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Klimakrise bedroht Kinderrechte

Bildbeschreibung: Mehrere Kinder die Gummistiefel tragen.
Foto: © Ben Wicks Bildbeschreibung: Mehrere Kinder die Gummistiefel tragen.

Die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen weltweit die Zukunft und die Rechte von Kindern - besonders jener, die ohnehin benachteiligt, diskriminiert oder besonders gefährdet sind. Darauf weist die Kinderrechtsorganisation Save the Children Deutschland in ihrer neuesten Veröffentlichung der Berichtreihe Next Generation "Kinderrechte in der Klimakrise: Gesundheit und Ernährung" hin. Anlässlich der UN-Klimakonferenz COP26 fordert die Organisation die Bundesregierung auf, Kinder, die schon heute die Folgen der Klimakrise spüren, in den Mittelpunkt der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe zu stellen. Investitionen in globale Gesundheit und Ernährung werden in diesem Kontext weiter an Bedeutung gewinnen.

Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren werden immer häufiger, machen Menschen obdachlos, zerstören Ernten, verteuern Lebensmittel, begünstigen Krankheiten und Heuschreckenplagen. Ein im Jahr 2020 geborenes Kind wird fast drei Mal so viele Dürren und Missernten und fast sieben Mal so viele Hitzewellen erleben wie eine Person, die 1960 geboren wurde. Ohne entschiedenes Handeln wird die Klimakrise Millionen Kinder weltweit Krankheiten, Armut und Hunger aussetzen und bestehende Ungleichheiten verfestigen. Um die Folgen der Klimakrise auf Kinder zu mindern, muss zum einen frühzeitig Unterstützung geleistet werden. Darüber hinaus müssen aber auch die Gesundheits- und Sozialsysteme gestärkt, sowie humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit besser verzahnt werden. Save the Children setzt dabei auf transformative Ansätze:

  • Frühwarnsysteme können mittels Datenanalyse extreme Wetterereignisse immer genauer vorhersagen und so vorausschauende humanitäre Hilfe ermöglichen. Anstatt Finanzierung erst nach Eintreffen der Krise bereitzustellen, werden damit bereits im Vorfeld Finanzmittel bestimmt, die gemäß festgelegten Frühwarnsystemen vor oder zu Beginn einer Krise ausgeschüttet werden. Die Bundesregierung sollte Partnerländer beim Aufbau entsprechender Fonds und Finanzmechanismen durch zusätzliche Gelder unterstützen, empfiehlt Save the Children.
  • Auch der universelle Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung muss eine Priorität des deutschen Engagements bleiben. Ein starkes Gesundheitssystem kann den Auswirkungen des Klimawandels entgegenwirken, indem es Familien feste Anlaufstellen und rasche Hilfe bietet. Die Bundesregierung sollte ihre Beiträge zur globalen Gesundheitsförderung deutlich erhöhen und sich dabei an der Empfehlung der WHO orientieren, mindestens 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens für gesundheitsbezogene Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen.
  • Um Kinder vor Klimafolgen zu schützen, wird zudem ein ganzheitlicher Ansatz wichtiger, der humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und friedensschaffende Maßnahmen verzahnt und somit komplexe Krisen im Kontext von Klimafolgen und Konflikten anzugehen. Denn zum einen verschärft Extremwetter ohnehin kritische humanitäre Lagen, weil Hilfen schwieriger umzusetzen sind. Zum anderen können klimabedingte Naturkatastrophen Konflikte befeuern, wenn Lebensmittel, Wasser oder Medikamente knapp werden.

Bei der UN-Klimakonferenz hat die Bundesregierung bereits neue Finanzhilfen zur Anpassung an unvermeidbare Klimafolgen zugesagt. Wichtig ist, der Zusage Taten folgen zu lassen, damit die Klimakrise nicht die schon erreichten Fortschritte in der Bekämpfung von Hunger, Armut und gefährlichen Krankheiten rückgängig macht.

Quelle: ots - news aktuell

Autor: Redaktion über ots - news aktuell



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