EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik

Inklusion an den Schulen gescheitert?

Bildbeschreibung: Zwei Mädchen beim Hausaufgaben machen.

Es ist eines der globalen Ziele im Bereich der Behindertenpolitik und scheint doch nicht wirklich zu gelingen, schaut man sich die statistischen Zahlen hinsichtlich der Förderschulen in Deutschland an. Das Schlüsselwort, welches sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention entwickelte, war das "gemeinsame Lernen". Ziel war und ist es, gerade Kinder mit Behinderung in unser bestehende Schulsystem voll zu inkludieren. Das bedeutet, dass Kinder mit ihrer Behinderung in den Schulklassen mit lernen, in denen sich auch Kinder ohne Behinderung befinden. Ein Vorhaben, was in manchen Schulen gut gelungen ist, in anderen Schulen aber zu scheitern scheint, wenn sich die Inklusion nur auf den Sportunterricht beschränkt.

2006 gab es in Deutschland 3395 Förderschulen und 2018 sind es immer noch 2835 Schulen. Förderschulen sind in der Definition für Kinder, die "in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten als mehr oder weniger schwer behindert bezeichnet" soll heißen "durch eine Lern- oder geistige/kognitive Behinderung, eine Sinnes- und/oder Körperbehinderung" beeinträchtigt sind. Unter dem Aspekt dieser Definition und der Entwicklung der statistischen Zahlen zu den Förderschulen, muss die Frage gestellt werden, ob hier nicht Teilhabe und Inklusion gescheitert sind.

Behinderung heißt natürlich nicht automatisch Förderschule. So schreibt Bayern auf seiner Internetseite: "Der sonderpädagogische Förderbedarf wird im Rahmen eines sonderpädagogischen Gutachtens festgestellt; der Schulleiter bzw. die Schulleiterin entscheidet danach über die Aufnahme." Wo die genauen Grenzen zu sehen sind, die dann am Ende die Entscheidung herbeibringen, ist hier nicht definiert.

Für viele Schulen ist der sonderpädagogische Bedarf einiger Kinder nicht einfach zu bewerkstelligen, was sich am Beispiel Hamburg gut festmachen lässt. Dort gab es bei den Eltern so viel Frust, dass sich eine Volksinitiative "Gute Inklusion" gründete um in der Tat, die Inklusion an den Hamburger Schulen zu verbessern.

Aber auch in anderen Regionen Deutschlands scheint es nicht besser zu sein. Immer wieder erreichen auch uns Darstellungen von Eltern, die deutlich zeigen, dass die Inklusion zum Stand heute, bei vielen Schulen noch eine große Herausforderung darstellt und das nach 10 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention.

Da Schulpolitik immer noch Ländersache ist, also außerhalb des Einflussgebietes der Bundesregierung liegt, gibt es in der Frage der Integration an Deutschen Schulen, keine globale Darstellung. Es ist also davon abhängig, wo das jeweilige Kind mit seinen Eltern lebt, wie gut das Kind mit Behinderung inkludiert werden kann. Das dieser Zustand dafür sorgt, dass das Kind mit Behinderung am Ende seiner Schullaufbahn, je nach Bundesland, nein sogar je nach Lebensbezirk in unterschiedlichen Standards gelernt hat, es also am Ende keinen einheitliches Bildungsergebnis gibt, ist eine Situation die sich in Deutschland wohl nur dann beheben lässt, wenn Teile des Schulsystems zur Bundessache erklärt werden.

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 voters
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen



0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Liken Sie uns. Vielen Dank