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Mehr und gut ausgebildetes Personal gegen Gewalt in der Pflege

Bildbeschreibung: Eine ältere Frau.
Foto: © mali desha

Am 15 Juni ist der Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen. Gewalt gegen ältere Menschen ist ein ernst zu nehmendes Problem. Nach Schätzungen der WHO ist weltweit jeder zehnte über 60-Jährige Opfer von Diskriminierung, finanziellem Missbrauch sowie körperlicher oder psychischer Gewalt. Auch in der Pflege ist Gewalt kein Einzelfall und bleibt für Außenstehende oftmals verborgen. Daher ist die Dunkelziffer hoch. Gezielte Aufklärung sowie die Bereitschaft, über das Problem zu sprechen, sind Voraussetzungen für eine wirksame Gewaltprävention.

Ratgeber „Gewaltprävention in der Pflege” und der Internetseite www.pflege-gewalt.de kostenfreien Zugang zu praxisrelevanten Informationen. Dort gibt es unter anderem auch eine Übersicht zu Notruf-Telefonnummern, falls Pflegesituationen eskalieren.

„Es darf nicht darum gehen, Pflegende an den Pranger zu stellen. Gewalt geschieht oftmals nicht vorsätzlich oder in böser Absicht, sondern resultiert zum Beispiel auch aus Unbedachtheit. Gerade bei so einem komplexen und schwierigen Thema gilt es, das Sprech-Tabu zu brechen. Offener Diskurs ist Voraussetzung für gelingende Prävention. Eine Skandalisierung ist deswegen kontraproduktiv“, erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Gewalt in der Pflege kann viele Gesichter haben – von Beschämen, Beschimpfen und Vernachlässigen bis hin zu körperlichen Übergriffen. Probleme mit eskalierenden Pflegesituationen oder struktureller Gewalt sachlich zu analysieren und lösen zu wollen, darf jedoch nicht mit einseitiger Pauschalkritik verwechselt werden. Schließlich können in der Versorgung älterer hilfebedürftiger Menschen wirkungsvolle Hilfe und folgenschweres Fehlverhalten nahe beieinander liegen. Konflikte drohen zu eskalieren, wenn Abhängigkeit und Verletzlichkeit Pflegebedürftiger mit Überlastung von Helfern zusammenkommen. Daher spielen auch gute Versorgungsstrukturen und Pflegebedingungen eine wichtige Rolle. Allerdings gilt auch: Organisationsschwierigkeiten dürfen in unserer Gesellschaft keine Rechtfertigung von Gewalt gegen unsere Ältesten sein.

Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Welttag gegen die Misshandlung älterer Menschen am 15. Juni:

„Gewalt in der Pflege hat viele Formen. Auch verbale Aggression, Zwang, Belästigung und Vernachlässigung gehören dazu. Gewalt kann von Pflegenden ausgehen, aber auch von Menschen mit Pflegebedarf. Trotz ihrer vielfältigen Formen besteht kein Zweifel, wie Gewalt in der Pflege und gegen Ältere vermindert werden kann: Die Einrichtungen müssen sich um eine gute Fehlerkultur kümmern. Zudem ist Gewalt häufig die Folge von Überlastung, deshalb wird mehr und gut ausgebildetes Personal gebraucht. Um dies zu gewinnen, sind deutliche Steigerungen des Gehalts unausweichlich. Zugleich muss in der Ausbildung das Thema Konflikte, Aggression und Gewalt eine größere Rolle spielen. Für beides muss die Politik endlich entsprechende Schritte einleiten: Mehr Personal – und mehr für das Personal.“

Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung



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