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Neue Berechnungen zu verlorenen Lebensjahren in Deutschland

Bildbeschreibung: Ein ältere Mann und ein ältere Frau die auf einer Bank sitzen man sieht beide nur vor hinten.
Foto: © Rudy and Peter Skitterians

Welche Erkrankungen tragen in Deutschland maßgeblich zur Sterblichkeit bei und wie viele Lebensjahre gehen jeweils durch sie verloren? Im Rahmen des Projekts BURDEN 2020 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts dies nun für Deutschland berechnet. Insbesondere Tumore und Herz-Kreislauf-Erkrankungen tragen dazu bei. "Mit der Berechnung der durch Tod verlorenen Lebensjahre steht für Deutschland auch auf regionaler Ebene ein Indikator zur Verfügung, der es ermöglicht, Krankheiten zu vergleichen und ihren Einfluss auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu messen", sagt RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler. Die Studie wurde im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht: https://www.aerzteblatt.de/archiv/218057/Verlorene-Lebensjahre-durch-Tod

Welche Erkrankungen und Todesursachen erheblich zur Sterblichkeit beitragen, wird anhand des Indikators Verlorene Lebensjahre (Years of life lost – YLL) gemessen. Verlorene Lebensjahre (YLL) sind ein Maß für die vorzeitige Sterblichkeit, welches sowohl die Häufigkeit der Todesfälle, das Alter in dem sie auftreten und außerdem die statistische Restlebenserwartung berücksichtigt. Die Ergebnisse ermöglichen die Auswirkungen unterschiedlicher Todesursachen auf die Gesundheit der Bevölkerung vergleichend zu bewerten sowie Prävention und Versorgung zu verbessern.

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Berechnungszeitraum für die RKI-Studie war das Jahr 2017. Die gut 930.000 Sterbefälle resultierten den Ergebnissen zufolge in Deutschland in rund 11,6 Millionen YLL, 42,8 % entfielen auf Frauen, 57,2 % auf Männer. Die größten Anteile wiesen (bösartige) Tumore (35,2 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (27,6 %), Verdauungserkrankungen (5,8 %) und neurologische Störungen (5,7 %) auf. Sterbefälle in jüngerem Alter wirken sich erwartungsgemäß stärker auf die Bevölkerungsgesundheit aus: Während 14,7 % der Sterbefälle bei den unter 65-Jährigen zu verzeichnen waren, entfielen 38,3 % der verlorenen Lebensjahre auf diese Altersgruppe. Häufige Sterbeursachen waren in dieser Gruppe Unfälle, Selbstschädigung und Gewalt, bösartige Tumore sowie Alkohol-assoziierte Erkrankungen.

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Vergleicht man die reinen Sterbefallzahlen und Verlorenen Lebensjahre (YLL), so zeigten sich Unterschiede in der Rangordnung wichtiger Todesursachen: Beispielsweise nehmen die Auswirkungen von Brustkrebs bei Frauen und von Alkoholkonsum-induzierten Störungen bei Männern auf die Bevölkerungsgesundheit bei Betrachtung der YLL im Vergleich zu den Sterbefällen deutlich an Bedeutung zu. Insgesamt entfiel ein bedeutender Teil der YLL auf jüngere und mittlere Altersgruppen. "Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, gerade bei jungen Menschen mit Präventionsangeboten anzusetzen, um frühe Todesfälle zu verhindern und auch Risikofaktoren für Krankheiten zu reduzieren, die erst im Alter auftreten", betont Prof. Dr. Wieler.

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Mit dem Projekt "BURDEN 2020 – die Krankheitslast in Deutschland und seinen Regionen" werden in Deutschland erstmals Analysen zur gesundheitlichen Lage anhand der Krankheitslast (Burden of Disease) in Deutschland erstellt. Die Studie wird vom RKI in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) durchgeführt. Im Rahmen des Projekts hat das RKI bereits die Krankheitslast von COVID-19 für Deutschland berechnet und ebenfalls im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. Weitere Ergebnisse zur den durch gesundheitliche Einschränkungen verlorenen Lebensjahre (Morbidität) sollen in Kürze veröffentlicht werden.

Autor: md / © EU-Schwerbehinderung



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