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EU-Schwerbehinderung

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Ins EU-Ausland auswandern mit Pflege oder Schwerbehinderung

Wer kennt es nicht, Urlaub, Sonne, Strand. Ein Leben wie im Paradies. Oft ist es nicht verwunderlich, dass man den Gedanken hegt, dieses Paradies dauerhaft genießen zu wollen. Doch es dabei erwarten einen auch viele Fallen, die wenn man nicht ausreichend vorbereitet ist, ziemlich teuer werden können.

Im Ausland arbeiten:


Wer im Ausland arbeiten möchte, der braucht sich eigentlich einfach nur einen Job suchen. Denkt man. In der Praxis sieht das aber ganz anders aus. Auch wenn der Job schnell gefunden ist, die geeignete Wohnung vielleicht auch, so muss man bedenken, dass der Abschied aus Deutschland auch der Abschied aus dem deutschen Sozialsystem bedeuten kann. Plötzlich ist nicht mehr die deutsche Krankenversicherung zuständig, Sozialabgaben in Deutschland fallen auch nicht mehr an. Ganz zu schweigen, von Steuern. Aus Deutschland raus, heißt nämlich auch, man muss alles im neuen Heimatland anmelden, Kfz, Krankenversicherung und natürlich die Steuern.

Ist man EM-Rentner mit teilweiser Erwerbsunfähigkeit, bezieht also eine Rente aus Deutschland, bleibt man zwar zu Teilen im deutschen Sozialsystem versichert, aber hat nur selten auch Anspruch auf Leistungen von diesem. Außer vielleicht die Rente, die man aus Deutschland erhält und im Normalfall auch EU weit gezahlt wird.

Im Ausland mit Schwerbehinderung:

Hat man einen in Deutschland anerkannten Schwerbehinderungsgrad (GbR), so ist dieser nicht ohne weiteres in das neue Heimatland übertragbar, da die Feststellung nach deutschen Richtlinien erfolgte. In einem anderen Land, können aber ganz andere Bewertungskriterien dazu führen, dass man eventuell sogar seine Schwerbehinderung gemindert oder gar aberkannt bekommt. Es muss also alles neu beantragt werden. Es gibt zwar (steuerliche) Aspekte, die einen dazu berechtigen, den deutschen Schwerbehinderten Ausweis zu behalten, das ist aber eher die Ausnahme. 

Besonders sollten jene aufpassen, die ein Kfz besitzen, dass für die Schwerbehinderung umgebaut wurde, denn nicht überall ist dieses Fahrzeug überhaupt wart bar und das kann zu bösen Überraschungen in der Werkstatt führen.

 

Pflege im Ausland:

Wer in Deutschland als Pflegebedürftig eingestuft ist, wird kein großes Problem haben, sein Pflegegeld auch in das EU-Ausland zu exportieren. Das war es aber meist auch schon. Pflegesachleistungen werden nach aktuellem Recht, nicht exportiert. Somit muss ggf. das Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlt werden. Trotzdem kann sich das rechnen, denn in einigen Ländern ist die Unterbringung erheblich kostengünstiger. Hier sollte man sich aber genauestens informieren, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen oder gar mit schlechter Pflegeleistung kämpfen zu müssen. Zudem kann es zu Sprachbarrieren kommen, wenn die Sprache des neuen Heimatlandes nicht beherrscht wird.  


Medikamente und Arztkosten:

Auch hier droht eine Kostenfalle. In einigen EU-Ländern sind zwar Medikamente erheblich günstiger, aber neben Medikamenten gibt es immer noch Arztkosten. Nicht selten erhält man mit der gesetzlichen Krankenversicherung, nur eine Minimalversorgung. Ratsam ist es da, genau zu prüfen, wie die medizinischen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung aussehen. Hilfreich sind zwar oft zusätzliche private Krankenversicherungen, aber diese sind nicht immer kostengünstig.


Steuern:

Wer im Ausland lebt, muss auch dort Steuern bezahlen. Aber auch da gibt es beispielsweise für Rentner, wieder Ausnahmen. Gerade Rentner sollten sich daher beim Finanzamt Neubrandenburg (RiA) beraten lassen, denn je nach Art der Rente, oder deren Zeitpunkt des erst erhaltest, kann auch eine mögliche Versteuerung in Deutschland in Frage kommen. Zudem gibt es zwischen Deutschland und vielen anderen EU-Staaten, bereits sogenannte Doppelsteuerabkommen. Dazu gibt es mehr Informationen auf der Seite des Bundesfinanzministeriums


Tipp:


Bevor man den Schritt endgültig wagt, sollte erst einmal ein längerer Urlaub im neuen möglichen Heimatland gemacht werden. Dieser Urlaub sollte aber nicht zum "ausruhen" genutzt werden, sondern vielmehr dazu, um sich über alle Gegebenheiten zu informieren. Wer auf ein Fahrzeug, bspw. wegen einer Behinderung, angewiesen ist, sollte prüfen, ob es auch Transportmöglichkeiten gibt, falls das Fahrzeuge einmal ausfällt.

Viele Informationen erhält man oft, von den Konsulaten des jeweiligen Landes. Eine gute Informationsquelle ist zusätzlich das Bundesverwaltungsamt.
Auf einer besonderen Seite des Bundesamt für Soziales findet man den Sozialkompass, der einen themen- und länderspezifisch viele Informationen bietet.


Anm. der Redaktion: Wer übrigens noch Tipps hat, die wir hier "vergessen" haben, kann gerne unser Kontaktformular verwenden. Wir werden dann diesen Artikel entsprechend aktualisieren.

 

 

 

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