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Pflegende erhalten kostenfreie Psychotherapeutische Beratung

Bildbeschreibung: Eine Frau die mit einen Smartphone telefoniert.
Foto: © Karolina Grabowska

Psychotherapeuten bieten allen beruflich Pflegenden ab sofort eine kostenfreie Telefonberatung an. Extrem hohe Arbeitsbelastung, unzureichende Schutzmaterialien, schwer erkrankte und isolierte Menschen sowie ethische Entscheidungen können beim medizinischen Personal unerträglichen Druck aufbauen. Jetzt können Pflegende über die Internetplattform www.psych4nurses.de kurzfristig und bundesweit eine 30-minütige kostenfreie telefonische Beratung in Anspruch nehmen.

„Pflegende brauchen in schwierigen Zeiten schnell und unkompliziert psychosoziale Unterstützung, um mit Grenzerfahrungen umgehen zu können“, lobt die niedersächsische Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann das ehrenamtliche Angebot der Psychotherapeuten. Psychische Belastungen bedingt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie können in allen Bereichen der Pflege entstehen. „Häufig ist es die Angst, sich selbst oder Familienmitglieder anzustecken oder das Gefühl, durch permanente Überlastung keine gute Pflege leisten zu können“, so Klarmann.

Mitarbeitende in der ambulanten Pflege können genauso betroffen sein wie das Personal in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Rehakliniken oder in der Kinderkrankenpflege. Insbesondere die mangelnde Versorgung mit Schutzmaterialien hat Pflegende in den vergangenen Monaten immer wieder vor große Belastungen und schwierige Entscheidungen gestellt. Dazu kommen Konflikte durch ungenügende Personalausstattung oder mit Angehörigen von Patienten und Bewohnern, die ihre Angehörigen aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht besuchen dürfen.

Das telefonische Hilfsangebot geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Regionalverband Nordwest und der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Schirmherrschaft haben die Bundespflegekammer und der Deutsche Pflegerat übernommen.

Der DBfK teilt in einer Pressemitteilung zur kostenfreie Psychotherapeutische Beratung mit:

Beruflich Pflegende sind während der aktuellen Corona-Pandemie vielfach ganz besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt“, erläutert Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK). „Obwohl fast überall eine Überlastung vorhandener Ressourcen bisher insgesamt erfolgreich vermieden werden konnte, durchlebten viele beruflich Pflegende in ambulanten Diensten, Heimen und Krankenhäusern Extremsituationen psychischer Belastung – und tun dies nach wie vor. Ich danke unserem Regionalverband DBfK Nordwest für seine Initiative und den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für ihr großzügiges Angebot.“

„Mit der neuen bundesweiten Telefonberatung wollen wir beruflich Pflegende während der Coronakrise kurzfristig und professionell unterstützen, erklärt Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer. „Die Beratung, die die Psychotherapeut*innen anbieten, ist ehrenamtlich.“ „Es zeugt von einem großen Engagement der beteiligten Berufsgruppen, wie sie sich gegenseitig in Krisenzeiten unterstützen“, betont Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats und Sprecher der Bundespflegekammer.

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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