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E-Roller müssen raus aus der Innenstadt

Bildbeschreibung: Ein grün weißer E-Roller auf einen Bürgersteig.
Foto: © dm / EU-Schwerbehinderung

Bereits vor Wochen hat der Hamburger SoVD Landesverband moniert, dass E-Roller auf Hamburgs Straßen immer mehr für Unsicherheit sorgen: „Wild in der Gegend abgestellte Scooter behindern Menschen mit Bewegungseinschränkung, für Menschen mit einer Sehbehinderung werden sie regelrecht zu Stolperfallen. Rasende Roller verunsichern alle Fußgänger, für die durch den vermehrten Bau von Fahrradstraßen sowieso alles gerade immer unübersichtlicher wird“, sagt Wicher.

Hinzu käme, dass die Roller relativ schnell seien. Vor allem jüngere Menschen benutzen sie oft als Spaßmobile und wären teilweise rücksichtlos und sehr risikofreudig im Straßenverkehr unterwegs: „Das verunsichert nicht nur die Fußgänger, sondern macht auch wütend. Dieses Verhalten polarisiert und führt dazu, dass es nicht ein mehr Miteinander, sondern ein mehr Gegeneinander auf Hamburgs Straßen gibt.“

Sein Vorschlag: „Schauen wir uns etwas von den Erfahrungen ab, die andere schon gemacht haben. In Kopenhagen oder auch in Oslo sind die E-Roller beispielsweise wieder aus den Innenstädten verbannt worden, weil es dort so viele Unfälle gab und sich die Beschwerden häuften. Außerdem gibt es dort jetzt ein Nachtfahrverbot.“

Wicher zweifelt grundsätzlich an der Sinnhaftigkeit von E-Rollern: „Nur eine von vier E-Roller-Fahrten dient dazu, den Arbeitsweg klimaneutraler zu bewältigen. Dass sie inzwischen mehr Spaßmobile als alles andere sind, ist also kontraproduktiv. Abgesehen davon gehe ich mal nicht davon aus, dass die Akkus mit Ökostrom geladen werden.

Stattdessen sollte die Stadt auf andere Sharing-Dienste wie etwa Carsharing-Angebote oder Leihfahrräder setzen, die keine vergleichbaren Konflikte auf öffentlichen Wegen verursachen. Aus meiner Sicht sind E-Roller total überflüssig und sollten aus dem Straßenbild verschwinden!“

Der Oberbürgermeister von Nürnberg, plant "feste Stationen" für die Roller einzurichten. "Der Bund muss den Kommunen mehr Möglichkeiten einräumen", so König. Er will beispielsweise, dass e-Roller an Grünanlagen oder in Fußgängerbereichen, automatisch gebremst werden. Technisch wäre das ohne Probleme lösbar: "Dies geht technisch und wird in anderen Ländern auch praktiziert. In Deutschland hat dies das Kraftfahrt-Bundesamt abgelehnt."

Mit seiner kritischen Beleuchtung, ist König nicht alleine. Auch in anderen Städten kommt es immer mehr zur Kritik. Oberbürgermeister Stephan Keller (Düsseldorf) gegenüber der FAZ: "Da ein generelles Verbot nicht möglich ist, sollen neue Regelungen die Auswüchse eindämmen." Auch in Düsseldorf machen vor allem das "falsche Abstellen auf Geh- und Radwegen und das `Rasen` in Fußgängerzonen" Probleme.

Gerade für Menschen die Gehhilfen benötigen, über ein eingeschränktes Sehvermögen verfügen, einen Rollstuhl, den Gehwagen oder einfach die Unterstützung dritter nutzen, haben mit den e-Rollern große Probleme, da diese oft einfach nur irgendwo auf dem Gehweg abgestellt und somit zum Hindernis werden.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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Ich muss da jetzt Mal eine Gegenstimme dazu geben. Ich bin gehbehindert und mir haben die Roller schon oft das Leben erleichtert, wenn ich irgendwo auf der Straße stand und die Muskelkraft ausging. Ohne die Roller hätte ich es nur noch mit...

Ich muss da jetzt Mal eine Gegenstimme dazu geben. Ich bin gehbehindert und mir haben die Roller schon oft das Leben erleichtert, wenn ich irgendwo auf der Straße stand und die Muskelkraft ausging. Ohne die Roller hätte ich es nur noch mit größter Mühe nach Hause geschafft.

Ich würde mir wünschen, dass das Angebot in den Städten bleibt.

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