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Physische Barrierefreiheit an Bahnhöfen

Bildbeschreibung: Zug vom Typ "ICE in einem Bahnhof
Foto: kk | © 2020 EU-Schwerbehinderung

Die Deutsche Bahn AG verzeichnet, mit Stand 2019, 9234 aktive Bahnsteige mit rund 11900 aktiven Bahnsteigkanten, von denen 7712 stufenfrei erreichbar sind. Das zumindest geht aus einer Antwort hervor, die das Bündnis 90/Die Grünen, an die Bundesregierung gestellt haben (Drucksache 19/17665 PDF Datei)

In der unserer Redaktion vorliegenden Antwort wird deutlich, dass es momentan bei der Deutschen Bahn nur 100 gesicherte Projekte gibt, die eine “stufenfreie Zuwegung zum Bahnsteig” sowie die Optimierung der Kriterien der “weitreichenden Barrierefreiheit” realisieren sollen. Weitere 420 Bahnsteige befinden sich dabei in der Planung um den barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

"Die Herstellung der Barrierefreiheit an Bahnhöfen ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Historisch bedingt haben die bestehenden Bahnsteige in Deutschland sehr unterschiedliche Höhen. Zur Umsetzung des Ziels der Barrierefreiheit hat die DB AG im Jahr 2017 bundesweit einheitliche Regeln entwickelt und hierzu ein Bahnsteighöhenkonzept mit dem Bund abgestimmt. Ziel ist es, mobilitätseingeschränkten Reisenden einen unabhängigen und barrierefreien Zugang zum Eisenbahnsystem zu ermöglichen. Zur Umsetzung dieses Ziels werden in erheblichem Umfang Bundesmittel zur Verfügung gestellt.", heißt es seitens der Bundesregierung.

Gerade für Menschen mit Behinderungen sind die Verfügbarkeiten der Fahrstühle besonders wichtig. "Gefühlt" sind diese meist defekt. Nach den Angaben der Deutschen Bahn, lag die Verfügbarkeit 2017 bei 97,5%, 2018 bei 96,9%, 2019 bei 97,6%. Die Fahrtreppen (Rolltreppen) liegen im Bereich deiner ähnlichen Verfügbarkeit von fast 97%. Nach Auskunft der DB AG gab es 2018 ca. 4150 Ausfälle zwischen 12 und 24 Stunden, ca. 2500 Ausfälle zwischen 24 Stunden und 3 Tagen, ca. 1200 Ausfälle zwischen 3 und 7 Tagen, 390 Ausfälle zwischen 7 und 14 Tagen und 170 Ausfälle, die länger als 14 Tage anhielten.

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Viel kritischer sieht die Situation aus, wenn es um die Blindenleitsysteme geht. Von insgesamt 5364 Stationen soll es bei nur 2220 Stationen einen entsprechenden Weg zu den Bahnsteigen geben und nur 2917 Bahnsteige haben einen Blindenstreifen an den Bahnsteigen.

In einem einheitlichen Europa ist es nicht gelungen einen grenzüberschreitenden Fern- und Regionalverkehr barrierefrei zum Ein- und Aussteigen, zu realisieren. Zusätzlich zu den Initiativen der DB AG findet in der UIC PAS SAGE Gruppe (Passenger Accessibility Solutions Support and Action Group for Europe) ein professioneller Austausch rund um die Barrierefreiheit zwischen den-europäischen Bahnen statt. Es sollen nationale und transnationale Arbeitsfelder und Lösungen erarbeitet werden. Ein Erfolg war die Einführung des PRM ABT Tools, welches internationalen Reisenden die Buchung von Mobilitätsservices (wie beispielsweise Einstiegshilfen) ermöglicht, indem die verschiedenen Service Center der Bahnen direkt miteinander verknüpft werden - Teilte die Bundesregierung mit.

Kritikpunkt ist vielerorts auch die unterschiedliche Bahnsteighöhe, den dann dazu führt, dass beim Ein- und Aussteigen plötzliche "Stufen" vorhanden sind. In Deutschland sollen laut der Deutschen Bahn, fast alle großen Knoten in Deutschland über 0,76m Bahnsteige verfügen,- etwa 82% der Fahrgäste — außerhalb der 0,96 m S-Bahn-Systeme — nutzen heute 0,76m Bahnsteige.

Nach Auskunft der DB AG stehen personenbediente Hublifte und mobile Rampen/Überfahrbleche an 389 Bahnhöfen zur Verfügung. An diesen Bahnhöfen gibt es insgesamt 1437 Bahnsteigkanten. Davon sind 211 Bahnsteigkanten mit einer Höhe von 0, 55m und 793 Bahnsteigkanten mit einer Höhe von 0, 76m. Die übrigen 433 Bahnsteigkanten haben eine kleinere oder größere Höhe.

Das die Deutsche Bahn hinsichtlich des Mobilitätsservices noch einiges zu tun hat, zeigt sich an einer Liste der Deutschen Bahn, auf der 276 Bahnhöfe aufgelistet und von denen 75 (27%) Bahnhöfe ohne Mobilitätsservice sind.

Autor: kk / © EU-Schwerbehinderung



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