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Altersarmut nimmt immer mehr zu

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann.
Foto: © Andrea Piacquadio

Zum Tag der älteren Menschen teilt Statistische Bundesamt (Destatis) mit, das die Generation 65 plus in Deutschland zunehmend von Altersarmut bedroht sei. Bei den über 64 Jährigen stieg der Anteil, gemessen am Bundesmedian die armutsgefährdet sind, in den vergangenen 15 Jahren um 4,7 Prozentpunkte auf 15,7 % im Jahr 2019.

In keiner anderen Altersgruppe war der Anstieg seit dem Jahr 2005 so groß. Insgesamt stieg die Armutsgefährdungsquote im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozentpunkte auf 15,9 %. Die Armutsgefährdungsquote, ein Indikator zur Messung der relativen Einkommensarmut, war für Personen über 64 Jahre somit im Jahr 2019 annähernd genauso hoch wie in der Gesamtbevölkerung.

Dabei fällt der Anstieg Armutsgefährdungsquoten für die Generation 65 plus im betrachteten Zeitraum in den westlichen und den östlichen Bundesländern (einschließlich Berlin) ähnlich hoch aus, Unterschiede ergeben sich aber jedoch im Vergleich zur Armutsgefährdung über alle Altersgruppen hinweg. So stieg im Westen die Armutsgefährdungsquote für über 64-Jährige seit 2005 um 4,6 Prozentpunkte auf 16,2 % im Jahr 2019 und liegt damit sogar knapp oberhalb der Armutsgefährdungsquote für alle Altersgruppen im Westen zusammen. Im Osten konnte im selben Zeitraum ein Anstieg um 4,9 Prozentpunkte auf 13,8 % gemessen werden. Dieser Wert liegt jedoch um 4,1 Prozentpunkte unter der Armutsgefährdungsquote für alle Altersgruppen im Osten. Auffällig ist, dass der Anstieg der Armutsgefährdung in der Generation 65 plus im Osten gegenläufig zum dort beobachteten Gesamttrend verläuft. Über alle Altersgruppen hinweg nahm die Armutsgefährdungsquote im Osten ab: Von 20,4 % im Jahr 2005 auf 17,9 % im Jahr 2019.

Wer im Alter seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann, erhält die Grundsicherung im Alter nach dem Vierten Kapitel SGB XII. Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger im Rentenalter, die bis 2012 bei 65 Jahren lag und seither wird schrittweise angehoben wird, hat sich seit Einführung der Leistung im Jahr 2003 bundesweit mehr als verdoppelt: von 258 000 zum Jahresende 2003 auf 562 000 zum Ende des vergangenen Jahres. Dieser Anstieg ist auch auf die insgesamt in Deutschland wachsende Zahl von Menschen im Rentenalter zurückzuführen. Allerdings sind inzwischen mehr Menschen im Rentenalter auf die Sozialleistung angewiesen als vor 17 Jahren: Deren Anteil stieg von 1,7 % zum Jahresende 2003 auf 3,2 % im Dezember des vergangenen Jahres.

Der VdK-Hessen Thüringen teilt dazu mit:

Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Wie das Statistische Bundesamt zum heutigen Tag der älteren Menschen mitteilt, stieg der Anteil der über 64-Jährigen, die gemessen am Bundesmedian armutsgefährdet sind, in den vergangenen 15 Jahren um fast 5 Prozent von 11 auf 15,7 Prozent. In keiner anderen Altersgruppe war der Anstieg seit 2005 so groß. „Die aktuellen Zahlen bestätigen leider unsere seit Jahren geäußerten Befürchtungen“, sagt der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann. „Die Politik darf sich diesem drängenden Problem nicht mehr länger verschließen und muss endlich den Kampf gegen die Altersarmut entschlossen aufnehmen.“

Ein weiterer Indikator für die Zunahme der Altersarmut ist der Anteil der Menschen im Rentenalter, die Grundsicherung im Alter beziehen. Mit 4 Prozent liegt Hessen hier über dem Bundesdurchschnitt an fünfter Stelle hinter den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sowie dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Thüringen schneidet hier mit 1 Prozent am besten ab.

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Damit nicht noch mehr Menschen im Rentenalter von Armut betroffen sind, fordert der VdK eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13 Euro pro Stunde und eine Erhöhung des Rentenniveaus auf 50 Prozent. Zudem sieht es der Sozialverband als unabdingbar an, die Abschläge von bis zu 10,8 Prozent bei der Erwerbsminderungsrente zu streichen. „Die Politik muss endlich handeln“, fordert Paul Weimann. „Sie darf sich auch nicht länger zukunftsweisenden Konzepten wie einer Erwerbstätigenversicherung verschließen, in die alle einzahlen: Politiker, Selbstständige und langfristig auch Beamte.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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