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Sterbehilfeverein: Erstmals Beihilfe zum Suizid im Altenheim

Bildbeschreibung: Leeres Sterbebett mit Medikamenten im Hintergrunde
Foto: © Bret Kavanaugh

Der „Verein Sterbehilfe“ hat nach eigenen Angaben erstmals einem Senior in einem deutschen Altenheim zum Suizid verholfen.

So pflegebedürftiger Mann (83 Jahre alt) lebte schon seit längerem zusammen mit seiner Frau, in einem Altenheim in Norddeutschland. Er bat den „Verein Sterbehilfe“ um Suizidhilfe, nachdem ihm körperliche Beschwerden das Leben immer schwerer machten und auch noch seine Frau verstorben war. Er hatte die Zusage bekommen, diese konnte jedoch nicht eingelöst werden, weil die Suizidhilfe seit dem 10. Dezember 2015 durch 217 StGB in Deutschland verboten war.

Das Bundesverfassungsgericht hat 26. Februar 2020 den § 217 StGB verfassungswidrig und nichtig erklärt. Kurz danach hatte der Senior erneut um Suizidhilfe gebeten. Darauf hat sich „Verein Sterbehilfe“ mit der Heimleitung in Verbindung gesetzt und diese hat die Suizidhilfe geduldet. Der Verein teilte mit: „Vor wenigen Tagen haben wir den sehnlichsten Wunsch des Mannes erfüllt und ihn beim Suizid begleitet, in seinem Apartment, das seit vielen Jahren sein Zuhause war.“

Geschäftsführer Jakub Jaros forderte alle Alten- und Pflegeheime in Deutschland und de­ren Betriebsgesellschaften auf, ihre Hausordnungen so zu ergänzen, dass für Bewohner sowie für Suizidhelfende klar sei, dass „das Grundrecht auf Suizid und das Grundrecht auf Suizidhilfe gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020 je­derzeit ausgeübt werden können“.

Der Bundestag wollte 2015 den Sterbehilfevereinen einen Riegel vorschieben und hatte deshalb die geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung verboten. Vom Bundesverfassungsgericht wurde Ende Februar das Gesetz für nichtig erklärt.

Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle sagte in Karlsruhe: „Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben. Dieses Recht schließt die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen, hierfür bei Dritten Hilfe zu suchen und, soweit sie angeboten wird, in Anspruch zu nehmen.“ (wir berichteten)

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, wies schon nach dem Urteilsspruch darauf hin: „Das Bundesverfassungsgericht hat dem Selbstbestimmungsrecht am Ende des Lebens weiten Raum zugesprochen. Gleichwohl sieht es aber auch die Notwendigkeit für eine gesetzgeberische Regulierung der Beihilfe zur Selbsttötung. So weist das Gericht darauf hin, dass von einem unregulierten Angebot geschäftsmäßiger Suizidhilfe Gefahren für die Selbstbestimmung ausgehen können.“

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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