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Merkel: Wir arbeiten dauerhaft daran, die Bedingungen in der Pflege zu verbessern

Bildbeschreibung: Mann schiebt Fru mit Rollstuhl.

Die Bundeskanzlerin hat sich anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden, bei allen Pflegekräften bedankt. "Danke für die geleistete Arbeit und Danke für das, was daraus an Humanität und Menschlichkeit für unsere Gesellschaft entsteht.", so Merkel. Immer noch seien es die Angehörigen, auf denen der größte Teil der Arbeit laste: "In den Familien wird Unglaubliches geleistet", betont die Kanzlerin. Der Staat könne hier zwar nur unterstützend tätig sein. Aber man habe eine bessere soziale Absicherung, Möglichkeiten zur beruflichen Freistellung und eine professionelle Beratung geschaffen. Am Ziel sei man aber noch lange nicht: "Wir arbeiten dauerhaft daran, die Bedingungen zu verbessern." Hier der Podcast der Bundeskanzlerin (Quelle: Bundesregierung):

Wir haben mit pflegenden angehörigen gesprochen und dort scheint die Wahrnehmung eher eine andere zu sein. Die Angehörigen beschweren sich vielerorts über zu wenig Unterstützung. "Zwar gibt es Rentenpunkte, aber was nützen diese mir", so eine der kritischen Stimmen. "Wenn der Staat diese Pflegeleistung wenigstens entlohnen würde", so eine andere kritische Stimme. 

Angesichts der Tatsache, dass sich bis heute das Pflegesystem auf häusliche Pflege stützt (75% häusliche Pflege) und in Pflegeeinrichtungen die eigentlich oft notwendige Individualpflege und Betreuung gar nicht möglich ist, ist es nicht verwunderlich, dass so viel Kritik an der Pflege aufkommt. An den Menschen die heute die Pflegeberufe ausüben, kann es nicht liegen, denn diese machen einen guten Job und sind nicht selten sogar aufopfernd. Das verdient Anerkennung. Überall ertönen die Rufe nach mehr Pflegekräften, die dringend benötigt werden. Aber selbst wenn die da sind. Werden dann den pflegebedürftigen Personen mehr Zeiten für Pflege gutgeschrieben um die Pflege noch mehr zu individualisieren? 

Gestern fand in vielen Städten Deutschlands, der "Walk of Care" statt. Viele Veranstalter werden sicherlich mit ihrer Teilnehmeranzahl zufrieden sein. Deutschland hat (Quelle: Statistisches Bundesamt) ende 2017, 3.4 Millionen pflegebedürftige Personen gehabt. Von diesen 3,4 Millionen Personen wurden 2,5 Millionen zu Hause versorgt. In Zahlen bedeutet das: 

 

Art der Pflege in Prozent
vollstationär: 24 %
allein durch Angehörige: 51,7 %
Angehörige mit Unterstützung von Pflegediensten: 24,3 %

 

Oft geben Angehörige dafür ihren Job auf Dauer auf, da die Freistellungen (Pflegezeit, bs zu 6 Monate) oftmals nicht ausreichen um einen Angehörigen entsprechend der Bedürfnisse versorgen zu können. Betrachtet man die Zahlen, verwundert es, warum nicht mehr Menschen den "Walk of Care" genutzt haben um zumindest ein Zeichen zu setzen.

Das Pflege aber mittlerweile als Thema bei der Bundesregierung angekommen ist, darf man schon mal positiv bewerten. Jetzt gilt es nur noch, die entsprechenden politischen Mittel einzusetzen, um Pflege nicht nur zu verbessern, sondern auch attraktiv zu machen. Angesicht des demografischen Wandel, wird es in Zukunft nicht besser werden. "Deutschland wird älter" und somit wird der Bedarf an Pflegekräften die nächsten Jahre noch mehr steigen. Doch wo soll das Personal dafür herkommen, wenn die Menschen älter werden? Schon heute ist der Pflegenotstand in vielen Pflegeeinrichtungen spürbar und pflegende Angehörige oftmals vollkommen überlastet, so dass diese langfristig selbst erkranken. Schon heute fehlt es in vielen Bereichen an Fachkräften, was bereits dafür ein Indiz ist, auf was wir uns zum Thema "Pflege" einstellen dürfen. Ob es da mit einem einsamen "Dankeschön" der Bundeskanzlerin getan ist, oder ob hier die Politik wesentlich mehr Aktionismus zeigen muss, mag jeder für sich selbst entscheiden. Zumindest fehlen überall Pflegekräfte und pflegende Angehörige wird es in der Zukunft eher weniger geben.

So bleibt für viele pflegende Angehörige und die Pflegekräfte die stille Hoffnung, dass aus dem "Dankeschön" mehr Aktionismus der Bundesregierung wird.

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