Coronavirus geimpft wurden besser gestellt werden, gibt es reichlich Diskussionen. Der Ethikrat hatte bereits am 4.2.2021 dargestellt, dass "Eine vorherige individuelle Rücknahme von Freiheitsbeschränkungen nur für geimpfte Personen ließe sich allenfalls dann rechtfertigen, wenn hinreichend gesichert wäre, dass sie das Virus nicht mehr weiterverbreiten können. Dabei wären allerdings auch Fragen der Gerechtigkeit sowie der Folgen für die Akzeptanz der Impfstrategie zu berücksichtigen. Das Befolgen vergleichsweise weniger eingriffsintensiver Maßnahmen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht kann man auch Geimpften in jedem Fall weiterhin zumuten."

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Der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte bei einem heutigen Besuch in einem Impfzentrum in Berlin deutlich, dass Impfen die dritte Welle nicht verhindern wird. In der Bild am Sonntag will Spahn mehr Freiheiten für geimpfte angekündigt haben. "Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde" und soll somit ohne weitere Tests in Geschäfte oder zum Friseur. "Zudem müssen nach Einschätzung des RKI, vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne", berichtet "Die Welt".

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Bei einem heutigen Besuch eines Impfzentrums in Berlin, betont Spahn noch einmal: "Wichtig es genau hinzuschauen, worum es geht, es geht darum das wir, das habe ich übrigens schon des Öfteren gesagt, dass wir Vollständig geimpfte, so behandeln wie negativ getestete. Das heißt also, dass Abstandregeln, Hygieneregeln, das Tragen medizinischer Schutzmasken, sowohl für negativ getestet wie für vollständig geimpfte ja weiterhin notwendig ist. Das heißt ja nicht, dass jemand der vollständig geimpft es jetzt einfach wieder ohne Maske in die U-Bahn geht, sondern dass wir gleich behandeln können, weil wir sehen das, dass Risiko einer Infektion und einer Infektionsübertragung bei jemand der Tagesaktuell negativ getestet ist, in etwa so ist wie jemand der vollständig geimpft ist. Das wir das Gleichstellen können und das erleichtert zum Beispiel fragen der Einreise, das erleichtert die Frage wenn wir Test gestützt nachdem brechen der dritten Welle öffnen sollten. Das man meinetwegen mit einem negativen Test zum Friseur gehen kann oder zum Einkaufen, dann die Impfung dem gleich steht. Aber da ja jeder sich ganz einfach negativ testen lassen kann und im Übrigen auch kostenlos testen lassen kann . Es ist ja in ganz Deutschland seit Anfang März eine sehr umfassende Testinfrastruktur entstanden. Haben sowohl die negativ getesteten wie die geimpften, dann die gleichen Möglichkeiten. Niemand hat mehr oder weniger Möglichkeiten, als jemand anders, solange klargestellt ist das das Infektionsrisiko reduziert ist. Durch Testungen oder Impfungen."

Als Reaktion wird an vielen Stellen bereits von einer "Zweiklassengesellschaft" geredet. Vor allem bleibt dabei auch die Frage offen, was mit Menschen ist, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Viele Menschen, gerade auch Menschen mit einer Behinderung oder pflegebedürftige unter 60 Jahren, die zur Risikogruppe zählen, warten noch heute auf einen Impftermin. Insbesondere sind davon Menschen betroffen, die durch angehörige zu Hause gepflegt werden oder Menschen mit einer Behinderung, die zu Hause lebend, ein selbstbestimmtes Leben führen. Entsprechend forderte der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen, dass Menschen mit Behinderung gegen das Corona-Virus früher geimpft werden müssen. Bei Krauthausen macht sich derzeit der Eindruck breit, dass sie der Bundesregierung „eher lästig“ seien, als sie wirklich schützen zu wollen, betont der Inklusionsaktivist im Februar beim SWR2.

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Der Deutsche Ethikrat äußerte sich auch zu der Thematik, wie mit geimpften in Einrichtungen umgegangen werden soll: "Die insgesamt kritische Beurteilung möglicher besonderer Regeln für auf freiwilliger Basis geimpfte Personen gilt wohlgemerkt nicht für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege-, Senioren-, Behinderten- und Hospizeinrichtungen. Die in solchen Einrichtungen geltenden Ausgangsverbote bzw. -einschränkungen und Beschränkungen von Besuchs- und Kontaktmöglichkeiten sollten für die dort Lebenden aufgehoben werden, sobald sie geimpft wurden. Angesichts der erheblichen Belastungen, welche diese Personengruppe bereits im Verlauf der Pandemie erlebt hat, kann dies ethisch gerechtfertigt werden."

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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