EU-Schwerbehinderung

Das Online-Nachrichtenmagazin.
Politik, Soziales, Behinderung, Rente
und vieles mehr .... Kritisch, sachlich und offen. Pflege-news Nachrichtendienst zur Behindertenpolitik

Pflegepatienten bei Investitionskosten entlasten

Bildbeschreibung: Krankenhaus und Hände einer Pflegekraft, die Geld in der Hand hält.

In der Pflege steigen die Kosten für pflegebedürftige immer mehr. Ursachen sind hier vielschichtig. Steigende Löhne, Investitionskosten und bei einigen Einrichtungen sogar das Ziel der Dividende für die Aktionäre, die am Ende auf die pflegebedürftige Person als Kosten abgewälzt werden. Zwar wurde mit dem Angehörigen-Entlastung-Gesetz ein Schritt in die richtige Richtung getan um zumindest unterhaltspflichtige Angehörige zu entlasten, trotzdem bleibt die Grundproblematik erhalten. Das wurde besonders im Bundestag deutlich, als es um das Gesetzes für bessere Löhne in der Pflege ging.

Hinsichtlich der Investitionskosten hat sich Gernot Kiefer, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes wie folgt geäußert: "Im Durchschnitt sind für einen Heimplatz fast 1900 Euro im Monat aus eigener Tasche zu bezahlen. So kann es nicht weitergehen! Der Bund und die Länder stehen in der Verantwortung, ihren Teil zur Finanzierung der Pflege beizutragen. Die Länder sollten die sogenannten Investitionskosten bei den Pflegeheimen tragen. Das wäre sachlich richtig und dadurch könnte der durchschnittliche Eigenanteil für Pflegeheimbewohner sofort um 450 Euro gesenkt werden."

Wie sich das Problem der steigenden Kosten aber wirklich lösen lässt, dazu gibt es wohl kaum ein Erfolgsrezept. Einerseits ist es wichtig, dass das Lohnniveau in der Pflege angehoben wird, damit gerade Pflegekräfte für ihre Leistungen entsprechend entlohnt wird, auf der anderen Seite müssen diese Mehrkosten für die Pflegeeinrichtungen refinanziert werden. Ebenso sind ständige Investitionen in den Pflegeeinrichtungen notwendig, um den pflegebedürftigen eine angemessene Wohnumgebung und Pflege bieten zu können. Aber auch diese müssen refinanziert werden.

Pflege als gesellschaftliche Aufgabe und in der Gesamtverantwortung des Staates, kann auch bedeuten, dass hier der Staat mehr investieren muss. Aber auch diese Ausgaben bedürfen einer dauerhaften Refinanzierung, was am Ende nur über Steuereinnahmen geschehen kann.

Das die Zahlen pflegebedürftiger Menschen steigt lässt sich einfach veranschaulichen. 2008 waren es 2.113.485 und 2018 bereits 3.685.389 Personen die Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen haben(Quelle BMG). Die Ausgaben der Pflegeversicherung decken sich hingegen nicht mehr mit den Einnahmen. 2008 hatte die Pflegeversicherung 19,78 Milliarden Euro Einnahmen. Dem entgegen standen 19,14 Milliarden Euro an Ausgaben. Heute reden wir von einem Finanzierungssaldo in der Pflegeversicherung. 2018 hatte die Pflegeversicherung 37,72 Milliarden Euro Einnahmen, dem gegenüber standen 41,27 Milliarden Euro an Ausgaben. Dieses Minus muss am Ende durch dein Steuerzahler kompensiert werden. Zwischen 2017 und 2018 gab es bereits einen Anstieg Investitionskosten von rund 1,6% (Quelle Pflegemarkt).

Auch die Anzahl jener Personen, die auf Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angewiesen sind, steigt ständig, wie die Statistik zeigt. Waren es 2007 732.602 Leistungsempfänger*in, so waren es 2017 bereits 1058.827 Leistungsempfänger*in. Auch diese Kosten sind am Ende durch Steuern zu finanzieren und das heißt immer, dass am Ende jeder einzelne Bürger*in sich an den Ausgaben beteiligen muss, denn es ist fraglich ob es gelingen wird, zukünftig auch die Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen zu können.

Kommentare (0)

Rated 0 out of 5 based on 0 voters
Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Posting comment as a guest. Sign up or login to your account.
Rate this post:
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen



0
+

Gefällt Ihnen der Artikel?

Liken Sie uns. Vielen Dank